von: Rita Angelone am: Montag, 07.05.2012
In den Elternschlafzimmern spielen sich nachts für nachts kleine Dramen ab.

Da gibts nur ein Mittel: Ohren zu und durch! (Bild: iStockphoto)
Kaum ist man durch das Tränental schlafloser Nächte hindurch, weil die Kinder nun problemlos ihre elf Stunden am Stück schlafen, eröffnet sich im elterlichen Schlafzimmer ein neuer Abgrund: das Schnarchen der Männer. Denn oft trifft es sich, dass Männer – wenn Kinder endlich zu guten Schläfern mutieren – in Richtung 40 driften. Dieses Alter markiert den Beginn der Schnarchkarriere auch für Männer, die vorher nie oder nur selten geschnarcht haben. Mit 40 schnarchen bereits rund 60%, Tendenz steigend.
So spielen sich in Elternschlafzimmern nachts für nachts – während die Kinder tief und fest schlafen – kleine Dramen ab, die von aussen betrachtet banal erscheinen, doch für die betroffenen Mütter verheerende Folgen haben können. Schliesslich ist Schlafentzug eine Foltermethode und freuten sich Mütter, diese Tortur während der Kleinkindphase überlebt zu haben, sehen sie sich nun mit dem nächsten Martyrium konfrontiert. Dieses wird aber kein Ende nehmen, sondern Jahr für Jahr schlimmer werden.
Mütter fürchten sich wieder vor der Nacht. Sie hoffen, vor ihren Männern einzuschlafen. Doch diesen Wettkampf verlieren sie naturgemäss immer, denn kaum liegen Männer flach, schlafen und schnarchen sie. Sie suchen also aktiv die Löffelstellung, doch nicht, weil ihnen nach Sex mit schnarchenden Monstern wäre, sondern weil sie damit als Keil das Kippen ihrer Männer in die Schnarchen fördernde Rückenlage verhindern wollen. Doch die physikalischen Kräfte lassen sie auch diesen Kampf verlieren.
So bleibt ihnen nichts anderes, als sich Nacht für Nacht Ohrstöpsel so tief in beide Gehörgänge zu bohren, bis ihnen das Gehirn schmerzt und zu explodieren droht. Immerhin: Stellten sich Mütter früher oft taub, als Weinen oder Rufe aus dem Kinderzimmer ertönten, brauchen sie sich jetzt nicht mehr zu verstellen: Sie hören schlichtweg nichts! Die Schnarchmonster sollen doch schauen.
Wie tönt es nachts bei Ihnen im Schlafzimmer? Wie gehen Sie damit um?
von: Romy Griebel am: Donnerstag, 16.02.2012
Eltern versagen manchmal. Aber die meiste Zeit machen sie einen guten Job. Das muss jetzt auch mal gesagt werden.

Wir Eltern sind so gut wie sie: Die Unglaublichen.
Immer wieder bekommt man in den Medien vermittelt, dass Eltern heutzutage zum grössten Teil in Erziehungsfragen versagt haben. Die Kinder seien konsumgesteuert, unangepasst, vorlaut, sie hätten keine echte Kindheit mehr, keine Freizeit, seien dem Leistungsstress voll ausgeliefert, dabei wahlweise überbehütet oder emotional verwahrlost. Und immer sind daran die Eltern schuld. Diese würden die Kinder zu sehr drillen oder aus lauter Bequemlichkeit verwöhnen, sie seien entweder zu streng oder zu lasch. Wie wäre es denn mal mit einem Artikel darüber, was die allermeisten Eltern gut machen? Hier ist er:
- Wir schaffen es, uns in einer völlig neue Situation (das erste Baby) zurechtzufinden, wollen sogar perfekt in unserer neuen Aufgabe aufgehen, ohne echte Vorbilder, ohne Grossfamilie, dafür mit vielen gut gemeinten Ratschlägen und unter ständiger Beobachtung.
- Wir sind unseren Kindern gute Vorbilder für die Werte, die uns wichtig sind.
- Wir geben unseren Kindern Nähe, Geborgenheit und Sicherheit und finden dafür sogar noch das richtige Mass.
- Wir ernähren unsere Kinder gesund und abwechslungsreich und dazu gehören auch manchmal Süssigkeiten und Pommes.
- Wir werden mit zunehmender Kinderanzahl eher gelassener, obwohl der Stress und die finanziellen Einbussen steigen.
- Wir fördern unsere Kinder, bieten ihnen verschiedene Aktivitäten an, auch wenn das heisst, an mehreren Tagen in der Woche den Chauffeur zu spielen. Trotzdem haben die Kinder noch genug Zeit zum Spielen, Toben und Entdecken und sich mit Freunden zu verabreden.
- Wir lesen verschiedene Erziehungsratgeber, die sich gern widersprechen und picken uns die Tipps heraus, die zu unserer Familiensituation passen.
- Wir schaffen es, sowohl in unserem Job als auch zu Hause zu glänzen, auch wenn wir manchmal selbst nicht wissen, wie wir das anstellen.
- Wir pflegen sogar unsere Beziehung und unsere Freunde und das, um nicht völlig durchzudrehen.
