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Die Schlacht um den Mutterbauch
von: Nicole Althaus am: Dienstag, 02.08.2011
Frauen die zuhause gebären denken mehr an sich als an ihr Baby. Das behauptet das renommierte Medizin-Journal The Lancet. Kein Kompliment für Mütter.

Gefährden Frauen, die zuhause gebären, ihr Baby?
Es war ein einziger Satz. Doch der löste eine Lawine des Protestes aus. In den Medien, unter den Hebammen und vereinzelt auch Ärzten dies- und jenseits des grossen Teiches. Und natürlich unter Müttern und schwangeren Frauen. Denn der Satz zementiert eine Tendenz, die sich seit Jahren abzeichnet: Dass der Bauch einer Frau, ist sie einmal schwanger, allen gehört, nur nicht ihr selbst. Der Satz erschien im weltweit renommierten Medizin-Journal The Lancet und lautete:
Frauen haben das Recht zu entscheiden wo und wie sie gebären, aber sie haben nicht das Recht, ihr Baby damit zu gefährden.
Nun ist das ja durchaus ein Satz, den man unterschreiben könnte. Wenn er a) nicht in Zusammenhang mit Hausgeburten gefallen wäre und b) damit schwangeren Frauen unterstellt würde, dass sie vorsätzlich ihr Baby gefährden.
Der Satz ist nämlich das Fazit, dass der Lancet aus einer vergleichenden Studie des Maine Medical Centres in Portland, USA, zieht, die zum Schluss kommt, dass Hausgeburten dreimal häufiger mit einer Todgeburt enden als Spitalentbindungen. In dieser Studie wurden rund 342'000 Hausgeburten und 207'000 Klinikentbindungen in den USA und Europa analysiert und miteinander verglichen. Das Problem: Der Datensatz ist klein und es wurde offenbar nicht zwischen den geplanten Hausgeburten und den Notentbindungen zu Hause unterschieden.
Prompt begehrte der britische Hebammenverband auf und nannte die Autoren des Lancet tendenziös und frauenfeindlich. Das ganze sei nichts als ein geplanter Schritt in Richtung Medizinisierung von Schwangerschaft und Geburt.
Dieser Grabenkampf zwischen Medizinern und Hebammen ist nicht neu. Neu ist aber, mit welcher Heftigkeit er ausgetragen wird. Und neu ist auch, in welchem Mass man heute Schwangeren glaubt vorschreiben zu müssen, was sich gehört und was nicht. Der Amerikanische Verband der Gynäkologen versteigerte sich gar in den Kommentar:
Frauen die Zuhause gebären, beweisen, dass sie das Geburtserlebnis der Gesundheit des Babys vorziehen.
Das nun ist, mit Verlaub, keine qualifizierte medizinische Einschätzung, das ist eine verbale Ohrfeige. An alle Mütter, die eine Geburt als natürlichen Prozess und nicht als medizinische Intervention betrachten. Und an sämtliche Hebammen obendrein. Ich selber habe beide Töchter in Kliniken zur Welt gebracht. Ich bin deswegen weder eine bessere Mutter, noch käme es mir in den Sinn, meine Freundin, die eine Hausgeburt vorzog, zu verurteilen. Genau so wenig, wie ich mich daran störe, dass eine andere Freundin einen geplanten Kaiserschnitt wählte. Ich bin noch immer davon überzeugt, dass Frauen selber wissen und auch selber entscheiden sollen, was für sie das beste ist. Und ich bin mir sicher, dass Frauen dabei immer und zu allererst das Wohl des Babys im Auge haben. Und Sie?
Es ist (ebenfalls mit Verlaub) doch einfach zum Kotzen! Aber wundern tun es niemanden, im Zeitalter der Still-Ayatollahs (E. Badinter) und anderen Terroristen der "Wie-mache-ich-es-richtig?"-Sparte. Und wieso schreibt eigentlich niemand, weder Staat, noch Stiftungen noch sonst jemand den Männern vor, sie müssten soundso oft Windeln wechseln, Haus putzen und kochen?
Ich selber hatte erst beim dritten Kind eine Hausgeburt, die Ambiance war wundervoll und ich bereute, dass ich die ersten zwei nicht genauso zur Welt gebracht hatte. Aber damit ist es ja dann vielleicht bald vorbei, schade.
