Sommerpause: Die besten Blog-Beiträge reloaded
Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht
von: Monique Brunner am: Mittwoch, 17.08.2011
Kaiserschnittmütter sind Mütter zweiter Klasse. Warum eigentlich?

Wenn ich das Wort Kaiserschnitt höre, fallen mir spontan die Begriffe Schmerz, Übelkeit, hilflos, schwach, gebrechlich ein: Fragebogen Userin 11.
Meine Tochter und ihr sechsjähriger Cousin führten jüngst ein Gespräch, wie Kinder auf die Welt kommen. «Mein Baby kommt bald hier raus», erklärte meine Kleine und zeigte auf den Bauch, den sie mit einem Kopfkissen gestopft hatte. «Iwo!», erwiderte ihr Cousin. «Die Babys kommen da raus, wo der Bisi rauskommt. Ganz da unten. Hier!» Meine Tochter schaute verdutzt drein. «Nein, das Baby ist doch kein Gaggi!», lachte sie und zog das Kissen unter ihrem Pulli hervor.
Für meine Tochter ist klar, dass Babys direkt aus der aufgeschnittenen Bauchdecke geholt werden. Sie und ihr Bruder wurden via Kaiserschnitt entbunden – eine grosse Narbe zeugt im wahrsten Sinn des Wortes von den grossen Einschnitten in meinem Leben. Die Kleine hat die Vernarbung hautnah mitverfolgt, das grosse Pflaster, die Naht gesehen, die Narbe miteingesalbt. Für sie hat der Kaiserschnitt ein Gesicht.
Bei meiner Tochter war der Kaiserschnitt geplant, sie lag in Beckenend- oder Steisslage. Bei meinem Sohn wollte ich eine Vaginalgeburt versuchen. Da sein grosser Kopf aber steckenblieb und die Wehen während zweier Tage keinen Fortschritt brachten, nahm er denselben Weg wie die Schwester. Beide Kaiserschnitt-Geburten waren für mich in keiner Weise traumatisch, dies sicherlich auch, weil ich mich mit dem Thema Kaiserschnitt vor der ersten Geburt ausgiebig auseinandersetzen konnte.
Manche der 162 Frauen im Alter von 20 bis 77 Jahren, die an dem Buchprojekt «Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht» teilgenommen haben, empfanden den Eingriff anders als ich. Viele von ihnen haben negative Erfahrungen mit der (ungeplanten) Schnittgeburt gemacht, fühlten sich ausgeliefert und laut Aussagen als «Versagerinnen». 44 Prozent sagten, der operative Eingriff habe die Mutter-Kind-Bindung gestört. 42 Prozent erlebten den Kaiserschnitt als Trauma.
Mein «Trauma» rührte eher daher, dass ich beim Rückbildungsturnen und in Gesprächen mit Vaginalgebärenden als Mama zweiter Klasse behandelt wurde. Gepriesen wurden diejenigen Mütter, die eine PDA verweigert hatten und die Geburtsschmerzen durchlitten hatten. Natur pur. Echtheit versus Künstlichkeit. Ich war das Weichei, eine, die das Schonprogramm gewählt, die ihr Kind ohne Vorwarnung aus dem Bauch herausgeschnitten hatte und welcher der sogenannte Love Channel wichtiger als das Kind war.
Da stand und turnte ich also, im Minenfeld Mutterschaft, und fragte mich: Ist es nicht einerlei, wie das Kind zur Welt kommt? Geht es nicht in erster Linie um das Wohl von Mutter und Kind? Warum sind Mütter automatisch Versagerinnen, wenn sie ihre Kinder nicht vaginal gebären? Ist es Ausdruck von Verunsicherung, weil in der Schweiz bereits jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt kommt?
Bei einer guten und zu allererst PROFESSIONELLEN medizinischen Versorgung, die State of the Art ist, die nicht von ideologischem Müll zugekleistert ist und von irgendwelchen Stereotypen der Klassifikation verbrämt ist, gibt es sehr selten ungeplante Kaiserschnitte, die diverse Risiken haben. Traumata entstehen daher wohl oft, weil den Muettern die gesamten Fallinformationen nicht mitgeteilt werden. dies oft, um die inkompetenz der betreuenden Aerzte zu kaschieren oder weil diese in ihrer Schulung nicht up-to-date sind. Complacency ist da das Stichwort.