- Wir setzen uns mit der Auswahl pädagogisch wertvollen Spielzeugs auseinander und lehren den Kindern ein gemässigtes Konsumverhalten in einer von spezieller Kinderwerbung geprägten Zeit.
- Wir haben die Gabe, ein ordentliches Mittelmass zu finden zwischen allen Optionen, aus denen wir auswählen können.
- Wir reflektieren regelmässig unsere eigenen Erziehungsmethoden, indem wir uns mit anderen Eltern vergleichen, aber ohne uns gegenseitig in Grabenkämpfen zu bekriegen.
- Wir schaffen es, auch wenn wir uns manchmal tagelang nicht im Spiegel sehen können, eine gepflegte Erscheinung zu sein.
- Wir können uns trotz einer der fiesesten Foltermethoden, dem Schlafentzug, an die Namen unserer Kinder und vielleicht auch noch an deren Alter erinnern.
Wenn Sie sich wenigstens bei der Hälfte der genannten Punkte wiedererkannt haben, sind Sie eine gute Mutter / ein guter Vater. Wir Eltern müssten viel mehr gelobt und gestärkt werden, denn die meisten von uns schaffen es, ihre Erziehungsaufgaben zu meistern. Wir Eltern sollten uns nicht so unter Druck setzen lassen. Aus unseren Kindern werden wohl keine psychisch kranken Erwachsenen, wir vernachlässigen unsere Kinder nicht, auch wenn wir nicht in allem perfekt sind. Wir sind auch nur Menschen und diese Einsicht werden uns unsere Kinder danken. Wir Eltern müssen zusammenhalten, schliesslich gibt es genug Kämpfe auszutragen. Und wir lassen uns nicht als hilflos und überfordert darstellen, nur weil es manchmal den Anschein hat. Wir kriegen das hin, und wir sind gut darin.
Die Autorin
Romy Griebel, Diplom-Kauffrau, lebt mit ihrem Mann, ihrem fünfjährigen Sohn und ihrer zweijährigen Tochter in einem Vorort südlich von Berlin und hat im Oktober 2011 den Elternblog als Facebookseite gegründet. Hier schreibt sie all ihre Gedanken für ein entspanntes Elternsein auf sowie all die alltäglichen Freuden und Sorgen, die Eltern in unseren Breitengraden heutzutage haben.
von: Nathalie Sassine-Hauptmann am: Montag, 16.01.2012
Scheiden tut weh. Was Sie dabei erwartet, wenn jemand Neues die Bühne betritt.

Trennung Paradis/Depp: Wir hätten da ein paar Tipps.
Als wir heirateten, zögerte praktisch niemand in unserem Umfeld, uns Tipps zu geben, wie es klappen wird. Vom Hochzeitsfest, über Kindererziehung, bis hin zu Ferienzielen, alles wurde kommentiert und immer wusste jemand einen Rat.
Nun klappen statistisch gesehen die Hälfte der Ehen nicht. Man trennt sich, lässt sich scheiden und was tun Freunde und Bekannte? Sie beteuern, es tue ihnen leid, laden einen zum Essen ein und fragen (immer seltener), wie es einem geht. Doch wirklichen Rat, wie man sich verhalten soll oder was man zu erwarten hat, will keiner haben. Gerne geben wir Ihnen die Tipps von Judy Silk, Bloggerin bei der Huffington Post weiter. Was Sie nach der Scheidung erwartet, vor allem, wenn neue Partner die Bühne betreten:
1. Erwarten Sie nichts mehr von Ihrem Partner: Ist die Scheidung über die Bühne, wird er Interesse mehr an ihnen zeigen und weiterziehen. Die Chancen für Sex stehen schlecht, also wird er auch nicht besonders zuvorkommend sein.
2. Weniger Sorgerecht = mehr Energie: Logisch, nicht? Wer die Kinder weniger bei sich hat, hat mehr Energie für sie – und anderes. Vor allem wenn er/sie weiss, dass sie nach 48 Stunden wieder weg sind.
3. Des Verlassers Schuldfaktor: Wer verlässt, wird weniger Mühe mit dem neuen Partner des anderen haben. Die neue Liebe des Verlassers wird hingegen immer ein Dorn im Auge des Verlassenen sein.
4. Daddy soll glücklich sein: Egal ob Söhne oder Töchter, sie werden immer hoffen, Daddy sei jetzt glücklich, während Mami einfach weitermacht wie bisher. Wieso das so ist, weiss niemand.
5. Die Neue wird über Sie urteilen: Über Ihre Art, wie Sie Ihren Ex behandelt haben, über Ihre Frisur bis hin zu Ihrem Erziehungsstil. Lassen Sie’s gut sein, den Kindern zuliebe.
6. Ein neuer Partner ersetzt den Vater nicht: Patchwork hin oder her, sofern keine Misshandlungen stattfanden und die Kinder ihren biologischen Vater lieben, wird ein neuer Partner kein Ersatz sein. Egal, wie sehr Sie es sich wünschen.
