von: Rita Angelone am: Dienstag, 15.05.2012
Schönheit vor Gesundheit: Damit Mamas Bauch schön flach bleibt, verkürzen Models die Schwangerschaftsdauer.

Ihr Kapital ist der Körper: Heidi Klum mit Sohn am «Sünnele».
Heidi Klum hats bereits vor Jahren vorgemacht: Jeweils nur wenige Wochen nach der Geburt ihrer Kinder lief sie wieder mit ultraflachem und megastraffem Bauch über den Laufsteg. Und nicht etwa in einigermassen normalen Kleidern, nein, in superknappen Bikinis.
«Was für Gene! Was für eine Disziplin! Was für ein Personal Trainer hinter dieser blitzschnellen Rückbildung stecken mussten», dachte ich damals noch. Natürlich vermeldete die Presse damals schon, dass Frau Klum ihre Kinder alle per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht hatte. Persönlich dachte ich mir aber nichts Böses dabei, als dass Frau Klum wohl einfach den Geburtsschmerz nicht in Kauf nehmen wollte.
Heute vermute ich schwer, dass Frau Klum bereits damals einfach «too posh to push» war, zu deutsch «Zu schick, um zu pressen». So heisst nämlich das vermeintlich neue Phänomen, das vor allem in Amerika innerhalb der Kreise der Schönen und Reichen Schule macht und nichts anderes bedeutet, als ein Kind bereits im 8. Monat mit einem geplanten Kaiserschnitt auf die Welt zu holen, um die extreme Dehnung der Bauchdecke im letzten Monat zu umgehen und dadurch entsprechend rascher zur Idealfigur zurückzufinden.
Uns naiven Frauen hierzulande ist die westliche Vorliebe von Promis für Kaiserschnittgeburten zwar schon lange aufgefallen, auf ihren wahren Hintergrund haben uns aber erst die sich kürzlich häufenden Meldungen über Models gebracht, die alle einen Monat zu früh ihr Kind per Kaiserschnitt gebären und ein paar Wochen danach bereits wieder auf dem Catwalk zu bestaunen sind. Wie Schuppen fällt es uns nun von den Augen: Mit Geburtsschmerz-Phobie hat dieser Kaiserschnitt-Hype nichts zu tun. Es handelt sich schlicht und einfach um eine Diätform!
Wie blöd sind wir normalsterblichen Mütter eigentlich, die zum Teil um jeden weiteren Tag beten, den unser Baby in unseren Bäuchen noch ausreifen kann – egal, wie viele Schwangerstreifen und -kilos zusätzlich unseren Bauch verunstalten werden?
Quelle: blick.ch
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von: Nathalie Sassine am: Montag, 14.05.2012
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Das aktuelle «Time» Magazin schockiert mit einem Cover, das die Diskussion um das Langzeitstillen weltweit neu anheizt. Doch ist es wirklich so schlimm?

Das Magazin «Time» schockiert mit dem aktuellen Titelblatt.
Die Provokation soll natürlich die Verkaufszahlen ankurbeln, offensichtlich ist das der Redaktion des «Time» Magazins auch gelungen. Die hübsche Mutter und ihr Dreijähriger (und ja, wir hoffen, es handelt sich tatsächlich um Mutter und Kind und nicht etwa um Models. Das Trauma des Kleinen wäre wohl sonst eine weitere Forums-Diskussion wert) gehen einer «Beschäftigung» nach, die der Kinderarzt William Sears bereits in den Neunzigern propagieren. Bereits 2010 hatten wir hier darüber berichtet, die Reaktionen auf meinen damals schon kritischen Text waren entsprechend nicht ausgeblieben.
Und auch das «Time» Magazin hat zahlreiche Reaktionen auf das Cover und natürlich den Inhalt des Artikels erhalten. Der Titel «Sind Sie Mutter genug?» gab dem Ganzen den Rest. Der Text beschreibt den neuen Trend zur Extrem-Mutterschaft, sozusagen die Verschiebung vom «Helicopter-Parenting» zum «Klammeraffen-Säuge-und-Muttertier». Den Trend gibt es auch in Europa schon, man denke da nur an die vielen Artikel zum Thema Stillen und Familienbett. Wie in allem, sind wir Europäerinnen (und Schweizerinnen) jedoch nicht ganz so schlimm mit dem Verurteilen von anderen Methoden.Der Gedanke, dass Mütter stillen sollen, wenn sie wollen (und können) hat sich bei uns eingebürgert.
