Sommerpause: Die besten Blog-Beiträge reloaded
Alles Mütter oder was?
von: Nathalie Sassine am: Donnerstag, 04.08.2011
Alle meine Freundinnen sind Mütter. Oder ist es andersrum? Sind Frauen ohne Nachwuchs einfach nicht mehr meine Freundinnen? Huhn oder Ei?
Wenn ich mich mit Freundinnen treffe, geht es uns in erster Linie darum, dem (Mutter)-Alltag zu entfliehen. Es wird erst beim Digestif über Kinder gesprochen – wenn überhaupt. Das ist eine unausgesprochene Regel zwischen uns. Als wären Kinder das Letzte, was uns verbindet. Dies trifft jedoch nur teilweise zu.
Die meisten meiner Freundinnen kenne ich schon aus der Zeit vor dem Mutterglück. Als wir noch ein Leben hatten, in dem Theater ohne Kasperlis, Kino ohne grünen Oger und Restaurants ohne Spielecken auskamen. Ergo zieht das Argument "Mütter verkehren nur mit Müttern" bei uns nicht.
Und doch frage ich mich, wo denn jene Frauen aus meinem Leben geblieben sind, die bis heute, trotz extrem laut tickender biologischer Uhr, keine Kinder haben.
Ob Afrika-Liebhaberin, die ihr Leben im Busch verbringen will oder Rösselerin, die in den geliebten Vierbeinern ihre Kinder sieht, oder die ungewollt Kinderlose, die sich nun definitiv für ein Leben mit Mini Cooper statt Minnie Mouse entschieden hat: Es gibt viele Gründe, keine Kinder zu haben. Doch ist dieser Zustand Grund genug, sich auseinanderzuleben? Eine Freundschaft einfach versanden zu lassen? Sicher ist, dass das Thema "Kinderlos glücklich" die Gemüter erhitzt und die Unterschiede der Mentalitäten grösser nicht sein könnten.
Oft scheinen kinderfreie (die, die freiwillig ohne Nachwuchs leben) Freunde vordergründig sehr verständnisvoll uns armen, gefangenen Eltern gegenüber. Verständlich, dass wir lieber mit anderen Familien etwas unternähmen, schliesslich könnten die Kleinen zusammen spielen. Und logisch, dass ich lieber mit dieser einen Freundin verkehre, schliesslich hätten wir gleichaltrige Kinder. Ich muss dann immer eingreifen und klarstellen, die besten Momente mit dieser Frau seien die, bei denen unsere Kinder nicht anwesend sind! Dann haben wir nämlich endlich wieder Zeit, ein Gespräch zu Ende zu führen, ohne dauernd unterbrochen zu werden von "Ich hatte es zuerst!" oder "Ich muss gaaaanz dringend Pipiii!"
Doch das Verständnis verdeckt das Tabuthema, das zwischen uns steht: Das Wieso. Wieso wollt ihr denn keine Kinder? Geht gar nicht. Denn entweder haben sie keine Lust, sich zu rechtfertigen. Oder das Paar ist sich gar nicht so einig über das Thema, sie will, er aber nicht. Ich habe auch schon erlebt, dass sie nur so tat, als wolle sie keine Kinder und mir heimlich anvertraute, sie hoffe, ihren Mann auf diese Weise rumzukriegen. Vielleicht weil er ihr einfach gerne widerspricht. Wie auch immer, mit Kinderfreien reden wir über alles andere, wogegen ich natürlich nichts einzuwenden habe, aber Tabus zwischen Freunden überdauern eine Freundschaft leider. Also lebt man sich auseinander und schiebt dem Kinderwunsch die Schuld in die Schuhe. Denn es ist schon so, wie Barbara Klingbacher in der NZZ Online und im Nido es so schön formulierte: "Den Kinderwunsch sucht man sich nicht aus." Die Freunde schon.
Wie sieht es bei Ihnen aus? Verkehren Sie noch mit kinderfreien Freunden? Was verändert sich in einer Freundschaft, wenn Kinder kommen, oder eben nicht?
Unsere besten Freunde sind kinderlos. Es ist eine Bereicherung, sein eigens Leben aus der anderen Perspektive ab und zu gespiegelt zu sehen. Aber das geht nur, wenn das Gegenüber ebenso im Reinen ist mit dem Entscheid gegen Kinder, wie wir mit unserem für Nachwuchs
Es ist sicherlich so, dass neue Freunde auch Kinder haben. Aber wir haben Freunde welche keine Kinder möchten, war und ist kein Problem für unsere Freundschaft.