Die Unterstellung, dass Frauen den Wellnessgedanken haben beim Gebären ist wirklich sagenhaft. Ich nehm doch wirklich an, dass jeder Schwangeren die Gesundheit des Babys am wichtigsten ist.
Wellness!!! Sowas kann eigentlich nur ein Mann geschrieben haben. Oder jemand, der noch nie ein paar Stunden Wehen hatte und dem dann vielleicht völlig schnurz ist, wo sie sich gerade befindet, hauptsache, das Ding kommt raaaaus!
Aber es ist schon so, dass uns Frauen/Mütter mittlerweile überall reingeredet wird. Eine Freundin erzählte mir von diesem Typen, der sagte, er würde seiner Frau einen Kaiserschnitt also verbieten! ????
Oder aber die Stillberaterinnen im Spital: Wehe, du traust dich nach ein paar Tage zu zweifeln, ob Stillen wirklich das beste für dich und dein Kind ist. Die missbilligenden Blicke werde ich nie vergessen!
"Dass der Bauch einer Frau, ist sie einmal schwanger, allen gehört, nur nicht ihr selbst."
Oh ja, dieses Gefühl kenne ich! Ich kam mir manchmal vor wie in dem Film "Rosemary's Baby".
Eine Geburt ist und bleibt Sache der Frau, auch wenn manch Gebärende dieses "Privileg" während der Geburt noch so gerne weiter geben würde.
Soviel ich weiss ist bei einer Hausgeburt eine Hebamme dabei. Es ist also nicht so als würde sich eine Frau mitten im Winter alleine auf dem Jullierpass, sich von einem Felsen abseilend, gebären , nur weil sie so ein egoistischer Adrenalin-junkie ist.
Genau so wenig sind Frauen die sich für einen geplanten Kaiserschnitt entscheiden, einfach nur Memmen.
Fazit: Informiert euch über pro und kontra der verschiedensten Geburtsplätze- /methoden etc.
Entscheidet was euch am ehesten entspricht, macht es, geniesst es (oder auch nicht), und dann lasst den anderen Frauen das gleiche Recht zukommen, ohne Kritik und Besserwisserei.
Ich finde auch, dass es immer der Entscheid der Frau sein muss, wie sie gebären will. Allerdings finde ich es auch wichtig, die verschiedenen Risikoszenarien klar zu benennen, nur so kann ein Entscheid seriös gefällt werden. Wenn dann allerdings im Vergleich freiwillige Hausgeburten mit Notgeburten gleichgesetzt werden, sind solche Daten unbrauchbar. Also, noch mal von vorne, diesmal mit einer echten Studie. Es wäre schon wichtig, sich ein genaues Bild machen zu können. Ich kann mir gut vorstellen, dass Hausgeburten ein erhöhtes Risiko für das Kind bedeuten können, falls es zu unvorhergesehenen Komplikationen kommt, ist kein OP samt Team nebenan. Für mich wäre eine Hausgeburt nie, unter keinen Umständen in Frage gekommen, warum soll ich auf die Annehmlichkeiten der modernen Medizin verzichten? Risiko ja, wenn ich allein es bin, welche die Konsequenzen trägt, wenn ein anderer Mensch betroffen sein kann, muss das Risiko immer minimiert werden, vor allem dann, wenn der andere Mensch sich noch nicht für seine Interessen wehren kann. Da gibt es andere Herausforderungen. Wenn ich den Kick brauche, kann ich ja darauf trainieren, die Eigernordwand zu besteigen.
hmm..., ich hätte der mutter meiner kinder eine hausgeburt,als option schlicht und einfach verboten. warum sollte man neun monate intensiver sorgfalt und vermeidung unnötiger risiken im entscheidenden moment plötzlich mit einem nicht vernünftig begründbaren entschluss aufs spiel setzen? eine hausgeburt ohne komplikationen ist im endresultat auch nicht mehr wert als eine entbindung in der klinik. im fall von komplikationen aber beten sogar heiden für einen op und ein gutes team.
Dazwischen gibt es ja noch das Geburtshaus, wie in unserem Fall. Zwar entscheidet vor allem die Mutter. Ich war aber froh, dass bei uns keine Hausgeburt gewünscht war - wegen der Umstände und vor allem der ersten Tage danach. Etwas anders sehe ich die Entwicklung zu geplanten Kaiserschnitten - geht mich aber nur da etwas an, wo ich die Kosten über Krankenkasse mittragen muss.