Auch wenn ich denke, dass Langzeitstillen in unseren Breitengraden wenig mit den Bedürfnissen unserer Kinder als mit denen von uns Müttern zu tun hat. Loslassen ist schwer, das erleben wir jeden Tag. Ensprechend würde ich nicht von einer Zwangs-Mutterschaft, sondern viel eher von einer Zwangs-Zuneigungsbekundung seitens des mit drei immer noch gestillten Kindes sprechen. Denn ein Dreijähriger kann sich nur loslösen, wenn man ihn lässt. Praktisch ist das Stillen allemal, das leuchtet sogar mir ein. Nötig? Ich weiss nicht.
Wie war Ihre instinktive Reaktion auf dieses Titelblatt. Jööh? Oder wääk?
von: Nathalie Sassine-Hauptmann am: Freitag, 13.04.2012
Geburten dauern heute länger als noch 1960. Wieso das so ist, weiss die Wissenschaft. Und was fangen wir damit an?

Für diesen Moment geht man durch die Hölle. Länger als nötig?
Eine erstmals werdende Mutter liegt heute 2.6 Stunden länger in den Wehen als noch vor 50 Jahren. Im Durchschnitt, versteht sich. Wissenschaftler des National Institutes of Child Health and Human Development haben die Geburtenerlebnisse tausender Frauen untersucht. Einmal für den Zeitraum 1959 bis 1966 und dann von 2002 bis 2008. Dass die zweite Gruppe eher dazu neigte, Medikamente zu verlangen oder sich eine PDA zu legen, leuchtet ein. Unlogischer scheint auf den ersten Blick die Veränderung in der Dauer. Liegt es an eben diesen Medikamenten? Und ist eine längere Geburt gut oder schlecht für’s Baby? Und für die Mutter?
Gemäss den Apgar-Ergebnissen sind «moderne» Babies gesünder, früher starben auch mehr Kinder während der Geburt. Dann ist ja alles gut, oder nicht?
Doch würden Frauen sich vielleicht gegen eine PDA entscheiden, wenn sie wüssten, dass die Geburt dann doch länger dauert? Oder anders gefragt: Wieso haben wir während der Schwangerschaft nie etwas davon gehört, dass Schmerzmittel ev. die Geburt rauszögern? Hätten sie anders gehandelt, wenn Sie geahnt hätten, dass der Horror (oder wie soll ich den Akt, eine Wassermelone durch eine zitronengrosse Öffnung zu pressen, sonst bitteschön nennen?) noch länger andauern würde, wenn sie ihn einfach hätten geschehen lassen, statt ihn medikamentös zu bekämpfen?
Vielleicht nicht. Denn Wehen tun weh und man will sie nicht, basta. Oder was meinen Sie?
Link zur Studie.
von: Rita Angelone am: Dienstag, 03.04.2012
Sue Tollefsen, die älteste Mutter Grossbritanniens, hatte geglaubt, als 57-Jährige genug fit und gesund zu sein, um ein Kind aufziehen zu können. Ein Irrtum, wie sich herausstellte.

Grosses Glück und doch ein Fehlentscheid: Sue Tollefsen mit ihrer Tochter.
Die derzeit älteste Mutter der Schweiz ist 66 Jahre alt. Sie hat kürzlich zwei Knaben zur Welt gebracht. Die Frau war extra in die Ukraine gereist, um sich ihren späten Kinderwunsch erfüllen zu können. Vermutlich schwebt sie heute noch im 7. Himmel und geniesst jeden einzelnen Augenblick mit ihren beiden Babys.
Die Freude könnte allerdings von kurzer Dauer sein, wenn sie ein ähnliches Schicksal ereilen sollte wie Sue Tollefsen, die älteste Mutter Grossbritanniens. Diese löste im 2008 eine Kontroverse aus, als sie mit 57 Jahren eine Tochter bekam, nachdem sie sich künstlich befruchten liess, und zwar in Russland, weil sie von britischen Kliniken wegen ihres zu hohen Alters abgewiesen wurde.
Kritiker warfen Sue vor, sie sei viel zu alt, um Mutter zu werden. Doch Sue hatte zu jenem Zeitpunkt keinerlei Bedenken. Schliesslich ging sie mit dem Kopf durch die Wand, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Gar über ein weiteres Baby dachte sie damals noch nach.