Beziehungen definieren sich zwischen zwei Individiuen. Im idealfall. In der Realität muss ich ja auch mit der superollen neuen Freundin von meinem Freund auskommen. Üben sie (auch in der umgekehrten Geschlechterrollen-Verteilung) da mal ganz ehrliche Kritik. Das wäre ein echter Härtetest, nicht wahr? Und bei den Kindern, bzw. mit den Kindern (den fremden) ist es genau gleich - üben Sie mal Kritik. Nicht an den Kindern. Daran, dass diese lebensbestimmend sind, auch wenn sich zwei Erwachsene (Freundinnen oder Freunde) in Ruhe mal treffen möchten (siehe Anfang). Umgekehrt sollen die "kinderlosen" auch mal einfach kritisieren: Man hat ja gar nichts mehr von Dir, Du fehlst immer, etc. Fazit: Versuchen Sie es - viele Freundinnen/Freunde werden Ihnen nicht erhalten bleiben. Die, die bleiben gehören dann aber quasi zur "Sippe".
Ach wie geniesse ich Abende mit kinderlosen Freunden. Nur schon die Ruhe für ausgedehnte Gespräche ist himlisch.
Doch ganz im Inneren komme ich mir manchmal ein klein bisschen ausgeschlossen vor, wenn alle (inkl. mein Mann) von ihren Karrieren erzählen. Mein Teilzeit-Bürojob gibt in der Hinsicht nicht gerade viel her.
Nur alles kann man halt nicht haben! Und eigentlich liebe ich mein multifunktionales und spannendes Leben...
Meine Freundinnen von früher haben bis auf eine inzwischen selber Kinder.
Mit der Kinderlosen pflege ich heute noch Kontakt.
Da sie 100% berufstätig ist, in einer Partnerschaft lebt und auch noch Hobbys hat, finden unsere Treffen nur wenige male pro Jahr statt.
Dafür telefonieren wir regelmässig miteinander.
Es ist halt so, dass kinderlose Frauen meistens berufstätig sind, die Mütter ihre Kinder zu betreuen haben, Haushalt, manche arbeiten noch ausser Haus. Pflegt dann eine Mutter noch regelmässig an einem oder mehreren Abenden ein Hobby, bleibt nicht mehr viel Zeit, sich mit kinderlosen Freundinnen zu treffen.
Kinder oder keine Kinder finde ich ist nicht genug Grund.
Eine Frau, die als Flight-Attendant arbeitet, ist manchmal tagelang weg. Sie arbeitet oft an Zeiten, wo andere mit normalen Arbeitszeiten Freizeit haben, dafür haben die FA Freizeit, wenn ihre Kolleginnen arbeiten.
Auch für sie wird es schwierig, sich mit anderen Frauen zu treffen. Obwohl sagen wir mal von denen keine Kinder hat.
All die Freundinnen, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe, traf ich durch Aktivitäten mit den Kindern. Nur eine traf ich bei einem Sport Kurs, sie wohnt in der selben Gemeinde wie ich, hat ebenfalls ein Kind, und wir treffen uns ein bis zwei mal pro Woche mindestens zum Sport, Kaffi und sonstiges.
Als die Kinder noch klein waren, war ich froh, gab es Mütterntreff, Krabbelgottesdienste, Elternvereinigung. Dadurch lernte ich sehr viele tolle Leute kennen
"Doch das Verständnis verdeckt das Tabuthema, das zwischen uns steht: Das Wieso" Hm, ich frage als kinderfreie doch auch nicht ständig die Freundinnen mit Kind, warum sie welche bekommen haben und was das für Konsequenzen haben kann, wird, soll. Aber ich werde immer wieder von einigen "Freundinnen" gefragt und muss mich über Jahre rechtfertigen. Das wird einmal diskutiert und Punkt. Irgendwann habe ich einfach keine Lust mehr drauf, warum auch?
Es ist schon so: Sind die Kinder klein, reichen sie aus als Verbindung und Gesprächsstoff. Sobald sie aber grösser werden, sieht man sich wieder nach Menschen um, mit denen man mehr gemeinsam hat als das die Themen Kinderschuhe und Kinderkrippe
Eine kinderlose Frau/Paar zu fragen weshalb sie keine Kinder möchten/haben, würde ich nicht tun.