7. Die Ex-Familie wird über Sie urteilen: Egal, ob Sie verlassen wurden oder verlassen haben, Ihre Ex-Familie wird die Trennung kaum goutieren. Ignorieren, freundlich bleiben. Es ist auch die Familie Ihrer Kinder.
8. Kinder sind keine Fans von Patchwork: Es können sich Freundschaften zwischen Ihren und den Kindern Ihres Partners bilden. Oder auch nicht. Versuchen Sie, das Ganze aus der kindlichen Perspektive zu sehen, erzwingen kann man «Geschwisterliebe» auf keinen Fall.
9. Familienfestlichkeiten: Es wird immer wieder Zeiten geben, bei denen sich Ex und Neue treffen müssen, Diplomfeiern, Fussballspiele, Theateraufführungen, Beerdigungen. Am besten tun Sie so, als kämen sie gut miteinander aus. Denken Sie an die Kinder und ignorieren Sie Ihren Ex, der sein neues Glück auf einem Tablett vor sich rumträgt.
So, nun sind Sie gewappnet für alles, was bei einer Scheidung auf Sie zukommt. Sofern sich weder Vater noch Mutter besonders schwierig anstellen. Oder was meinen Sie?
Vorsätze 2012: Cool bleiben.
von: Nathalie Sassine-Hauptmann am: Mittwoch, 04.01.2012
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Eine frisch gebackene Mutter fragt man nicht, was sie heute getan hat. Nie.

Der Monsieur und ich pflegten gleich nach der Geburt unserer Kinder die klassische Rollenaufteilung: Er verdiente die Brötchen, ich kümmerte mich um Kind und Küche. Ich hatte mich sehr auf diese Zeit gefreut, alleine zu Hause mit meinem Baby, ein bisschen Haushalt, gemütliche Spaziergänge und g a a a n z viel schmusen ... Worauf ich gar nicht vorbereitet war, ist das Phänomen, dass die Tage mit einem Säugling viel kürzer sind als vorher. In den zwei Stunden, in denen ich früher die gesamte Wohnung gestaubsaugt, die Böden gewischt, Küche und Badezimmer geputzt und sogar zwei Zigarettenpausen eingelegt hatte, schaffte ich als frisch gebackene Mutter gerade mal Folgendes: den Staubsauger aus dem Putzschrank zu holen. Der lag dann den halben Tag da, um mich daran zu erinnern, was ich morgens eigentlich vorgehabt hatte. Irgendwie kam dauernd etwas dazwischen: eine volle Windel, ein hungriges Baby, ein nasser Body oder die Freundin, bei der ich mich rechtfertigen musste, wieso ich so selten anrief.
Was passiert mit der Zeit, wenn man einen Säugling zu Hause hat? Gibt es wie in MOMO graue Männer, die einem die Stunden stehlen? Die Tage gingen vorüber wie im Flug. Kein Putzen, keine Wäsche, keine Spaziergänge, nur wenig Schmusen. Wenn ich wirklich einmal aus dem Haus musste (was ich oft bewusst vermied, weil es mir zu kompliziert war), dann schaffte ich das selten vor Mittag — oder ich verschob den Termin gleich ganz, weil Emma zum geplanten Zeitpunkt schlief und man ein Baby bekanntlich nie wecken sollte. (Ich bin ja nicht blöd!)
Erschwerend kommt hinzu, dass jeder, der schon ältere Kinder hat, einem nahe- legt, man solle diese Zeit geniessen, sie gehe so schnell vorbei. Ja, wie denn bitte schön? Und was gibt es da denn genau zu geniessen? Das endlose Stillen? (Ein Baby trinkt anfangs alle zwei bis drei Stunden, Dauer: mindestens dreissig Minuten. Schon die Nahrungsaufnahme des neuen Erdenbürgers kostet einen demnach bis zu sechs Stunden pro Tag!) Hinzu kommen rund anderthalb Stunden Wickeln und durchschnittlich eine halbe Stunde Spazierengehen (in meinem Fall nur bei trockenem Wetter und angenehmen Temperaturen). Fazit: Bei der nur rudimentären Säuglingsbetreuung gehen täglich bereits acht Stunden drauf! Ein Arbeitstag, sozusagen.
Entsprechend gross war der Frust, wenn der brötchenverdienende, krawattierte und immer noch gut riechende Monsieur abends nach Hause kam und mich (noch im Pyjama, ungewaschen und mit Babykotze auf der Schulter) fragte: „Na, was hast du heute gemacht?“ „Nicht viel, aber in einer Minute werde ich dich erwürgen!“, lag als Antwort nicht drin. Das war auch mir klar. Nach einem langen Tag, an dem ich nichts Offensichtliches geschafft hatte, streute solch eine — wenn auch gut gemeinte — Frage jedoch Salz in die Wunde. Jede Erklärung, wieso der Staubsauger seit zwei Tagen im Korridor liegt und du aussiehst als kämst du gerade aus dem Bett, ist müssig. Sie wird immer nach Rechtfertigung klingen. Und ich hatte die klassische Rollenverteilung nicht gewählt, um mich dann rechtfertigen zu müssen! Also erfand ich lange Spaziergänge, angefangene Artikel oder unerwarteten Besuch, für den ich noch schnell ein Mittagessen gezaubert hatte.