Eine Mutter, die ihr Kind auf diesem weg zur Welt brachte, als Mutter zweiter Klasse zu betrachten, ist das Problem der Leute die diese Klassifikation machen, und nicht das Problem der Mutter.
Solchen Leuten sagt man hierzulande eigentlich nur go fuck yourself and mind your own business. Bei euch ist ein solcher Ausdruck natürlich oh pooh pooh... somit ist mir das Problem eigentlich echt ziemlich unverständlich. Stimmt. Es ist ja gar kein Problem.
Automatisch Versagerinnen? soll das ein Witz sein?
Welcher Planet ist das dort schon wieder? Ach ja, Swazyland. I see.
Ich habe beides erlebt und kenne die Thematik bestens.... oh je...was bin ich jetzt Versagerin oder nicht?
http://www.dieangelones.ch/2009/11/kaiserliches-ornament/
Für mich war mein erster Kaiserschnitt ein echtes Trauma. Sicherlich lag es auch daran, dass es ein Notfall war, die Herztöne meines Jungen gingen innert Minuten bachab und hätten die Ärzte nicht so schnell reagiert, gäbe es ihn heute nicht. ich bin der modernen Medizin also sehr dankbar dafür, weil sie es schafft, innert 10 Minuten ein gesundes Kind zur Welt zu bringen, während es vor ein paar Jahren undenkbar gewesen wäre.
Trotzdem empfand ich mich damals tatsächlich als Versagerin. Meine Freundinnen hatte alle Spontangeburten, ohne PDA oder anderen künstlichen HIlfsmitteln. Das wollte ich auch. Doch es kam anders und ich fühlte mich dem Club der "echten" Mütter nicht zugehörig. Es brauchte ein paar Jahre, bis ich darüber hinweg war und mich nicht schämte, wenn ich gefragt wurde, wie die Geburt meines Sohnes verlief.Ausserdem liest man immer wieder, Kaiserschnittkinder seien weniger durchsetzungswillig und die Mutterliebe einem solchen Kind gegenüber sei weniger innig, da das Geburtserlebnis fehle. Heute weiss ich, dass das totaler Schwachsinn ist und ich jedem, der weiterhin so etwas behauptet am liebsten den Mund stopfen würde.
Deshalb danke! Danke für diese Worte, die zukünftigen Kaiserschnitt-Mütter hoffentlich helfen werden, die Situation besser einzuschätzen und Andersdenkende einfach zu ignorieren.
Im prinzip ist es doch völlig egal wie das Kind auf die Welt kommt. Haupsache es ist gesund. Wäre der Kaiserschnitt nicht erfunden worden würden immer noch viele Kinder und Frauen währen der Geburt sterben.
Ich finde es nicht richtig wenn man einen Kaiserschnitt macht weil der Termin so planbar ist oder das Sternzeichen so grad besser zu passen kommt.
Für mich war der Kaiserschnitt der blanke Horror.Ich wollte den ganzen Tag nichts von meiner Tochter wissen,den mir war es so richtig übel,musste erbrechen und..........
Musste einen Kaiserschnitt machen,da sich meine Tochter im Bauch nicht drehen wollte und lies.
Bin ich jettz deswegen Mutter zweiter Klasse?
Ich kann einfach Frauen nicht verstehen,die einen Kaiserschnitt machen,weil sie keine Geburtsschmerzen wollen.
Bei einem zweiten Kind würde ich auf jeden Fall versuchen (normal) zu gebären,auch bei einer Steisslage.
Für mich war die Spontangeburt -wenn man es denn Spontan nennen kann, wenn das Kindl nach über 2 Stunden Presswehen aus einem rausgezerrt wird, weil es plötzlich schnell gehen muss- ein Horror hoch 10000 den ich NIE mehr erleben wollte. Ich wollte deswegen noch nicht mal ein 2. Kind haben. Durch eien Verhütungspanne wurde ich dann trotzdem schwanger und liess mich zu einer Spontangeburt überreden. Es endete nach anfäglichem wiederholendem Horror als Notkaiserschnitt, ein Spaziergang gegen das Erlebte. Kolabiert bin ich nach der "natürlichen" Geburt auch und konnte 2 Tage nicht aufstehen, was solls? Ich würde nur noch mit Kaiserschnitt gebären.
Naturgebärende die Wunschkaiserschnittmütter verurteilen sind das Letzte. Schreit Euch doch die Seele aus dem Leib wenn ihr Euch nur so gut fühlen könnt, aber lasst die Andern zufrieden. Diese Übermütter, die ihr angebliches Selbstbewusstsein nur daraus ziehen können, indem sie sich für das Gebären in die Steinzeit zurückversetzen und das auch den Kaiserschnittmüttern einreden wollen, gehen mir auf den Geist.