Kenne mehr als ein Paar, das unfreiwillig kinderlos ist.
Eine andere Bekannte verlor ihr zweites Kind bei der Geburt. Sie wurde oft gefragt, wann bzw. ob sie kein zweites Kind haben. Sie konnte glücklicherweise darüber reden, ich glaub ich könnte und wollte es auch nicht immer.
Ob jemand Kinder will oder nicht soll er selber entscheiden. Habe viele Verwandten, die kinderlos sind. Sie darauf anzusprechen wäre mir noch nie in den Sinn gekommen.
Das Leben ist doch sonst schon so farbig. Warum soll sich denn alles ums Kinderhaben drehen? Es gibt doch noch anderes spannendes zu berichten und entdecken. Bitte nie und wirklich nie nachfragen nach dem 2. Kind und wieso die Freundin kinderlos ist. Meistens steht ein Schicksal dahinter. Seid da doch einfach ein wenig feinfühlig. Die Freundinnen erzählen dann schon, wenn sie wollen.
Ehrlich gesagt, verstehe ich die ganzen Diskussionen "Kinder haben vs kinderlos bleiben" überhaupt nicht. Wir haben uns ganz bewusst für Kinder entschieden, so wie sich andere nun mal ganz bewusst dagegen entscheiden. Was ist da schon dabei? Es soll doch jede(r) so handhaben wie es ihm/ihr am besten behagt und sich vor allem von niemandem dreinreden lassen.
Ich bin stolze, glückliche und dankbare Mutter zweier Kleinkinder im Alter von bald 4.5 und knapp 3 Jahren und geniesse das Muttersein (auch wenns der Trotzphase sei Dank momentan sehr anstrengend ist) sehr. Ich stehe zu meinen Gefühlen und teile sie auch gerne mit. Die Kinder gehören nun mal zu meinem Leben und bilden sozusagen der Lebensmittelpunkt – aber nicht nur! Ich habe als nachwievor vielseitig Interessierte noch andere Themen, über die ich mich gerne austausche.
Und darum geniesse ich hin und wieder einen gemütlichen kinderfreien Abend mit anderen ebenfalls kinderfreien Müttern oder kinderlosen Freundinnen. Mir sind der Kontakt und der Austausch mit anderen Müttern genauso wichtig wie die Treffen mit meinen kinderlosen Kolleginnen. Ich habe das grosse Glück, dass diese zwar kinderlos, jedoch sehr kinderliebend und an meinem jetzigen Leben und der Kinder sehr interessiert sind. Und so wie sich diese für mich und meine Freuden und Sorgen interessiere, so interessiere ich mich für ihre Anliegen. Denn diese waren ja schliesslich auch mal meine. Auch wenn die Treffen mit den kinderlosen Freundinnen nicht mehr so häufig sind - Hauptsache ist doch, dass man sich sieht, liest und hört. Es braucht eben auf beiden Seiten etwas guter Wille und eine Portion gutes Organisationstalent gespickt mit einer Prise gutem Improvisationstalent um sich zu verabreden ;-).
Obwohl ich gerne über meine Kinder spreche, so tue ich es nicht ausschliesslich ;-). Es tut mir gut, auch noch über anderes zu reden als über Kinderkrankheiten, Trockenwerden und Trotzanfälle ;-). Zum Ausgleich, zur Abwechslung und natürlich auch um etwas Geld dazuzuverdienen, arbeite ich nebenbei noch Teilzeit. Die Arbeit, der Umgang mit Erwachsenen, die Gespräche, auch mal in einer anderen Tonlage, tun mir enorm gut und bereichern mich zusätzlich :-).
Es käme mir allerdings nicht in den Sinn, einfach so und ohne Grund kinderlose Frauen nach ihrem Kinderwunsch zu fragen. Gerade für ungewollt Kinderlose ist diese blöde Fragerei nach dem wieso, warum, wann und ob eine Qual und schmerzhaft. Zudem geht es mich schlichtweg nichts an!
Leben und leben lassen, heisst mein Motto. Und damit fahre ich meistens sehr gut!
Mit etwas mehr Mit- und Füreinander statt Gegeneinander und etwas mehr Toleranz, Rücksicht, Verständnis und gesundem Menschenverstand steht einem friedlichen, entspanntem und harmonischem Leben mit oder ohne Kinder nichts mehr im Wege :-)!