Eine Hausgeburt käme für mich nur schon der "Sauerei" wegen nicht infrage.Aber eigentlich doch lieber zu Hause als im Auto, ebenfalls wegen der S... die ist glaub ich zu Hause einfacher zu beseitigen. Und im bericht an den weiterbehandelnden Arzt steht dann "ungeplante Geburt im Auto"!
Also wenn mein Mann mir eine Hausgeburt VERBIETEN würde, würde ich ihm VERBIETEN bei der Geburt dabei zu sein! Ich würde ja nicht aus einer Laune heraus entscheiden ach machen wir mal ne Hausgeburt sondern ich wiege Vor- und Nachteile ab und bespreche mich mit ihm. Er hat mir nichts zu verbieten und ich ihm auch nicht. Ausserdem wird KEINE Hebamme einer Hausgeburt zustimmen wenn offensichtiliche Komplikationen zu erwarten sind! Ausserdem bin ich viel sicherer bei meiner Hebamme, die mich seit Monaten kennt und mich und meine Reaktionen einschätzen kann als die Hebamme im Spital, wo 1/2 Std vor der Geburt noch Schichtwechsel ist.
Auch bin ich überzeugt das das Umfeld in dem ich gebäre sehr wohl auch einfluss hat auf die Geburt, denn nur wenn ich mich entspannen kann, kann ich loslassen und das Risiko für Komplikationen sinkt. Übrigens gibt auch Studien, die genau das Gegenteil beweissen. Nämlich erhöhte Sterblichkeitsraten bei Babys UND Mütter die im Spital entbinden. Das diese Studie keiner wirklich ernst nehmen kann sollte spätetstens dann klar sein, wenn man liest das eine Notentbindung (ohne Hebamme, ohne die richtige Infrastruktur und ohne Vorbereitung) einer geplanten Hausgeburt gleichgesetzt wird. FAZIT: Traue nie einer Studie die du nicht selber gefälscht hast ;-)
Hausgeburten (Notentbindungen nicht eingschlossen) sind so sicher wie Spitalgeburten. Studien hierzu:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37926/Geplante_Hausgeburt_so_sicher_wie_Entbindung_in_der_Klinik.htm
Oder Schweizer Nationalfondsstudie:
www.wirhebammen.ch/Hausgeburtenstudie.pdf
@Mueti: Sauerei? :-) Ich glaube Sie haben falsche Vorstellungen von der Menge Körperflüssigkeiten (oder sonstiges) welche man während der Geburt verliert. Hatte eine Hausgeburt und kaum "Sauerei". Alles eine Frage der Vorbereitung.
Mehr Dreck und Schmierereien gibts bei unserer jährlichen Konfi-Koch-Aktion.
Ich denke Männer wie Frauen können sich ihre Gedanken über das Thema machen und auch ihre Meinung dazuhaben. Aber am Ende bekommt ja doch die Frau das Baby. Und ich finde es befreiernd für uns Frauen heute, dass wir einfach die Wahl haben. Jetzt sollten wir achtsam sein, dass durch ebensolche Studien nicht versucht wird, die Kontrolle über den Körper der Frau zu übernehmen.
Ich habe zwei Kinder zu Hause entbunden, davon das Erste in Steisslage (im Krankenhaus hatte man mir einen Kaiserschnitt angetragen)und völlig ohne Komplikationen. Die Hebamme kam auch beide Male mit der nötigen Ausrüstung und einem fundiertem Fachwissen, plus jahrelanger Erfahrung. Heute warte ich wieder auf eine Geburt, die dritte. Diesmal gehe ich ins Krankenhaus, weil ich mittlerweile 40 bin und mir als Mutter die Gesundheit meines Babys am Herzen liegt, auch wenn ich lieber zu Hause gebären würde. Und ich bin wie gesagt froh, das ich die Wahl habe...
ein artikel der auf mutmaßungen und ausdemkleinenfingergezogenem besteht. das einzige was es hierzu sagen gibt ist, dass eine hausgeburt gefährlich für mutter und kind sein kann und sie auf keinen fall der ambulanten geburt vorgezogen werden sollte. keine frau muss zeigen, dass sie es alleine schafft etc... am ende hat keine(r) etwas davon.
hier ein gutes interview mit der gyn-oberärztin vom SMZ-ost in wien: http://www.babylog.at/2011/stories/interview-mit-dr-heidrun-flores-genger/