Ich bin vier fache Kaiserschnittmutter.Nein nicht weil ich extra einen Kaiserschnitt wollte.Nein , weil mein erstes Kind Steisslage war, mein zweites Kind zwar die wehen einsetzten und ich auch versuchen wollte es spontan zu gebären,doch der Kopf war so gross mein Becken zu eng und dann ab in den Ops.Dann waren die zwei Kinder die ich noch wollte klar das da nichts zu machen ist , alle sind per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen. Und ich muss sagen das habe ich auch alles erlebt, was....Kaiserschnitt....aber geht doch mal schauen was das heisst von früher.Wir als Mütter wären gar nicht hier oder vielleicht auch die Kinder nicht.So würde ich auch gerne helfen zu diskutieren
Diese Klassifikation ist das Produkt von Frauen, die wenig Selbstvertrauen besitzen.Ich hatte zwei Kaiserschnittgeburten im Abstand von 9 Jahren. Die zweite Geburt war wunderschön. Ich würde mich wieder dafür entscheiden.Auch habe ich mich nie als Mutter zweiter Klasse gefühlt.
Zum Thema Traumata möchte ich zu bedenken geben: auch "nicht-Kaiserschnitt-Mütter" können ein Geburtstrauma erleben! und sich als unzureichende Mutter/Frau fühlen... Ich denke nicht, dass dies (nur) mit der Geburtsart zu tun hat.
Ich hatte auch einen Notkaiserschnitt, fühlte mich aber während jeder Sekunde gut aufgehoben. Wir wurden immer sehr gut betreut, und dies obwohl ich nur allgemein im Kantonsspital war. Insgesamt war die zuständige Chef-Hebamme (oder wie auch immer man sie nennt) dreimal bei mir, um zu fragen, ob ich Hilfe brauche, den Kaiserschnitt zu verarbeiten. Ist das nicht überall so?
Auf dieser Seite findet man ansprechend aufbereitete Informationen zum Thema "pro und contra Kaiserschnitt" (http://www.mami2008.de/2008/09/04/pro-und-contra-wunschkaiserschnitt/).
Es liegt doch auf der Hand, dass nicht nur die Entscheidung eine Familie zu gründen, sondern auch die Art und Weise, wie man ein Kind auf die Welt bringen möchte, eine individuelle Entscheidung der Mutter bzw. der Eltern ist. Erschreckend, wie sich manch einer zu diesem Thema äußert. Es erweckt bei mir nicht nur Erstaunen, sondern lässt mich wirklich an der Vernunft und dem zwischenmenschlichen Respekt zweifeln. Wie bei der Erziehung von Kindern gibt es doch auch kein richtig oder falsch, zumal dies ja auch immer nur eine "was wäre gewesen, wenn..." Diskussion sein könnte. Jede Frau sollte die Entscheidung daran ausrichten, wie sie sich wohl fühlt und sich nicht von Unbeteiligten verunsichern lassen.
Ich selbst hatte letztes Jahr einen Wunsch-Wunsch-Wunsch-Kaiserschnitt ohne wirkliche medizinische Indikation. Die medizinische Indikation war lediglich, aber dank aufgeklärter und verständnisvoler Ärzte, meine übergroße Angst vor einer Spontangeburt, die vielerlei Ursprünge hat. Unter anderem die eindrucksvollen Berichte verschiedener Mütter, unter anderem auch meiner Mutter, die alles andere als einfache Geburten hatten. Außerdem an oberster Stelle meine Sorge, dass etwas nicht "normal" laufen könnte und ich dann auf das Können und die Tagesform des anwesenden Arztes angewiesen wäre, den ich im ungünstigsten Fall noch nie zuvor gesehen habe. Ich könnte ohne Weiteres noch viele Horrorszenarien aufzählen, die ich mir schon vor der Schwangerschaft ausgemalt habe, aber mir ist bewusst, dass ebenso andere Frauen mit Ängsten bezüglich eines Kaiserschnittes oder gar realen Erfahrungen aufwarten können. Aber das Schöne daran ist doch gerade, dass man in modernen, aufgeklärten Gesellschaften die Möglichkeit hat zu wählen. Für mich wäre es furchtbar gewesen, wenn ich diese Wahl nicht gehabt hätte. Mein Kaiserschnitt verlief wunderbar und ich freue mich jetzt schon auf die zweite Geburt. Das Ärzteteam war großartig und mit der Narbe bin ich hoch zufrieden. Auch war ich bereits am dritten Tag nach dem Kaiserschnitt in der Lage zu einem Stadtfest zu gehen. Mag sein, dass ich mich schneller erholt habe, da es bei mir ein absoluter Wunschkaiserschnitt war, aber das spricht ja gerade für eine bewusste Entscheidung. Ich möchte allen Frauen Mut machen, ihrem Bauchgefühl zu folgen. Ob Spontangeburt oder Kaiserschnitt, ob mit oder ohne PDA, ich wünsche mir einfach nur viele glückliche Mütter, welche die Geburt ihrer Kinder in guter Erinnerung haben. Ich selbst könnte nicht glücklicher mit meiner Entscheidung sein. Aber ich kann sehr gut verstehen, dass man sich im Vorfeld gut informieren möchte. Das war bei mir auch der Fall und ich hoffe, dass mein Kommentar Mut zur eigenen Entscheidung macht.