An dieser Stelle ein Aufruf an alle frischgebackenen Väter: Bitte fragt eure Frauen nicht, was sie den ganzen Tag getan haben. Begnügt euch mit einer Umarmung und einem Kompliment über ihr Aussehen — auch wenn’s im Zweifelsfall ein falsches ist. Vielleicht ist das das Geheimrezept für ein harmonisches Miteinander in den ersten paar Monaten mit einem Säugling: Papa und Mama müssen sich gegenseitig anlügen, damit alle über die Runden kommen.
Der abgedruckte Text stammt aus Nathalie Sassine-Hauptmanns eben erschienenen Buch: «Rabenmutter. Die ganze Wahrheit über's Mutterwerden und Muttersein». Weitere Infos zu Person und Buch unter www.rabenmutter.ch
von: Nathalie Sassine-Hauptmann am: Dienstag, 20.12.2011
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Auch Mrs. Right ist nicht einfach zu finden. Ein Vater erklärt seinem Sohn, worauf es zu achten gilt.

Keinen Freiraum, wenig Humor. Sie hat keine Chance. (Szene aus "Er steht einfach nicht auf dich")
Letzte Woche erfuhren wir, was wir unseren Töchtern unbedingt auf den Weg mitgeben müssen, bzw. worauf sie achten sollen, um zu erfahren, ob ihr Freund das Zeug zum „Mann für’s Leben“ hat.
Nun, ich habe auch einen Sohn. Und der hat einen Vater, der, als er erwähnten Artikel las, etwas pikiert meinte: „Also ich hätte da auch ein paar Dinge, die ich einem jungen Mann sagen würde, der eine Frau für’s Leben sucht.“ Na, da sind wir ja mal gespannt:
- Wenn du diese Frau nicht als "Freund" bezeichnen kannst, lass es lieber bleiben. Die Beziehung mit einem Vorzeigepüppchen ist nichts für’s ganze Leben.
- Eine Frau, die im Restaurant nur Salat und Wasser bestellt, ist keine Geniesserin und wird es auch nicht zulassen, dass du einer bleibst.
- Wenn ihr deine roten Hosen und dein Parfum nicht gefallen, lass sie dir etwas Style beibringen. Meist kann es nicht schaden. Beim Bart hört der Spass aber auf.
- Wenn sie deine Freunde nicht mag und sie sie auch nicht, hat es keine Zukunft. Daran ist nichts zu ändern, sorry.
- Bei vielen Frauen kannst du davon ausgehen, dass sie wie ihre Mutter werden. Ist dir diese ein Graus? Dann weisst du, was du zu tun hast.
- Sie wird sich laufend ändern wollen. Das ganze Leben lang. Und sie wird von dir erwarten, dass du dich auch weiterentwickelst. Sei darauf vorbereitet.
- Am besten testest du eine Beziehung in den Ferien. Wenn ihr euch nach ein paar Tagen schon nicht mehr riechen könnt, ist der Fall klar.
- Lass die Finger von Frauen mit Ehemann und Kindern, sie verlassen diese nur höchst selten. Und du wirst nicht der Grund für eine kaputte Familie sein wollen.
- Wenn du ihretwegen dein Hockeytraining und den Abend mit Freunden streichen musst, hat das auf die Länge keine Chance. Jeder Mensch braucht Freiraum, sie übrigens auch.
- Deine Frau muss Humor haben und Ironie verstehen, sonst macht’s einfach keinen Spass!
So, Sohnemann ist ausgerüstet. Oder hat der Papa noch was vergessen?
von: Andrea Strahm am: Mittwoch, 14.12.2011
Um Mr. Right zu finden, muss Frau ihren Bauch aus- und ihren Verstand einschalten. Folgendes gilt es zu beachten.

Amour fou: Carrie und Mr. Big (Szene aus der Kultserie «Sex and the City»).
Mir war’s mit 14 Jahren völlig klar: zehn Zentimeter grösser, zwei Jahre älter. Das waren mal die wichtigsten Voraussetzung für den Mann meines Lebens. Und traf, rückblickend gesehen, auf keinen meiner Männer je zu, und einen Mann meines Lebens gab’s erst recht nicht.
Auch meine Jüngste macht sich so ihre Gedanken. Ihr Hauptkriterium: Pfadfinder muss er sein, intelligent und Spass verstehen. Das finde ich keinen schlechten Ansatz, obwohl mir die Vorstellung leicht widerstrebt, als Grossmutter Kinder im «Berliner» (oder wie immer diese Zelte heissen) hüten zu müssen. Ich war nie der Zelt-Typ, sondern der Fünf-Sterne-Hotel-Dubai-Typ, wenn auch rein theoretisch. Was mit meinem Bankkonto zu tun hat, aber lassen wir das.
