Fertig Nossa!

von: Rita Angelone am: Dienstag, 10.07.2012

Die Musik und Songtexte von Kinderliedern sind eingängig. Das gilt auch für die Hitparaden-Musik; hier jedoch ist der Inhalt alles andere als kindergerecht.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kinderlieder, Musik und Verslein sich eignen, kleine Kinder zu fördern. Musikalität fördere spielerisch die Sprachfähigkeit, bei der es ebenfalls um Melodie und Rhythmus gehe. Auch Eltern können die Musikalität fördern. Egal, ob Kinderlieder oder alte Schlager, Hauptsache, die Erwachsenen singen mit Freude mit.

Unsere Buben singen viel und gerne: in der Krippe, im Kindergarten, in der Pfadi, zu Hause und im Auto. Im Auto meist zu unseren «erwachsenen» Liedern. Und das ist irgendwie doch nicht so gut. Finde ich jetzt plötzlich. Denn: Was soll  ich  dem Grossen, der sich bereits für Englisch interessiert, antworten, wenn er mich fragt, was Tayo Cruz eigentlich so singe? Soll ich ihm wirklich erklären, was ein Hang-Over ist? Und wovon man den kriegt?

Es tut auch einfach weh in den Ohren, wenn die Buben im Hintergrund Wiz Khalifas Song naiv nachträlleren und wir Eltern vorne dazu hören, es sei egal, besoffen zu sein und Gras zu rauchen, da man schliesslich jung, wild und frei sei.

Noch verstehen unsere Buben nichts von all dem, was sie singen. Doch die erste Englischlektion naht in grossen Schritten. Aber es ist ja nicht mal das Englisch, das mir Sorgen  macht, sondern viel mehr das Portugiesische bzw. diese brasilianische Song-Welle, die uns alle erfasst hat: Was soll ich dem Kleinen sagen, der wissen will, weshalb Michel Telo beim Nossa-Song so komische Bewegungen mit Hand und Becken macht? Soll ich ihm wirklich sagen, dass er am liebsten einfach nur ein Mädchen packen möchte? Und wozu denn genau?

Zum Glück ist der Nossa-Hype Geschichte. Doch der nächste Hype steht bereits vor der Tür: Gusttavo Limas «Balada» ist nach dem haargenau gleichen Muster gestrickt. Nur die Handbewegungen sind anders, aber nicht minder zweideutig... (ab Minute 1.20 auf dem Video ersichtlich). Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Erklären des «Tchê tcherere tchê tchê-Songs»!

Hören Ihre Kinder auch Hitparaden-Musik? Verstehen sie schon, was sie singen? Wie viel erklären Sie ihnen?

 

Kommentare

von: Erika am: Dienstag, 10.07.2012

Bei uns läuft sehr selten Radio, meistens Musik ab iPod. Die Rocksongs bergen auch viel Erklärungspotential. Doch mehr in Richtung Alkohol & Co. Egal welches Thema: einfach unverkrampft angehen und möglichst kindergerecht erklären, dann klappt's :-)

von: Brigitte am: Dienstag, 10.07.2012

Zum Glück nimmt man die englischen Texte gar nicht so wahr, wenn man ein Lied hört. Würde man diese wirklich genau übersetzen, könnte man die Lieder wohl kaum mehr hören können, so blöd sind die Texte häufig.

von: Trulla am: Donnerstag, 12.07.2012

Bin genau Erikas Meinung. Ausserdem, das klingt jetzt alles so negativ.... bei uns läuft wie bei Erika selten Radio und oft Rock. Und die haben sehr oft positive Texte, da gehts ums Leben und die Liebe und Freundschaft. Das ist halt mit dem ganzen Hitparadenschrott ;-))))))))

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