Babyblues
von: Nathalie Sassine am: Mittwoch, 01.06.2011
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Was tun, wenn sie will und er nicht? Gehen oder bleiben und leiden?

Das Ticken wird lauter. Was tun?
Meine Generation (ich bin Jahrgang 1973) denkt erst spät(er) an Kinder. Beziehungsweise daran, welche in die Welt zu setzen. Nun werde ich dieses Jahr 38 (ich muss seit meinem Dreissigsten immer nachrechnen, wenn man mich nach meinem Alter fragt) und die biologische Uhr tickt immer lauter. Es hört sich mittlerweile natürlich mehr nach einer tickenden Bombe als nach einer harmlosen Tissot an.
Der aufmerksame Leser fragt sich jetzt vielleicht „Moment mal, hat die Sassine denn nicht schon zwei Kinder?“. Hat sie. Um sie geht es heute auch nicht. Ich möchte vielmehr über die vielen 38-jährigen Frauen sprechen, die eben (noch) keine Kinder haben. Aber sonst alles, was es dazu bräuchte.
Einen guten Job, den sie im Idealfall sogar gerne machen. Einen Partner, den sie – ebenfalls im Idealfall – über alles lieben. Was sie nicht haben: Nachwuchs. Obwohl sie eigentlich gerne welchen hätten. Oder doch nicht?
Meine Frage heute: Was tun, wenn ich eigentlich Kinder will, mein Partner mir aber klipp und klar mitteilt, dass er darauf verzichtet? Denn diese Frage stellen sich eine grosse, statistisch leider nicht belegte, Anzahl Frauen um die vierzig. So auch meine Bekannte. Nennen wir sie Karin.
Karin ist verheiratet, hat eine Stelle im Marketing, wird für diesen Job gut bezahlt und geht gerne arbeiten. Ihr Mann, ebenfalls ein Marketing-Mensch, hatte vor der Hochzeit einmal geäussert, er wolle mal Kinder haben, wann sei ungewiss. Heute sieht er das anders. Sein Leben gefällt ihm so, wie es ist, er mag keine Veränderungen. Und ein Kind, das wissen sogar Kinderlose, verändert ALLES.
Seine Begründung für diesen Richtungswechsel: Er habe über die Jahre seine Freunde beobachten können, wie sie sich „dank“ ihrer Kinder entwickelt haben. So definiert er Elternsein als „Mangelerscheinung“. Denn, mit der Bereicherung der Kinder tauchen gleichzeitig grosse Mängel auf: Mangel an Zeit (für Freunde), Schlaf (in den ersten zwei Jahren sicher), Interessen (zumindest frühere) und nicht zuletzt Mangel an Sex. Diese selbst durchgeführte Studie hat ihn dazu gebracht, sich der Kinderzeugung vollends zu entziehen.
Und sie? Seine Frau? Karin hört seine Argumente, versteht seine Einwände und ist vernünftig genug zu wissen, dass er in vielem Recht hat. Doch sie will ein Baby! Sie sieht nur noch schwangere Frauen und kinderwagenschiebende Mütter und Väter! Statt der letzten Manolo-Kollektion bewundert sie im Schuh-Shop die neusten D&G Kinderschuhe und als sie letzte Woche bei uns zu hause war, befürchtete ich einen Moment lang, sie würde meine Tochter kidnappen. Als ich mit ihr über meinen Eindruck spreche, fragt sie mich gerade heraus: „Was soll ich denn tun?“
Meine Antwort kam ehrlich, wenn auch unüberlegt, wie aus der Pistole geschossen: „Verlass ihn. Mit etwas Glück kannst du dich neu verlieben und doch noch ein Kind haben.“ Ich erschrak selber ein wenig ab meiner vehementen Reaktion (nicht, dass ich den Ruf hätte, besonders diplomatisch zu sein, aber trotzdem).
Doch bei näherer Betrachtung bleibe ich dabei. Denn kann dieser Mann wirklich die grosse Liebe sein, wenn er mit ihr kein Kind haben will? Obwohl sie ursprünglich unter dieser Prämisse geheiratet haben? Und kann eine Frau wirklich glücklich werden, wenn sie auf etwas so Grundsätzliches wie ein Baby verzichtet? Er kann seine Meinung ja nochmal ändern und ein Geriatrie-Daddy werden, sie nicht!
Und gleichzeitig frage ich mich natürlich, wie ehrlich eine Frau zu sich selber sein kann, wenn sie sich „neu verlieben“ soll. Wird sie einfach einen potentiellen Papi suchen oder wirklich offen für eine neue Beziehung sein?
Was hätten Sie meiner Bekannten geraten?
Mit Prämissen ist das so eine Sache, wie weit darf mich eine "Prämisse" verpflichten? Wo bleibt der Spielraum den sich das dynamische Leben- mitsamt Meinungsumschwung ab und zu- einfordert?
Interessant wär zu wissen wie stark die ehepartnerlichen Studienschlüsse auf Beobachtungen fussen, und welches Gewicht allfälligen begeisterten Vaterfreund Voten beigemessen wurde (oder sind die tatsächlich allesamt derart desillusioniert und Ehepartners Einstellung daher sehr verständlich?...)