Und nun der Sinneswandel, die bittere Reue! Ihre Tochter bekommen zu haben, sei zwar das Beste, was ihr in ihrem ganzen Leben widerfahren sei, aber dennoch ein Fehler gewesen, gesteht sie den Medien. Als die Tochter zur Welt gekommen sei, hätte sie sich noch voller Energie gefühlt und gedacht, sie würde sich für immer fit und gesund fühlen. Aber in ihrem Alter ermüde sie nun doch sehr schnell – insbesondere jetzt, nach ihrer schweren Krankheit. Als frischgebackene Mutter wurde Sue nämlich von einer lebensbedrohlichen Krankheit getroffen, die sie realisieren liess, dass sie wohl nicht mehr so lange leben würde, um ihre Tochter aufwachsen zu sehen.
Diese Erfahrung hat Sue zum Schluss kommen lassen, dass das Höchstalter, um Kinder zu bekommen, bei maximal 50 Jahren liegen sollte. Aber solange man keine eigenen Kinder habe, könne man dies nicht begreifen und akzeptieren. Es sei leider wahr, aus Fehlern lerne man, und ihr Fehler sei gewesen, nicht früher Kinder bekommen zu haben.
Was sollen wir dazu sagen? Wir können nur hoffen, dass Sue und alle ihre Pendants in der Schweiz und der Welt noch lange gesund mit ihren Kindern leben dürfen. Andererseits hoffen wir auch, dass diese so traurige Reue in die Entscheidungsfindung älterer Frauen mit Kinderwunsch einfliesst. Denn auch wenn wir jeden noch so späten Kinderwunsch gefühlsmässig nachvollziehen können, es gibt leider Grenzen und Sue hat sie mit einem Fusse schon übertreten.
Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie von dieser Reue lesen?
von: Veronica Bonilla Gurzeler am: Mittwoch, 14.03.2012
Eine Marktlücke schliesst sich: In der neu eröffneten Antilaus-Praxis in Zürich geht es den krabbelnden Plagegeistern an den Kragen.

Auch ohne Kopfläuse ein «Luusmeitli». (Foto: Veronica Bonilla Gurzeler)
Die Laus, das muss zerknirscht eingestanden werden, hat das 21. Jahrhundert äusserst erfolgreich in Angriff genommen. War in meiner Schulzeit Lausbefall etwas, das wir nur vom Hörensagen kannten, sind Schweizer Schulen und Horte heutzutage teilweise flächendeckend und oftmals monatelang verlaust.
Mit häufigerem Haarewaschen wird man das Ungeziefer nicht los, «es wird bloss sauberer», sagt Lausfachfrau Sibylle Hauser trocken. Bitter: Gegen die chemischen Shampoos gibts bereits Resistenzen. Wer den Kahlschlag der kindlichen Haarpracht nicht übers Herz bringt, muss Stunden mit einer Tätigkeit zubringen, die man früher vor allem von Bildern aus weniger zivilisierten Ländern kannte.
Das muss nicht mehr sein! Jetzt – endlich! – gibts in Zürich die erste professionelle Lauspraxis der Schweiz. Versprochen wird: Entfernung ohne Chemie, dafür mit Lausfrei-Garantie. Also nichts wie hin mit dem Lausmädchen! In der klinisch-nüchternen Praxis, die früher ein Coiffeursalon war, erwarten uns Sibylle Hauser und ihre Kollegin Claudia Crevenna in weissen Schürzen und Hauben; der Lousebuster, eine Mischung zwischen Staubsauger und Föhn, steht parat. 30 Minuten dauert Behandlungsschritt Nr. 1: Mit heisser Luft aus dem Lousebuster (knapp erträglich) werden Läuse und Nissen systematisch ausgetrocknet: Etwas länger, je nach Ausmass des Lausbefalls und Haarlänge, dauert Behandlungsschritt Nr. 2: Das Haar wird befeuchtet, die getoastetenTierchen mit Laus- und Nissenkamm minutiös entfernt.
Gründerin des Unternehmens, von dem wir uns schon mal Aktien sichern wollen, ist ETH-Lebensmitteltechnologin und Geschäftsfrau Sibylle Hauser. «Dass Läusen und auch alle anderen Insekten heisse Trockenheit schlecht bekommt, weiss ich aus einer Vorlesung Entomologie», sagt die Mutter einer Tochter, die mit Läusen selbst einschlägige Erfahrung gemacht hat. «Der Lousebuster hat mich aus wissenschaftlicher und praktischer Sicht überzeugt.» Das Gerät wurde von einem amerikanischen Wissenschaftler erfunden, seine Wirksamkeit wurde in klinischen Studien erprobt.