Nach der ganzen Hebammengehrinwäsche rund um die natürliche/sanfte/schöne/kraftvolle-was auch immer Spontangeburt war ich unglaublich enttäuscht als mein erstes Kind nach 15 Stunden Wehen und Geburtsstillstand per Kaiserschnitt zur Welt kam. Beim Erzählen des Geburtserlebnisses kamen mir noch drei Jahre danach die Tränen...
Ich fände es sehr wichtig, dass die Mütter neutraler an die verschiedenen Geburtswege herangeführt werden. Auf die Qualität des Mutterseins hat die Art der Geburt sicher keinen Einfluss!
Ich bin glücklich und stolz, dass ich mein zweites Kind spontan gebären konnte. Aber weil ich die Erfahrung haben wollte und nicht weil sich dadurch irgendetwas an meinem Muttersein geändert hat.
Richtige Männer freuen sich an gesunden Kindern. Wie diese auf die Welt gekommen sind, ist ihnen gleich. Das ist Frauensache.
Dass die einen Frauen die anderen als Versagerinnen behandeln, zeigt mir vor allem anderen das eine: Weiber finden immer einen Grund, um aufeinander herumzuhacken.
Komisch ist nur, dass die feministische Ideologinnen uns Männern vorgaukeln wollen, Frauen seien weniger konkurrenzorientiert und kooperativer.
Als Steuer und Prämienzahler bin ich der Meinung gibt es moderne, risikolose Verfahren, die Geburtsschmerzen zu bekämpfen, die erwähnte Epiduralanästhesie.
Kaiserschnitte sind nur in seltenen Fällen medizinisch notwendig. Aus diesem Grund bin ich im allgemeinen dagegen, für diesen modischen Blödsinn meine Prämiengelder herzugeben.
Mir tun all die Frauen leid, die dem Gesäusel von wegen "sanfte Geburt" etc. auf den Leim gehen und dann ganz brutal auf die Welt kommen, wenn sich die Wehen hinziehen, manchmal über Tage und Frau nur noch ein Schmerzensbündel ist. Ich wusste immer, schon als Kind, als ich die erste Geburt eines Kälbchens sah, dass für mich nur ein Kaiserschnitt in Frage kommt. War wunderbar, keine Schmerzen, keine irreversiblen Schäden am Körper, es ging dem Kind und mir immer bestens. Ich bin selbst auch ein KS-Kind. Als ich schwanger war und einen Moment überlegte, vielleicht doch konventionell zu gebären, riet mir meine Mutter entschieden davon ab. Ich bin froh, auf sie gehört zu haben. Keine Frau hat es verdient, solche bestialischen Schmerzen, die eine konventionelle Geburt auslösen, erdulden zu müssen. Ich bin sicher, wenn die Frauen wirklich wüssten, was auf sie zukommt, gäbe es noch viel mehr KS.
@Pippinator
Was soll dieses Märchen von den "bestialischen Schmerzen", die man angeblich nur mit einem Kaiserschnitt verhindern könne.
1) Sie selber haben offensichtlich nie Wehen erlebt.
2)Es gibt seit 150 Jahren ein gut erprobtes Verfahren zur Schmerzbehandlung, die Epiduralanästhesie.
Verwundert bin ich einzig, dass es in der Schweiz so wenig angewendet wird.
