Wie viele Kinder sollens sein?

von: Rita Angelone am: Dienstag, 02.10.2012
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Eine Frau muss bezüglich Kinderwunsch und Kinderzahl Red und Antwort stehen. Worauf zielen die Fragen bloss ab?

We are family: The Brady Bunch (TV-Serie).

Als ich noch keine Kinder hatte, fragte man mich die ganze Zeit, weshalb ich keine Kinder hätte und ob ich denn wirklich keine wolle. Natürlich war mit dieser Frage eigentlich gemeint, ob ich denn keine bekommen könne. Und natürlich war mit dieser Frage auch gemeint, dass ein Leben ohne Kinder, eine Partnerschaft ohne Familienpläne einfach sinnlos sei.

Als ich dann – endlich! – ein Kind hatte, wollten alle wissen, ob es bald schon ein Geschwisterchen bekommen würde. Weil nur ein Kind zu haben, einfach nur egoistisch sei von den Eltern und viel zu traurig für das Einzelkind. Als das Geschwisterchen – was? so rasch? – unterwegs war, fragten alle, weshalb ich mir das antun wolle, wo ich doch schon mit einem Kind überfordert sei. Ein Kind sei zwar zu wenig, zwei Kinder seien aber doch irgendwie zu viel.

Mit zwei Buben kam dann auch relativ rasch die Frage, ob ich denn nicht noch ein Mädchen machen wolle. Als ob zwei Buben eine Second Best Variante darstellten, die man mit einem Mädchen etwas aufwerten könnte. Und als ob das Geschlecht eine reine Willensfrage sei.

Nachdem sich die dauernde Fragerei irgendwann mal aber doch etwas gelegt hatte, werde ich neuerdings mit der Frage konfrontiert: «Habt Ihr Euch auch schon überlegt, ein drittes Kind zu bekommen? Wie Zanellis oder Brüggers?» Bei dieser Frage ist mir allerdings noch nicht ganz klar, worauf sie wirklich abzielt: Wollen die Fragenden mein wahres (auch schon beim ersten Kind zu hohes!?) Alter in Erfahrung bringen oder einfach nur wissen, ob ich überhaupt noch Sex habe?

Anyway. Mich interessiert nicht, was Zanellis oder Brüggers machen und wie viele Kinder sie auf die Welt stellen wollen. Ich wünsche mir jedenfalls bestimmt kein drittes Kind, nur weil es in unserem Bekanntenkreis plötzlich ein Hype ist, möglichst viele Kinder zu bekommen. Was mich vielmehr interessiert, ist, weshalb die Qualität eines Lebens, einer Partnerschaft oder einer Familie über die Anzahl Kinder definiert werden soll und wie es dazu kommen kann, dass solch persönlichen Fragen mir nichts dir nichts gestellt werden können.

Welche Fragen hat man Ihnen gestellt, als Sie noch keine Kinder hatten bzw. als Sie zu viele oder zu wenige Kinder hatten? Und was haben Sie darauf geantwortet?

Kommentare

von: Sarah Brändle am: Dienstag, 02.10.2012

Unsere Jungs sind 16 Monate auseinander und jetzt 5&4 Jahre alt!
Einige in unserem Umfeld wissen natürlich ganz genau, dass nun die Zeit da ist für ein drittes... Nur mein Mann und ich wissen dies nicht:-)))
Immer gut wenn andere mehr wissen:-)
Sie befürchten es werde mir zu langweilig:-))) hihihi, klar doch:-)

von: Nicole am: Dienstag, 02.10.2012

Ach, diese doofen Fragen...Als ich damals im Bekanntenkreis erzählt habe, dass wir heiraten folgte sogleich die Frage, ob ich schwanger sei.... Ich habe dann meinem Chef im Büro gleich die "Ängste" weggenommen und ihm gesagt: "Ich heirate, aber ich bin nicht schwanger!" Er hat mich halb entsetzt, halb belustigt, angeschaut. Das habe er nicht fragen wollen, meinte er. Aber er hätte es sich wohl gedacht, sagte ich...
Nach der Hochzeit hat man mir dauernd auf den Bauch geschaut oder geguckt, ob ich noch ein Glas Wein trinke oder nicht.... Dann bin ich auch gefragt worden wie du auch... (Eine Kollegin von mir sagte immer "Leider nein" auf die Kinderfrage, weil sie eben keine Kinder bekommen können, und dank dem Zusatz "Leider" blieben dann weitere Rückfragen aus....).
Nach dem ersten Kind kam natürlich auch die Frage nach einem zweiten. Und seit wir dieses haben, sind die Fragen weitgehend verstummt. Schliesslich entsprechen wir auch dem Klischee der "richtigen" Familie mit Bub und Mädchen... ;-) Wir haben auch alle Fragen nach einem dritten Kind deswegen verstummen lassen, weil ich immer mal wieder erzähle, was wir jetzt schon alles verschenkt haben an Babysachen....