Sehr an die Substanz gehend, doch der Fokus sollte auf der Partnerschaft liegen, wahre Liebe an der Wunscherfüllung festnageln? Und warum ist dann sein Wunsch weniger gewichtig als ihrer? Wegen der Prämisse? Die Chance auf einen Gesinnungswandel wird mit Druckansatz eher kleiner, eine kluge Strategie wäre gefragt. Und in der Zwischenzeit liessen sich allfällige Alternativen suchen, ein Engagement mit "fremden" Kindern, Mithilfe in Ferienlagern, da gibts viele Möglichkeiten- klar, die ersetzen nie ein eigenes Kind, aber ehrlich gesagt, nicht wenig Kinder sind froh dass sich jemand (ua aufgrund Kapazität wegen fehlenden eigenen Kinder) für sie einsetzen will.
Denn auch falls Ehepartner doch noch auf die alte Prämisse umschwenken sollte, ob es dann auch klappt steht nochmals auf einem anderen Blatt. Auch wenn ich allen Erfolg der Welt dazu wünschte.
Mit 38 ist eine Frau aus einer ganzen Reihe von Gründen sowieso zu alt, um Mutter zu werden.
1) im Blogeintrag genannt: Mutter und Vater sind in seinen Gewohnheiten festgefahren und geistig gar nicht mehr fähig, sich auf ein solches Abenteuer einzulassen, zu improvisieren, sich anzupassen, von Fall zu Fall das schlaueste zu tun.
2) Rapid abnehmende Fruchtbarkeit: 38-jährige bekommen selten mehr als ein Kind.
3) Schlechte körperliche Anpassungsfähikeit: 22-jährige Frauen sind vom Körper her elastischer, regenerationsfähiger.
4) Mangelnde Ausdauer: Mit 30 kann man noch am Karren reissen. Mit 40 nicht mehr.
Kurz und gut: Solche Fragen müssen sich nicht 38-jährige stellen sondern 25-jährige.
Pardon, das hier ist nicht ein Elternblog, sondern ein Grufti-blog.
@ max:
ziemlich gewagt, was du dir da herausholst. du magst mit der rapid abnehmenden Fruchtbarkeit recht haben, aber der Rest...
Mit 35 wurde ich Mutter von lebhaften, keineswegs "pflegeleichten" eineiigen Zwillingsjungs und es ist das beste, was mir in meinem Leben passieren konnte! Ich würde dies trotz zeitweise an die Grenze stossender Alltag (und vorallem Allnächte) ohne mit der Wimper zu zucken wieder tun!
Und dies zusammen mit Job im 50% Pensum...
Ich denke eher, dass ich mit 25 weder reif noch bereit für so eine Mammutaufgabe gewesen wäre. Da war ich einfach noch zu viel mit mir und meinem Leben beschäftigt...
Meinem Körper gehts bestens, er ist auch dank den Kindern gut im Schuss...Ich finde es anmassend und auch ein wenig traurig dass ich von einem Mann hören muss, wie "elastisch" mein Körper anscheinend ist oder sein sollte. Findest Du nicht, dass das jede Frau für sich entscheiden sollte?
Und ob man mit 40 noch am Karren reissen kann... ich hoffe doch sehr, dass Du das noch mit 60 kannst, sonst wird's dann langweilig im Sofa vor dem TV...
Nun werde ich nächstes Jahr 40 und denke über ein drittes Kind nach...
mit ersten grauen Haaren und etwas weniger straffen Bauch... ätsch!
@tanja
Auch die Väter sind mit 22 viel flexibler, anpassungsfähiger und können besser improvisieren, -- falls Ihnen diese Feststelleung gendermässig genüge tut. Es ist halt einfach die Wahrheit.
Wenn Sie mit 35 ihre Buben hatten, so sind sie fast 50 wenn die pubertieren. Glauben Sie mir, Sie werden sich bis dahin ausdauerleistungsfähigkeit einer 35-jährigen herbeisehnen.
Ich sage das nicht aus dem Leeren heraus, sondern weil ich diesbezüglich eine grosse Zahl von Gesprächen mit alternden Müttern geführt habe.
Nein, weder Sie noch ich werden mit 50 noch am Karren reissen wie das 30-jährige können.
max bullshit was Du hier alles raus läst, einfach nur Müll, im welchem Leben lebst Du?
Wenn Du keine Kinder haben möchtest, dann sag es einfach frei raus, niemand verurteilt Dich.
Sorry nur bullshit
@lilalou
Ich gebe Ihnen voll recht und danke vielmals für das Kompliment.
Also geschissen habe ich heute zweimal. Mich als Bullen zu bezeichnen, sehe ich als Kompliment an meine Manneskraft.
Also, was genau ist Ihr Problem?
Frauen haben mit 38 kaum noch Kinder oder höchstens eines. Frauen, die bis nach 30 warten mit Kinder bekommen halsen sich einen Haufen unnötige Probleme auf.