Von Sibylle Hausers Forschergeist zeugt ein Mikroskop, unter welchem ich sogar das Blut im Leib der eben gefunden Läuse sehe, das diese meiner Tochter gesaugt haben. Nach 1,5 Stunden ist das Wunder vollbracht – das Lausmädchen ist lausfrei!
Weitere Infos
www.antilaus.ch
www.lousebuster.com
von: Rita Angelone am: Mittwoch, 22.02.2012
Auch wenn Sie es als werdende oder frische Mutter kaum glauben werden: Es wird die Zeit kommen, da Sie sich wieder frei bewegen können.

Wenn die körperlich anstrengende Baby- und Kleinkindphase ein Ende findet, werden Sie als Frau wie neugeboren. (Bild: iStockphoto)
Sie begann ganz schleichend, die Einschränkung meiner persönlichen Bewegungsfreiheit. Genau genommen begann sie vor sechs Jahren, mit meiner ersten Schwangerschaft. Mit jedem Kilo, das ich zusätzlich auf die Waage brachte, reduzierte sich mein Bewegungsradius Meter für Meter. Bis zum Schluss war ich nur noch in der Lage, mich ein paar wenige Schritte weit bis zur nächsten Sitzgelegenheit zu schieben. Trotz grösstem Respekt freute ich mich auf die Geburt, auf die regelrechte Entbindung von dieser Last und auf die Rückeroberung eines grösseren Auslaufs. Was ich damals nicht wissen konnte: Die neunmonatige, schrittweise Kürzung der Leine war erst die Vorbereitung auf die eigentliche Zeit im goldenen Käfig, die mit der Geburt meines ersten Sohnes begann.
Mein Universum schrumpfte schlagartig auf ein paar wenige Quadratmeter zwischen Stubenwagen, Wickeltisch und Stillsessel. Wenns hoch kam, bekam ich Auslauf bis ins Badezimmer, wo ich ein paar Minuten in Ruhe duschen, oder gar bis ins Schlafzimmer, wo ich mich – natürlich neben dem Kleinen – einen Augenblick lang hinlegen konnte. Den täglichen Einkauf tätigte in den ersten Wochen der Kindsvater, an auswärts Kaffeetrinken und Zeitunglesen war nicht zu denken, und Shopping kam rein schon figurtechnisch nicht in Frage. Völlig im Babyblues versunken, sah ich kein Licht am Ende des Tunnels: Würde ich je wieder etwas Normales tun? Ganz alleine für mich?
In denselben, fast unbemerkbaren kleinen Schritten gewann mich die Welt aber wieder zurück: Das Türchen meines goldenen Käfigs öffnete sich, die Leine liess sich mehr und mehr dehnen, und mein Fuss wurde – im Nachhinein betrachtet und einschliesslich einer Wiederholung des ganzen Prozedere doch überraschend schnell – von der Gefängniskugel befreit! So bewege ich mich heute wieder als freier Mensch und fühle mich als Frau wie neugeboren! Ich verfüge über einen Körper, der seinen normalen Schwerpunkt wieder gefunden hat, und über zwei Hände, die nicht mit Babyhalten beschäftigt sind, sondern mit denen ich in aller Ruhe genüsslich einen Cappuccino trinken, eine Zeitung lesen oder bis zur Erschöpfung in Kleidern wühlen kann. Der unendlich lang erscheinende, dunkle Tunnel liegt weit zurück, und statt nach Babyblues ist mir heute wieder nach Rock’n’Roll: «I’m walking on Sunshine, uoh, uoh, uoh – and don’t it feel good?»
Und wie es sich gut anfühlt! Frühling, du kannst kommen – ich bin bereit!
von: Rita Angelone am: Dienstag, 31.01.2012
Um Zwillinge ranken sich jahrhundertealte Mythen. Wie viel Wahrheit steckt in ihnen oder sind es bloss Ammenmärchen?

Wer ist Hanni, wer Nanni? Sophia und Jana Münster als Hanni und Nanni im Film «Hanni und Nanni» (2010)
Als ich kürzlich in einem Restaurant gegenüber Zwillingen im Kinderwagen sass und deren Mutter beim abwechslungsweisen Füttern beobachtete, schossen mir einige Fragen durch den Kopf: «Müssen Zwillinge gleich gekleidet sein? Haben sie beide zur selben Zeit Hunger? Mögen sie denselben Brei? Essen sie gleich viel? Entwickeln sie sich folglich gleich weiter? Darf man Zwillinge überhaupt trennen?»