Da ich doch ein paar Jährchen auf dem Buckel habe, könnte ich ihr natürlich weitere Tipps geben. Ganz undelikat ist das nicht, da sie ja von meinen Tipps auf mein Leben schliessen könnte, deshalb müsste ich einen Disclaimer anbringen. Etwa den folgenden: «Alle nachfolgenden Tipps beruhen ausschliesslich auf der Beobachtung anderer Leute und haben mit meinem Liebesleben oder meiner Beziehung zum Vater meiner Kinder absolut nichts zu tun.»
Damit können wir also beruhigt loslegen. Auf was muss eine junge Frau also achten?
- Gleich und gleich gesellt sich gerne.
Die Anziehung der Gegensätze spielt nur am Anfang, da findet man das interessant. Danach ist es nur noch anstrengend, sich immer erklären zu müssen.
- Achtung vor der Nacherziehungsfalle!
Wer versucht, seinem Mann Tischmanieren, Hygiene und Dresscodes beizubringen, rutscht in die Mami-Rolle. Das ist tödlich, nämlich für das Liebesleben. Frauen möchten im Bett starke Männer, keine Söhne.
- Kein Muttisöhnchen.
Hände weg von Männern, die von der Mutter verwöhnt werden und Zuhause keinen Finger rühren (müssen). Zieht er aus, erwartet er, dass die Freundin den Part übernimmt.
- Er wird sich nicht ändern, nie.
Also entweder der Ordnungslevel in seiner Höhle und seine Duftnote sind in Ordnung, oder man lässt die Hände von ihm. Es sei denn, man ist scharf auf Dauerkrieg.
- Männer lieben, wie sie essen.
Schenkt er nach? Achtet er darauf, was die Frau gerne isst, und stimmt sich ab? Isst er sorgfältig, aber mit Spass und Appetit? Oder schlingt er alles lieblos runter? Hat gar ewig und zelebriert die Mahlzeit, bis man einschläft? Frau weiss, was sie erwartet.
- Geschiedene Männer mit Kindern – hm.
Kommt er mit seiner Ex nicht klar, dann häufig auch mit den Kindern nicht, und die Zweitfrau darf‘s ausbaden.
- Der Mann ist kein Frauenflüsterer.
Frau sollte nie erwarten, dass ein Mann aus ihren Andeutungen, Handlungen oder Drohungen etwas liest. Männer nehmen einen beim Wort. Mit schmollen, zicken, flirten, weinen kommen sie nicht klar. «Schenk mir einen Diamanten» und «ich will jetzt heiraten» verstehen sie hingegen. Was noch gar nichts heisst, by the way.
- Der Storyteller.
Betrügt einer seine Frau mit dir und erfindet tolle Lügengeschichten, dann wird er später dich mit der nächsten betrügen und dir tolle Stories auftischen.
- Familienväter sind Tabu.
Hände weg von Familienvätern, egal wie wacklig deren Ehe ist. Man leistet keinen Betrag dazu, dass Kinder ihren Papi verlieren.
- Ausnahmen bestätigen die Regel.
Wer sich das einreden muss, sitzt schon in der Falle.
War da noch was? Vielleicht: Und was sagen Väter ihren Jungs? Demnächst hier zu lesen...
von: Nathalie Sassine am: Dienstag, 29.11.2011
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Die Liebe zum Mann ist wichtiger als die Liebe zu den Kindern. Ein Erklärungsversuch.

Kinder: Bindeglied oder Kluftbilder?
„Mami, liebst du Papi mehr oder genauso wie uns?“ Hoppla! Was war das denn? Beim Frühstück fragt mich mein Grosser manchmal seltsame Sachen. Ob den Pavianen ihr Po eigentlich brennt oder ob er auch schon mit Schreiben sein Geld verdienen kann. Zum Beispiel. Ob ich ihn mehr liebe als seinen Vater? Der ist neu und plötzlich hätte ich an diesem Morgen lieber eine Frage aus Fauna und Flora gehabt.
Natürlich antwortete ich genau auf die ausweichende Art, die jeder Erwachsene gebraucht, wenn er die Antwort auf eine Frage nicht wirklich kennt: „Es ist nicht dieselbe Liebe.“ Doch stimmt das wirklich?
Mal sehen. Für meine Kinder würde ich ALLES tun. Vor einen fahrenden Zug springen, um sie zu retten. Jeden zur Schnecke machen, der ihnen etwas antun will. Berge versetzen, um sie nie leiden zu sehen. Doch ist das bei meinem Mann soviel anders? Ich würde ja nur nicht vor den fahrenden Zug springen, damit meine Kinder keine Vollwaisen sind, falls wir es beide nicht überleben. Aber vielleicht würde ich eben doch, weil man einfach nicht nachdenkt, wenn jemand, den man liebt, gleich von ein paar Tonnen Stahl überfahren wird. Ich würde auch jeden zur Schnecke machen, der meinem meinem Mann Böses will. Und Berge versetzen, um ihn nicht leiden zu sehen. Genauso wie für die Kinder.
Doch es ist tatsächlich nicht dasselbe. Mein Mann ist erwachsen, er braucht viel weniger Schutz als die Kleinen. Das sagt die Vernunft. Das Herz kann trotzdem nicht zwischen der Liebe zu meinen Kindern oder ihrem Vater unterscheiden. Ist die Liebe zum Partner wirklich so anders als die zu den Kindern?
