Wenn Kinder Pornos schauen

von: Nathalie Sassine am: Montag, 08.10.2012
Tags: MinderjährigPorno

Wie würden Sie reagieren, wenn Sie auf dem Computer Ihres Kindes Pornos finden. Ein Vater teilt seine Reaktion mit der ganzen Welt. Und wirkt dabei ziemlich cool.

Was tun, wenn Kinder Pornos schauen?

Während ein (anonym bleibender) Vater den Computer seines 13-jährigen Sohnes säubert, entdeckt er Pornos auf der Harddisk. Viele Pornos. Daraufhin schreibt er seinem Sohn einen Brief: «Hör zu, ich war auch mal 13 und es nicht so lange her, als dass ich mich nicht daran erinnern könnte. Ich bin nicht böse oder so. So ist das Leben und ich hab’s auch gemacht.»

Weiter erklärt er seinem Sohn, da gäbe es «Seiten, die völlig sicher sind» und listet sogar zwei davon auf. Ausserdem wolle er «Mami nichts sagen und ich werde auch keine grosse Sache daraus machen. Wenn du dies ignorieren willst, dann kann ich das auch.» Der nachsichtige Vater beendet seinen Brief mit «Ich liebe dich und könnte nicht stolzer sein».

Dies gilt nun bei vielen als die coolste Art, auf eine solche «Entdeckung» zu reagieren, sein Post auf Reddit hat bereits über 6'000 Kommentare gesammelt, wobei nicht alle positiv sind. Experten kritisieren vor allem, dass er kein Wort darüber verliert, dass Pornos nicht realistisch sind und mit wahren Gefühlen nichts zu tun haben.

Was denken Sie? Ist er wirklich cool oder hat er falsch gehandelt? Und wie hätten – oder haben – Sie reagiert?

Kommentare

von: Teilzeitpapi am: Montag, 08.10.2012

Naja, irgendwann hatte ich auch mal einen Playboy. Aber was heute nur einen Mausklick resp. Domaineingabe entfernt ist, dazu hatte ich noch keinen Zugang und ich bin in meinen 30ern.

Ich habe mir fest genommen, nicht wie meine Eltern die Aufklärung Bravo und dem technischen Biologie-Unterricht zu überlassen, sondern hoffentlich nicht zu früh und nicht zu spät mit den Kindern über Liebe und Sexualität zu reden. Wozu neben vielem anderen auch gehört, was Pornos sind und nicht sind. Vielleicht werde ich auch mit den Kindern darüber reden, dass es verschiedene gibt, inzwischen auch feministische.

Sowas macht schon nachdenklich:
http://www.youtube.com/watch?v=-7U1l0RKtyU

von: Teilzeitpapi am: Montag, 08.10.2012

"fest vorgenommen" müsste es natürlich richtig heissen.

von: Brunhild Steiner am: Montag, 08.10.2012

"So ist das Leben und ich hab’s auch gemacht.»"
Was dem Sohn dann aber noch fehlt, der Erfahrungsvorsprung und das darüber informiert werden, was die Pornos ihrerseits "gemacht haben", wie der Vater die Diskrepanz der Schauspielwelt zur realen, gerade auf einem sehr sensiblen und persönlichen Gebiet auf die Reihe bekommen hat, was es mit seinem Bild von Sexualität, erfüllter Begegnung, dem Bild von/über Frauen etc usw gemacht hat.
Ob er sich ein erfülltes Sexualleben resp das Entdecken davon auch ohne Pornokonsum vorstellen kann- und falls nein, warum nicht, plus noch viele Fragen mehr.
Denn das "hab das auch gemacht" gilt auch für die Gegenrichtung.

von: Sportpapi am: Dienstag, 09.10.2012

Einen Brief geschrieben? Ein Gespräch von Mann zu Mann wäre da eher angemessen. Nicht mit erhobenem Zeigfinger, sondern offen und ehrlich. Was mir aufstösst: Weshalb sollte ich deshalb "nicht stolzer" sein? Ich liebe dich - vielleicht sogar trotzdem - hätte gereicht.

von: anonym am: Dienstag, 21.05.2013

naja, ein direcktes gespräch wäre vielleicht noch besser, aber mir wäre es sehr unangenehm mit meinem vater darüber zu reden.

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