Wie gesagt, als Steuer- und Prämienzahler finde ich es ein Zumutung, dass ich für diesen ideologisch motivierten Schwindel meine Kohlen hergeben muss.
@max: was mich masslos aufregt ist, dass du 1. ein mann bist... folglich kannst du betreffend schmerzen etc. nicht mitreden (schmerzempfinden ist bei jedem menschen unterschiedlich) und 2. was hat das um alles in der welt mit den krankenkassenprämien zu tun????!!!!! kennst du den die Spitaltaxen? Ich glaube nein, dann lass es bitte besser sein solch einen müll zu schreiben.... und mit den steuern hat es noch weniger was zu tun............
Unglaublich wie sich dieser "Rösti-Graben" hält, als ob die Vaginal Gebärenden eine andere Sprache haben als die Kaiserschnitties... so individuell die Kinder, so individuell die Geburt! Was man nicht selber erlebt hat, da kann man nicht mitreden; eigentlich also eine überflüssige Diskussion. Und dennoch, es lässt keine kalt...
Selber per Kaiserschnitt gegegen meine Vorstellung gebären müssen, in einer Klinik, welche eine sehr niedrige Schnittrate von ca. 12% hat. Die eigene Enttäuschung ist das eine, die Enttäuschung über die Front der selbstgerechten herablassenden und heroischen vaginal Gebärenden das andere. Aber die Geschichten dahinter und wie es dazu kam, wollen sie dann nicht hören, weil sies kaum aushalten so etwas zu hören um sich zu schützen... Wenn ein Dialog stattfinden soll, dann bitte mit Interesse am Gegenüber; eine grundlegende Regel der Fairness... Und ich bin sicher, dass auch Vaginal Gebärende ihre Traumas haben und mit sich herumtragen. Schade, dass auch darüber nicht geredet werden darf! Schade, dass wir Frauen es uns selber schwer machen.
Das mit der "Geburt zweiter Klasse" habe ich auch so empfunden, es kam jedoch nie und nimmer von Aussen, von anderen Frauen, sondern ich war traurig darüber, dass mir das Erlebnis von Wehen und einer Vaginalgeburt nicht beschieden war. Ich hätte mir sehr gewünscht, dies erleben zu dürfen. Jänu, manchmal geht's im Leben halt nicht so, wie wir uns das wünschen.
Das Geburtstrauma kam dann trotzdem, jedoch nicht wegen des geplanten Kaiserschnittes (Steisslage und Plazenta vor dem Muttermund), sondern wegen schweren Komplikationen (Atemnotsyndrom beim Kind, hoher Blutverlust bei mir wegen Schnitt in die Plazenta). Jänu auch hier, lieber so als beide tot. Ein kleines Bisschen Trauer bleibt aber trotzdem und wir immer bleiben...
Ich hab den Kaiserschnitt nie als "Geburt zweiter Klassen" empfungen, denn gäbe es den nicht, wären wohl meine Tochter wie auch ich vielleicht nicht mehr am Leben und somit bin ich sehr dankbar!
Ich wusst, bzw. mein Arzt meinte im achten Monat, dass ich damit rechnen müsse, dass es einen Kaiserschnitt geben könnte, da das Baby recht gross war. Somit konnte ich mich schon mal damit auseinander setzen. Geplant wurde er aber nicht.
Ich lag auch fast 16 Stunden in den Wehen, nichts ging und dann wurden die Herztöne immer weniger und dann gings sehr schnell.
Zu sagen ist auch, sie war zu allem auch noch ein Himmelsgucker, hatte die Nabelschnur gleich zweimal um den Hals.
Somit bin ich sehr dankbar, war nie traurig darüber - ausser, dass ich so nicht ganz so schnell wieder auf den Beinen war.
Ich hatte 3 kaiserschnitte und danke dem Schicksal dafür! Habe und hatte nie ein Problem damit. Ich brauche nicht stundenlange Krämpfe, um mich als Mutter zu fühlen...
Dass natürlich gebärende Mütter mit IHRER Geburtsform prahlen und auf Mütter mit anderen (freigewählt oder nicht) Geburtsformen herabblicken ist mir auch schon aufgefallen. Wer sein Selbstvertrauen nur in der natürlichen Geburtsform aufbaut und im Ur- Muttersein sucht, kann einem nur leid tun. Diese Form von Frauenverständnis hat in der heutigen Zeit nichts verloren und solche Frauen können einem nur leid tun.