Sicher ist, dass Kinder derart viel Platz einnehmen, dass Mama die Liebe zu Papa manchmal vernächlässigt. Oder wie Esther Perel in ihrem Buch über Sex in der Ehe (und nach den Kindern) „Mating in captivity“ (auch hier wiedermal mit peinlicher deutscher Übersetzung „Wild Life: Die Rückkehr der Erotik in die Liebe“) erklärt: "Heute geht es immer nur um die Kinder. Ohne es zu merken, erhalten Frauen alle Initimät und Zärtlichkeit von ihrem Nachwuchs statt von ihrem Partner." Anders ausgedrückt: Früher sassen die Kinder am Kindertisch. Heute besetzen sie sozusagen als „Familienoberhaupt“ das Kopfende.
Natürlich hat man nach der Geburt keine Lust auf Sex. Dieses Thema besprach ich bei unseren Lesungen eingehend mit Sven Broder, Autor von „Papa steht seinen Mann“. Er hat in seinem Buch eine ganze Rubrik über die Problemzone Sex. Ich habe gerade mal ein paar Abschnitte dazu in meinem „Rabenmutter“. Das spricht doch Bände, oder etwa nicht?
Tatsache ist, wenn Mami und Papi nicht glücklich sind, ist es die ganze Familie nicht. Die Kinder entstanden schliesslich aus dieser Liebe, wieso sollte sie als Familie auf einmal nebensächlich sein?
Doch als frisch gebackene Mutter hat man so viel Körpernähe zu einem anderen Menschen wie sonst nie im Leben. Das kann mitunter zuviel sein, weshalb der Partner physisch zu kurz kommt, wenn Mami abends einfach keine Zärtlichkeiten mehr austauschen mag. Nur, auch wenn die Leidenschaft und der Sex nachlassen, muss die Liebe das noch lange nicht.
Ohne die Liebe meines Mannes würde alles auseinanderbrechen. Das ist sicher. Deshalb scheint es mir auch so wichtig, täglich an der Beziehung zu arbeiten, auch wenn das natürlich anstrengend ist. Viel anstrengender als die Liebe zu den Kindern, denn die ist einfach da, seit dem Tag ihrer Geburt, uneingeschränkt.
Also werde ich die Antwort auf die Frage meines Sohnes wohl noch mal neu formulieren müssen. Denn so gesehen muss die Ehe die grössere Priorität haben als die Kinder. Falls man dann wirklich priorisieren muss. Oder was machen wir, wenn unser Nachwuchs später das Haus verlässt?
von: Nathalie Sassine am: Donnerstag, 24.11.2011
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Sexualisierung der Schule, wo man hinblickt. Eltern habe ihre liebe Mühe damit. Und die Kinder?

"Sind auf dem Mutterkuchen Smarties drauf?"
Ob Sexboxen im Kindergarten (nicht am Sihlquai) oder Lehrer, die «pornographische» Literatur unterrichten, überall liest man, die Schule werde sexualisiert. Die Kinder würden zu früh mit dem Thema konfrontiert und überhaupt sei es Sache der Eltern, ihren Nachwuchs aufzuklären.
Nun haben die Franzosen beispielsweise keine Sexboxen im Kindergarten. Ob sie Lehrer haben, die anrüchige Texte lehren, kann ich nicht sagen, gehe aber davon aus, dass wenn wir Schweizer Kinder 37,2° le matin von Philippe Djian lesen mussten, es den kleinen Franzosen kaum vorenthalten wird.
Eine Studie ergab indes, dass die Anzahl Abtreibungen bei jungen Französinnen in den letzten Jahren in die Höhe geschnellt ist. «Die meisten hatte man vermeiden können, wenn die Mädchen besser aufgeklärt wären.», so Dr. Israël Nisand des Uni-Spitals in Strassburg.
Befragt man die Schüler anlässlich einer Infoveranstaltung an diversen französischen Schulen, so trauen sich die meisten schlicht nicht, mit ihren Eltern darüber zu reden. Sei das jetzt aus religiösen Gründen oder einfach weil das kein Thema ist, dass sie mit Mama und Papa besprechen wollen. An der Infoveranstaltung selber sind die Kinder nach anfänglicher Scheu hingegen sehr gesprächig. Die Mädchen erzählen, dass viele Jungs ihnen ewige Treue schwören und deshalb nicht unbedingt verhüten möchten. Den Jungs hingegen ist das Überstreifen eines Kondoms nur peinlich. Und die, die verhüten, wissen oft nicht ganz wie es geht und nehmen die Pille auch einmal ein paar Tage nicht.
Nun setzen sich französische Politiker von rechts bis links für einen frühen Sexualunterricht in der Schule ein. Und werden wohl bald über dieselben Hindernisse stolpern, wie wir in der Schweiz. Oder sie sind schlauer und fragen eben auch einmal die Kinder. Denn die sind neugierig und wollen wissen, wie es läuft. Auch die ganz jungen schon. Oder haben ihre Kinder noch nie gefragt, woher Babys kommen? Und wie das Baby bitteschön in Mamas Bauch gelangt ist?