Die Fragen von Frau Sassine sollen sich 25-jährige stellen, nicht die Gruftis, die sich das Leben haben aus den Zügeln nehmen lassen.
@max
Ich weiss nicht, was Du oder Sie als Kompliment halten.
Was mein Problem ist?
Solche Aussagen die Sie machen.
Es ist doch heutzutage ganz klar, dass man zwischen 20 und 30j noch keine Kinder oder eine Feste Bindung eingehen will, man will das Leben geniessen Arbeiten, reisen und frei sein.
Wenn das nicht der fall ist, sind es meistens ups Kinder oder Leute die in einer Sekte sind und jung eine Familie gründen wollen (müssen.)
Ich finde es eine Frechheit das Sie Menschen als Gruffti bezeichnen die älter sind als dreissig, das ist unhöflich und Rassistisch.
Es ist überhaupt nicht wahr, nicht einmal einwenig wahr das man sich ab 30ig Probleme mit Kinder aufhalst.
Ich weiss ja nicht was Ihr Problem ist!!!!!!!
Wie mir scheint kommen Sie aus einer Familie die,die Mutter schon ein gewisses Alter hatte und Sie sich für Sie schämten als Sie ein Kind ein Jugendlicher oder ein Erwachsener waren.
Oder war sie sehr jung zu jung?
Oder Sie haben ein allgemeines Problem mit Eltern die sich für Kinder entscheiden.
Auch wenn ich fluche, muss ich Ihnen sagen, dass ich nicht bescheid wissen muss über Ihren Toilettengang, dafür kenn ich sie zu wenig, besser gesagt gar nicht.
Zur Info:
Die neue Generation, dass sind wir, können länger und mehr, so auch der Frauenzyklus, der geht nicht mehr nur bis 38ig.
Abgesehen davon, darf und kann jeder das tun im Leben was er will.
@lilaou: richtig, Wahlfreiheit! Aber dazu gehört auch die Freiheit sich früh für Kinder entscheiden zu dürfen ohne deswegen gleich das Sekten-oder "ups-Kind" Label verpasst zu bekommen!
Von Unileuten hab ich auch schon gehört dass es fast einfacher ist in den letzten Jahren des Studiums mit der Familiengründung anzufangen, offenbar studiert man dann gleich um einiges effizienter, und wenn die Kinder dann schon ein bisschen grösser sind kann man sich ohne Schwierigkeiten in die akademische Laufbahn werfen und hat noch alles vor sich.
Und bloss um noch einem allfälligen Missverständnis vorzubeugen, ich habe erst nach 30 geboren.
Ich konnte mir auch bis knapp über dreissig kein Kind vorstellen. Meine Liste DAGEGEN war viel länger, als die vom angesprochenen Ehemann. Bis ich meinen jetzigen Ehemann kennengelernt habe. Achtjährige Beziehung beendet, Leben in D aufgegeben, in die Schweiz gezogen. Es war überhaupt nicht mehr die Frage "OB", sondern "wann"??? Und auf den richtigen Zeitpunkt warten.. Blödsinn. Einfach machen. Meine Ansicht ist tatsächlich: wenn man mit über dreissig keine Kinder hat...und einer will... dann ist der Gegenpart der falsche Partner!
Und zum Thema Schlafentzug, Sexentzug etc... ich schlafe soviel, wie schon lange nicht mehr. Sex ist besser, als vorher und auch nicht weniger. Unsere Freunde finden es toll mit unserer Kleinen zu schäkern und haben vollstest Verständnid für uns. Man lernt durchaus nette andere Elternpaare kennen, was den Bekanntenkreis noch vergrössert... also alle "dagegen" vergessen! Ein Kind heisst einfach sich mit sich selber nochmal beschäftigen, auch ertragen sich selber mal zu reflektieren. Vielleicht hat der Mann davor Angst... aber dann ist er eh noch zu unreif und sowieso nicht der Richtige.
Sehr interessanter Artikel. Der Frau worum es geht im Artikel würde ich raten, sie müsse am Ende des Tages entscheiden, was ihr wichtiger ist. Ihre jetzige Mann, ohne eigene Kinder, mit allen seinen guten und schlechten Eigenschaften, oder die Chance nehmen und sich zu trennen, um einen Wunsch nach zu gehen welche vielleicht oder vielleicht auch nicht in Erfüllung gehen könnte. Nur sie kann ihre jetzige Partnerschaft genau Werten und wissen ob es eine lange tiefe Verbindung ist, oder ob sie sonst schon langsam auseinander geht und schlussendlich wie viel Mühe sie diser Beziehung gibt oder gegeben hat.
Oder sie könnte einfach ein Upskind erstellen, und hoffen er akzeptiert es. Das passiert auch, nehme ich an. Auch wenn es ein heikles Thema ist.
Auch früher gab es Frauen, die erst spät Kinder hatten und das gar nicht so selten. Meine Grossmutter ist noch im vorletzten Jahrhundert geboren, und hat im Alter von 39 bis 42 Jahren ihre Kinder geboren.