Zwillinge waren immer schon Gegenstand von Mythen und Vorurteilen. Insbesondere Eineiige wirken rätselhaft und faszinieren immer wieder aufs Neue. Doch, welches sind die Ammenmärchen, die sich zum Teil seit Menschengedenken hartnäckig halten? Und wie viel Wahrheit steckt in ihnen?
Ihre Geburt
- Zwillinge müssen per Kaiserschnitt geboren werden.
Eine Frau ist grundsätzlich fähig, Zwillinge natürlich zu gebären und längst nicht alle Zwillinge kommen per Kaiserschnitt zur Welt. Spricht man über drei oder mehr Kinder, besteht in der Tat ein erhöhtes Risiko und in solchen Fällen wählt man den Kaiserschnitt.
- Zwillinge kommen immer zu früh auf die Welt.
Die Wahrscheinlichkeit von Frühgeburten in einer Zwillings-Schwangerschaft ist etwas höher. Gemäss Hebammen erfolgt die Geburt von Zwillingen im Schnitt allerdings in der 37. Woche. Viele Zwillinge kommen auch in der 40. Woche auf die Welt.

Ihr Aussehen
- Eineiige Zwillinge kann man nicht unterscheiden.
Kennt man eineiige Zwillinge gut, sieht man auch die feinen Unterschiede: So können sie verschiedene Stimmen oder Gesichtsausdrücke haben. Die Fingerabdrücke sind immer unterschiedlich.
Ihr Verhalten und ihr Wesen
- Zwillinge sehen nicht nur gleich aus, sondern verhalten sich auch gleich.
Zwillinge tendieren dazu, ihr Verhalten als Reaktion auf den anderen zu intensivieren und auszuweiten. Dieses Phänomen ist als Twin Escalation Syndrom bekannt: Zwilling A weint, Zwilling B weint lauter. Im Gegenzug weint Zwilling A gar noch lauter und so weiter und so fort.
- Einer ist gut, einer ist böse.
Das Wesen von Zwillingen unterscheidet sich nicht mehr als dasjenige von gewöhnlichen Geschwistern. Aber da Zwillinge oft beweisen wollen, dass sie sich unterscheiden, neigen sie dazu, ihre Individualität und ihre Unterschiede stärker zum Ausdruck zu bringen.
- Der Erstgeborene ist ein Führer, der Zweitgeborene ist ein Mitläufer.
Die Geburtenfolge hat keinen Einfluss auf Zwillinge. Aber wird Zwillingen ständig gesagt, dass einer von ihnen älter ist, beginnen sie oft, sich entsprechend zu verhalten.
- Zwillinge sind die besten Freunde.
Obwohl das Band zwischen Zwillingen einzigartig ist, geniessen Zwillinge auch die Freundschaft mit anderen Kindern und sind nicht in jedem Fall automatisch die besten Freunde.
- Zwillinge sind ständig im Konkurrenzkampf.
Auch Zwillinge sind dem Phänomen der Geschwisterrivalität unterworfen. Nicht mehr und nicht weniger, als gewöhnliche Geschwister.
Ihre Erziehung und ihr Leben
- Es ist doppelt so anstrengend, Zwillinge gross zu ziehen.
Wie die Liebe kann auch die Arbeit der Eltern nicht quantitativ gemessen werden. Die Arbeit kann auch als einfacher betrachtet werden, als gewöhnliche Geschwister gross zu ziehen, weil Zwillinge sich gegenseitig als Spielkamerad haben und Eltern nicht ständig Unterhalter sein müssen. Und der doppelten Arbeit kann schliesslich die doppelte Freude angerechnet werden!
- Eineiige Zwillinge sind weniger intelligent, da sie sich ein Gehirn geteilt haben.
Im Kleinkindalter erscheint ihre Sprache im Vergleich mit gleichaltrigen Kindern oft etwa ein halbes Jahr unterentwickelt. Diese leichte Verzögerung, die jedoch im Laufe der Entwicklung ausgeglichen wird, lässt sich auf verschiedene Besonderheiten im Aufwachsen von Zwillingen zurückführen und hat nichts mit verminderter Intelligenz zu tun.
- Zwillinge sollten nicht gemeinsam zur Schule.
Es gibt keine Beweise dafür, dass es vorteilhaft ist für Zwillinge, in getrennten Klassen platziert zu werden. Jedes Zwillingspaar ist anders und viele verschiedene Faktoren – wie z.B. die Dynamik ihrer Beziehung oder ihr individuelles Lernverhalten – spielen für den Entscheid eine Rolle.