Ein schönes Beispiel für die unerschöpfliche kindliche Neugier ist dieses Gespräch zwischen Frau Mutter und ihrem Fünfjährigen:
Wo die kleinen Babys herkommen
Irgendwann kommt sie, die unangenehme Unterhaltung über die Bienchen und die Blümchen mit Deinem 5jährigen Kind. Man sollte möglichst ehrlich und unverkrampft an die Sache gehen und die Bienen und Blumen beim Namen nennen.
Bei uns ist das vor Kurzem so abgelaufen:
«Mami, wie war das, als das Baby aus Deinem Bein rausgekommen ist?»
«Nein, also weisst Du, das Baby kam ZWISCHEN meinen Beinen raus!»
«Häääää?»
«Ja, also ein Baby kommt aus der Vagina der Mama raus, zwischen den Beinen sozusagen.»
«Das DARF das Baby nicht! Ausserdem hat Papa ja Deinen Bauchnabel aufgemacht und dann ist das Baby da reingesaust.»
«Mhh, also, ja, äh… Weisst Du, so ein Baby entsteht aus dem Ei der Mama und dem Samen des Papas. Beide kommen zusammen und dann ensteht ein Baby.»
«Wo wohnt der Samen?»
«Der wohnt ….im Pipimann. Also quasi da in der Nähe… rechts….äh… also hinter dem Pipimann im …Nebenhoden, glaube ich» (hier hatte ich zwischenzeitlich Wikipedia zu Rate gezogen).
«Wo wohnt das Ei?»
«Im Bauch von Mama.»
«Der Pipimann wohnt in der Unterhose, das weiss ich!»
«Richtig, da hat er es sich gemütlich eingerichtet!»
«Wie kommt der Samen aus der Unterhose in den Bauch von der Mama?»
«Äh, …also…., das schafft der schon, also… mhh…der bahnt sich schon seinen Weg…der ist sehr schlau.»
«Und dann isst das Baby im Bauch den Blutkuchen auf!»
«Den MUTTERkuchen!»
«Sind da Smarties drauf?»
«Nein, natürlich nicht!»
«Da war das Baby bestimmt traurig!»
Hier habe ich die Konversation abgebrochen, vielleicht kann ja der Kindergarten die Aufklärung übernehmen.
Das finde ich eben auch. Und Sie?
Frau Mutter
nennt sich "eine mütterliche Satirikerin und eine satirische Mutter". Sie findet, dass man der Lebensaufgabe der Kinderaufzucht am besten mit Humor begegnet und schreibt in ihrem Blog über den alltäglichen Wahnsinn. Frau Mutter wohnt im Berline Südwesten, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
von: Nathalie Sassine am: Dienstag, 22.11.2011
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Eine Frau erwartet ihr 20. Kind. Mir fehlen die Worte. Aber nicht ganz.

19 sind eben nicht genug...
Sagt Ihnen der Name Michelle Duggar etwas? Die Dame hat zusammen mit ihrer Familie eine US-TV Show und bereits ein paar Bücher veröffentlicht. Soweit nichts aussergewöhnliches, bleibt dem Zuschauer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ja kaum etwas an Reality erspart. Das besondere an den Duggars? Sie sind 21. Mitglieder. Zwei Eltern, 19 Kinder. 19!!!
Und damit nicht genug: Die konservative baptistische 19-fache Mutter aus dem Bundesstaat Arkansas erwartet ihr zwanzigstes Kind.
20 Kinder. Das sind (zusammen mit den Eltern) zwei Fussballmannschaften. Eine Schulklasse. Ein voller Monat in Arbeitstagen. Als ich diese Nachrichten las, dachte ich als allererstes: „Die spinnt doch! Sind 19 Kinder wirklich nicht genug?“ Sieht man sie reden, revidiert man diese Meinung, sie ist nämlich eine dieser netten Amerikanerinnen, denen man irgendwie nicht böse sein kann. Und doch...
Wenn ich mir überlege, dass sie praktisch 21 Jahre ihres Lebens (sie ist heute 45) schwanger war, denke ich schon wieder „Die spinnt doch!“. Auch wenn man annehmen kann, dass sie ein paar Jahre Pause hatte, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie als Nicht-Schwangere ihre Füsse auf den Tisch gelegt, Soaps geschaut und sich mit Süssigkeiten vollgestopft hat. Als gute Christin war sie wohl mit backen (für Weihnachten), basteln (für Ostern UND Weihnachten) und mit singen (wann immer sich die Gelegenheit bietet) beschäftigt. Im Ernst, die Kinder waren Arbeit genug, so etwas wie Freizeit hat sie wohl kaum gekannt.
Wenn ich mir überlege, womit sie die letzten 21 Jahren gekämpft hat, wird mir etwas schwindlig:
- Blähungen, unbeabischtigten Rülpsern, überdimensionalen Brüsten und elefantöse Waden (all diese Symptome werden mit den Jahren ja nicht besser).
- Sie musste über zwei Dekaden lang Umstandskleider tragen, die seit 1991 sicherlich hübscher geworden sind. Aber so hübsch auch wieder nicht. Irgendwas mit Gummizug hatte sie zumindest immer an.