Generell gilt für mich: Möglichst auf Durchzug schalten bei solchen Fragen und extrem kurzangebunden antworten. Dann bleiben Nachfragen oft aus. Und selber würde ich sowas nie, nie, nie fragen. Die Frauen und Männer, welche mit mir dieses Thema besprechen wollen, fangen schon selber damit an, wenn sie was wissen wollen.

Wenn wir alle uns etwas vornehmen würden, weniger zu fragen und einfach nur zuzuhören, was uns erzählt wird, dann würde es uns nicht nur betreffend diesem Gebiet wohl besser gehen.....

von: Gaby am: Dienstag, 02.10.2012

Grässlich, diese Fragerei - nicht? Bei uns hört die Fräglerei so langsam auf, wird doch unser "armes Einzelkind" doch schon bald 5 Jahre alt.

Jeder Familie am liebsten soviele Kinder, wie sie in der Lage ist, gut betreuen zu können.

Mann kann es sowieso nie allen recht machen............

von: Stephanie am: Dienstag, 02.10.2012

Ich bin im 8. Monat schwanger mit dem zweiten Kind und wurde tatsächlich letzte Woche gefragt ob ich noch ein drittes will.... :). Ist in etwa so ein guter Zeitpunkt wie während den Presswehen.

von: Nadja am: Dienstag, 02.10.2012

oh wie ich das kenne.... musste mir von meinner schwägerin sagen lassen das 1 kind kein kind ist :-( naja sie haben 3 und sind halt voll im trend. und weil ich erst mit 32 mutter wurde war ich auch noch alt!
nach dem zweiten kind wird immer wieder gefragt das hört glaub erst auf wenn ich in den wechseljahren bin :-)

von: Birgitt am: Mittwoch, 03.10.2012

Bevor unser erster Sohn geboren wurde, wurde ich auch des öfteren gefragt. Als ich aber dann unseren 2. Sohn im 5. Monat SS verlor, hat sich dann keiner mehr getraut. Bei Nummer 3 haben uns alle gratulieret und gefreut. Bei meiner 4. SS waren dann aber wieder alle entsetzt. Das Risiko sei so gross und drei Kinder doch so umständlich (Urlaub, Sitter usw.)....
Am besten man geht einfach seinen Weg und nimmt den Rest mit Humor.

von: Angelina am: Donnerstag, 11.10.2012

Stellt euch vor - wir haben 3 Jungs!!! Die betroffenen und bemitleidenden Blicke solltet ihr mal sehen wenn ich das erzähle... Und dann fragen die doch tatsächlich, ob wir nicht noch ein Mädchen wollen??? Klar doch - wir machen einfach weiter, bis es dann mal ein Mädchen gibt, egal wenns dann schlussendlich 10 Kinder sind... Feingefühl lässt manchmal zu wünschen übrig... Und ehrlich - sind meine 3 Jungs denn weniger wert als ein Mädchen?? Warum tue ich allen leid? Meine Jungs sind toll und ich bin seeeehr stolz auf sie!

von: Sarina am: Freitag, 12.10.2012

Die ersten Kinder waren Zwillinge, als wir dann das dritte Kind erwarteten, waren alle doch recht überrascht - gingen davon aus, dass es nicht geplant war. Als ich mit dem vierten Kind schwanger war, waren vorallem die Schwiegereltern geschockt - und beim ersten Besuch nach der Geburt des 4. Kindes fragte mich der Schwiegervater, ob ich nun Unterbunden sei!!! Das fand ich dann schon recht heavy. Ich hätte es noch verstanden, wenn ich überfordert gewesen wäre und die Eltern dauernd hätten aushelfen müssen. Aber das war nie der Fall. Auch finanziell mussten sie nie aushelfen. Ich werde auch heute noch gefragt, ob ich weitere Kinder gerne hätte. Aber das stört mich nicht. Da ich echt noch gerne weitere hätte. Aber jetzt ist fertig, mein Mann möchte auf keinen Fall mehr weitere Kinder und hat sich unterbinden lassen. Schlussendlich muss es für die Eltern passen und wie mans macht, irgendjemand findet immer was zu meckern ;-)

von: Irene am: Montag, 15.10.2012

Also Gabi, wie kann man nur ein Einzelkind haben, gell... Uff. Unseres wird bald 12 und ich bin ü40, da fragt zum Glück keiner mehr. Auch weil die Leute jetzt offenbar gemerkt haben, dass Einzelkinder keineswegs verzogene, vorlaute, altkluge und asoziale Kinder sind sondern ganz "normale". Falls es das überhaupt gibt. Mir ist auch egal, wie viele Kinder die Meiers und Hubers haben. Wie gut jemand zu den Kindern schaut und wie sehr er sich um die Erziehung kümmert, hängt nämlich nicht von der Anzahl Kinder ab. Genau so wenig spielt es für das Glück der Kinder eine Rolle. Ein Kind mit 6 Geschwistern kann genau so glücklich oder unglücklich sein wie ein Einzelkind.

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