- Eineiige Zwillinge leiden unter den gleichen Krankheiten.
In vieler Hinsicht ist dies der Fall, da eineiige Zwillinge einen ähnlichen Genotyp haben. Aber ihre Gesundheit hängt auch von Lifestyle-, Umwelt- und anderen Faktoren ab.
- Zwillinge «fühlen» sich gegenseitig auf Distanz.
Da Zwillinge viel Zeit miteinander verbringen, haben sie eine tiefere Empfindlichkeit, wie es aber auch Eltern und Kinder, Eheleute oder auch gewöhnliche Geschwister haben können. Weil Zwillinge oft ähnlich denken und handeln, können sie die Gedanken des anderen «lesen» oder Entscheidungen «vorhersehen».
Quellen: Bundesamt für Statistik, Myths about Multiples
Welche Erfahrungen haben Sie mit Zwillingen gemacht? Was ist wahr an diesen Mythen?
Weitere Beiträge und nützliche Links
• Glück im Doppelpack?
• Zwei auf einen Streich
• www.mehrlingsverein.ch
• www.twinmedia.ch
• www.zwillings-family.ch
von: Nathalie Sassine am: Donnerstag, 08.12.2011
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Soll ein Kind wissen, wenn es vom Samenspender abstammt? Unbedingt! Inzucht könnte sonst die Folge sein.

Wie fast jeden Tag, spielen meine Kinder draussen mit einem halben Dutzend anderer Kinder aus der Nachbarschaft. Ich schaue ihnen zu und manchmal ertappe ich mich dabei, sie mir als Jugendliche, ja gar als Erwachsene vorzustellen. Sie kennen diese Situation, nicht wahr? Aber haben Sie sich dabei schon gefragt, ob diese Kinder irgendwie verwandt sein könnten? Und wenn sie sich als junge Erwachsene verlieben, gar Inzucht betreiben würden? Wohl kaum.
Würden Sie jedoch in Kalifornien wohnen, wäre diese Befürchtung gar nicht so weit her geholt. Samenspende sei dank bangen die Behörden in gewissen kalifornischen Städten seit einiger Zeit um die Volksgesundheit. In einem Land, in dem die Samenspende lukrativ (sowohl für den Spender als für die Bank) und banal geworden ist, befürchtet man heute, es seien zu viele Kinder einer selben Stadt miteinander verwandt. Und somit steigt die Gefahr der genetischen Krankheiten im Falle von ungewollter Inzucht. Die ethische Debatte ist (wieder) lanciert.
Denn im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind auch die Samenspenden meist unbegrenzt. Schätzungen zufolge werden in den Staaten pro Jahr 30'000 bis 60'000 Kinder dank Samenbanken und deren Spender geboren. Und nur die wenigsten davon begrenzen die Anzahl ihrer Spenden. Für alle anderen sind Viel-Spender sehr lukrativ, wieso sollte man also die Maschinerie stoppen? Jeffrey Harrison, ein Hippie, der in einem Camper am Venice Beach lebt, erzählt im Dokumentarfilm Donor Unknown (bei uns zu sehen auf Arte, Frühling 2012), er habe in den Achtzigern während zwei Jahren seinen Lebensunterhalt dank Samenspenden finanziert. Heute ist er der biologische Vater einer ganzen Horde kleiner Kalifornier.
Naomi Cahn, Autorin von Test Tube Families: Why the Fertility Market Needs Legal Regulation (Reagenzglas-Familien: Wieso der Fruchtbarkeitsmarkt rechtliche Regeln benötigt) bemängelt genau dies. „Wenn ein und derselbe Spender 50 oder 150 Kinder in ein und derselben Gemeinde zeugen kann, sind die Gefahren für Inzucht und genetische Krankheiten nicht zu unterschätzen. Vor allem wenn man bedenkt, dass die meisten Kinder ihre Herkunft nicht kennen, also nicht einmal ahnen, dass Papa nicht der biologische Papa ist und die Nachbarskinder Halbgeschwister sind.“ Sie prangert die Gesetzgebung an, dem Recht auf Kinder mehr Gewicht zu geben als den Kinderrechten.
In den USA ist die Samenspende schon lange nicht mehr überall anonym. Die Sperm Bank of California beispielsweise erlaubt es den Kindern nach ihrem 18. Geburtstag, ihren biologischen Vater zu kontaktieren, wenn auch ohne Recht auf irgendwelche Forderungen. Viele Familien machen von dieser Möglichkeit Gebrauch, da sie glauben, ein Kind habe ein Recht darauf, zu wissen, wo es herkommt.