- Sie wechselte mindestens 69'000 Windeln, stillte im Minimum während 55'000 Stunden. Meine Brüste bräuchten bereits nach zwei Kindern ein Lifting, wie ist das bloss bei 18 weiteren?
- Wäsche waschen: Das kann ich gar nicht erst ausrechnen... Und vom Wäsche falten sprechen wir gar nicht erst!
- Kochen. Schon bei zwei Kindern brauche ich 45 Minuten zum Kochen, 20 Minuten für's Essen und danach räume ich eine Stunde auf. Und die vielen Teller? Wie kocht man für so viele? WAS kocht man für all die verschiedenen Geschmäcker? Macht sie ein Buffet? Wenn die sich alle noch höflich den Kartoffelgratin (stellen Sie sich mal die Ofenform vor!) reichen müssen, schmeckt der doch beim 19. Kind nach Scheibenkleister!
- Hausarbeit. Nachdem sie gestillt, gewickelt, gewaschen und gekocht hat: Hat der Tag da überhaupt noch Stunden? Ich gehe natürlich schwer davon aus, dass die grossen Kinder helfen, aber diese Organisation!
- Pausen? Lesen, fern sehen, stricken, Sex? Den hatte sie offensichtlich, aber vielleicht auch nur einmal im Jahr, dann war sie ja schon wieder schwanger! Von der Lust ganz zu schweigen. Nachdem sie 19 Kinder bemuttert hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie abends als erstes ihren Jim-Bob bespringen möchte.
- Und ach ja, wie sich das für religiöse Familien in den USA gehört, werden die Kinder natürlich ge-home-schoolt. Sie bringt ihnen den Schulstoff bei und die Kids sind somit IMMER daheim!
- Flippt die Frau auch mal aus? 19 Kinder und ein Mann müssen sie doch manchmal auf die Palme bringen? Ich käme nie wieder runter von dem Baum!
- Ich hab’s! Sie schläft nicht! Diese Frau schläft nie!
Nicht vergessen: Dies alles tat sie während 20 Schwangerschaften!
Es gibt Tage, da fühle ich mich vollkommen unfähig. Als Mutter, Hausfrau, Ehefrau, im Job. Nach diesen Zeilen ist unfähig nicht mehr das richtige Wort. Ich setz’ mich jetzt mal.
von: Eva Assignon am: Freitag, 18.11.2011
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Aus der Reihe: Die Abenteuer der E.

"Die feuchte Hitze ofenwarmer Brötchen"
Schlafzerzaust raste ich auf meinem Velo durch die Stadt, um beim Bäcker frische Brötchen zu holen. Meine Rechnung war einfach und überwältigend: nach dem Sex würde ich Hunger haben, grossen Hunger. Der Mann schlief noch. Ich hatte maximal eine halbe Stunde Zeit, bis er aufwachen würde. Mit messerscharfer Deutlichkeit sagte mir mein Alleinerziehendenverstand, dass es in diesem Herbst, in diesem Halbjahr vielleicht das einzige Mal war, wo weder Sohn, noch Arbeit, noch sonstige missliche Umstände zwischen mich und gloriosen Morgensex kommen konnten.
Alles stimmte an diesem goldenen Herbstmorgen, alles. Ein lauer Wind spielte mit meinen Haaren, ich schwebte auf meinem Velo dahin und badete in Vorfreude. Sex am Morgen ist aufregend und sehr, sehr intim. Körper, gerade aus dem Schlaf aufgetaucht, sind sinnestrunken und strahlen die feuchte Hitze eines tropischen Gartens aus. Oder ofenwarmer Brötchen.
„Herrliches Sommerwetter heute, endlich. Meine ganzen Ferien hat’s verschifft. Haben Sie noch Ferien? Im Sommerkino läuft dasunddas.“ Die Brötchenverkäuferin war in Plauderlaune. Ich nicht. „Entschuldigung, muss mich beeilen. Ein Mann liegt in meinem Bett. Nackt.“ Strahlend machte ich mich davon, jagte nach Hause, es blieben mir zehn Minuten. Ich wollte ihn schlafend.
Dann, kurz vor dem Ziel, rief mir meine Nachbarin vom Fenster aus etwas zu. „Sorry, keine Zeit! Da liegt einer in meinem Bett! Ein Mann!“ schrie ich, schleuderte durch unser Gartentor, schmiss das Velo an die Hauswand, rannte die Treppe hoch, putzte mir die Zähne, zog mich aus und schlich mich ins Bett. Mein Atem ging schnell, das Herz klopfte. Der Mann war weg. Doch das ist eine andere Geschichte.
Autorin
Eva Assignon ist Initiantin und Betreiberin von www.bestefreundin.ch, wo sie seit 2008 auch den Business-Mama-Blog schreibt. Sie ist ausgebildete Naturheilpraktikerin/Homöopathin und arbeitet heute als Betreuerin in einer Tagesschule. Zusammen mit ihrem vierjährigen Sohn lebt sie in Langenthal/BE.
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