Die Schweiz ist diesbezüglich viel strikter. Auch bei uns ist Samenspende weit verbreitet, über tausend Inseminationen finden jährlich in Schweizer Kliniken statt. Die Samenspende ist bei uns im Fortpflanzungsmedizingesetz geregelt. Gemäss EJPD schützt dieses die Gesellschaft vor Missbrauch mit den Genen und hält fest, dass ein Schweizer Spender höchstens acht Kinder zeugen darf, um eben genau dieses Risiko zu mindern, dass sich später zwei Halbgeschwister verlieben und fortpflanzen. Auch muss er viele Kriterien wie Alter, Ausbildung und Gesundheit erfüllen. Dasselbe Gesetz erklärt das „Kindeswohl zum obersten Grundsatz“. Deshalb ist es auch verboten, anonym zu spenden. Das Kind muss in der Schweiz von Gesetzes wegen die Möglichkeit haben, seine Herkunft zu erfahren. Das Kindsrecht scheint bei uns offensichtlich wichtiger zu sein als das Recht auf Kinder.
Wie man seinen Kindern beibringt, dass der Papa ein Reagenzglas war, steht natürlich auf einem anderen Blatt.
von: Monique Brunner am: Donnerstag, 10.11.2011
Kaum im Kindergarten wird meine Tochter zur Nahrungsmittel-Neurotikerin. Warum bloss teilt man Esswaren in rot, grün und gelb ein?

Es gibt Süssem Saures: Das Znüni-Monster.
«Ich will nie wieder was Süsses in meiner Znüni-Box haben», schimpfte meine Tochter, als sie nach Hause kam. «Nie wieder.» «Nie mehr.» Eigentlich hätte ich Halleluja rufen sollen, denn meine Tochter ist ein süsser Zahn. Aber genau deshalb war ich beunruhigt.
Was war geschehen? Ich hatte es gewagt, die Ernährungstipps des Bundesamtes für Gesundheit zu ignorieren und meinem Mädel anstatt eines gesunden Apfels ein muntzigkleines, ein Fünfliber-kleines Biberli (wohlgemerkt: neben Vollkornbrötchen und Gurkenschnitzen) als Snack in den Kindergarten mitzugeben.
Nichtsahnend hatte meine Tochter dieses um 10.05 Uhr hervorgekramt und zu essen begonnen, als das Geschrei ihrer Gspändli losging. «Sie hat was Süsses, sie isst was Süsses!!!!!!!!!»,trompeteten die Zweitkindergärtler, die in unmittelbarer Nähe meiner Tochter sassen. Die Kleine erstarrte vor Schreck und warf das angebissene Biberli sogleich wieder in ihre Box − so zumindest habe ich es in ihrer Znüni-Tasche vorgefunden.
Sie war beleidigt und wütend auf mich: Ich hatte sie ins Messer laufen lassen. Fortan fragte sie, was ich in ihre Znüni-Box gelegt hatte und ob es denn wirklich alles «grüne» Sachen seien. Grün heisst nämlich: gut, gesund und zahnschonend. Gelb ist schon nicht mehr so toll, davon gibt’s Löcher. Und Rot, da holt einen der Teufel.
Meine Tochter hatte bis anhin ein recht unverkrampftes Verhältnis zum Essen. Sie wusste, dass sie Salat und Gemüse nicht mochte. Dass sie davon aber mindestens ein, zwei Bissen essen musste. Sie wusste, dass es Süssigkeiten nur in Massen gab, und dass sie Früchte essen durfte, soviel sie wollte – mit einer Ausnahme: keine Banane unmittelbar vor dem Znacht.
Die Idee des gesunden Znünis im Kindergarten und in der Schule, um «eine Reduktion der Karies bei Kindern herbeizuführen und das Trink- und Essverhalten in eine gesunde Richtung zu lenken», finde ich löblich. Wieso aber eine frische Aprikose (grün) gesünder sein soll als eine getrocknete (gelb), begreife ich nicht. Auch nicht, dass eine Banane für ein Kindergartenkind schlechter sein soll als für ein Schulkind. Welche Logik auch immer dahinter steht: Ich stelle mit Bedauern fest, dass sich meine Tochter zur kleinen Neurotikerin mit Ampel-Essverhalten entwickelt, und das finde ich alles andere als gesund.
von: Andrea Strahm am: Mittwoch, 02.11.2011
Adipös, pummelig, dünn, magersüchtig. Wann besteht eigentlich Handlungsbedarf?

Kampfzone Gewicht: Mädchen auf der Waage. (Foto: iStockphoto)
Wir reden nicht von den Extremen – wenn der Kinderarzt oder die die Ärztin aufschreit, dann ist der Fall ja klar. Aber die Entwicklung bahnt sich langsam an. Ab wann muss man reagieren, wenn das eigene Kind langsam aber sicher allzu pummelig oder dünn wird? Soll man eingreifen, soll man schweigen?
Als meine Töchter zwischen 12 und 15 Jahre alt waren, nahmen sie einmal eine Freundin mit in die Skiferien, die altersmässig etwa dazwischen lag. Das Mädchen trank literweise Orangensaft, rümpfte über das Essen die Nase und ass fast nichts. Ich fragte sie, was ihr denn schmecke, und da kam es aus: Sie fand sich zu dick. Dabei schlotterten die Kleider nur so an ihr rum. Ich widersprach und schaute der Sache noch ein, zwei Mahlzeiten lang zu. Schliesslich sprach ich Klartext: dass sie im Wachstum sei, richtig essen müsse, sie sonst nicht mehr wachsen würde. Und dass ihre schönen Haare leiden und die Fingernägel abbrechen, wenn sie nicht richtig isst. Riesenaugen glotzten mich erschrocken an. Und ich schlug vor, dass sie nun einfach mal nach Herzenslust essen solle, und wenn sie 18 Jahre alt und aus der Wachstumsphase sei, würde ich mit ihr vor den Spiegel stehen und wir würden zusammen schauen, wo sie zu dick sei und ob Handlungsbedarf besteht.
Zu meiner Verblüffung klappte das, sie ass, und als wir sie ablieferten, passte sie noch immer in ihre Kleider. Heute ist sie längst volljährig, hat eine super Figur, und ich habe nie mit ihr vor den Spiegel stehen müssen.
Tatsache ist allerdings, dass ihre Mutter damals nicht gefunden hat, sie sei zu dünn. Selber immer pummelig machte diese Diät an Diät und impfte ihrer Tochter ein, dass man nicht früh genug mit Aufpassen anfangen könne, denn Abnehmen sei unglaublich schwierig, wenn nicht unmöglich.
War sie also zu dünn, oder war sie es nicht? Hätte sie normal gegessen, wäre mir wohl nichts aufgefallen – manche Kinder sind halt einfach Spargeln. Es war das Essverhalten, was mir auffiel.
Ein Nachbarskind hatte ebenfalls eine Mutter, die ständig Diäten machte und ihren Kindern ganz genau auf den Mund schaute. Ass die Kleine zu viel, war ihr die Aufmerksamkeit gewiss: Sie wurde bekniet, beschwatzt und es wurde ihr zugeredet, sie solle doch um Himmels willen weniger essen. Was sie nicht tat, denn so hatte sie die Aufmerksamkeit ihrer Mutter auf sicher. Heute hat sie die Kurven ihrer Mutter – wen wundert’s.
Kriegen Kinder allzu viel Aufmerksamkeit über ihr Essverhalten, benutzen sie dies: entweder sie machen aus Trotz das Gegenteil dessen, was die Mutter möchte, oder sie bemühen sich, es ihr Recht zu machen. In beiden Fällen hören sie nicht mehr auf ihren Hunger, sondern provozieren die Reaktionen der Eltern. Im einen Fall werden die Mahlzeiten zum Kampfgebiet, im andern kriegen die Kinder so ihre Streicheleinheiten. Und dann ist es nicht mehr weit zur Entwicklung einer ausgewachsenen Adipositas oder Anorexie, und damit kommen dann weder Eltern noch Kinder mehr alleine klar.
Fazit: Vermutlich sollte man nicht zu rasch in Panik geraten, wenn der Nachwuchs in die eine oder andere Richtung ausschlägt. Einfach ignorieren ist dennoch nicht richtig. Seine Beobachtungen mitteilen, das dürfen Eltern durchaus. Wer aber dauernd auf den Mund seines pummeligen Kindes starrt und meckert, sobald es etwas isst, zerstört mehr, als er erreicht. Ebenso derjenige, der ein dünnes Kind dauernd zum Essen nötigt. Gelassenheit ist angesagt, das Wichtigste in der Erziehung und das Schwierigste.
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