Der Mütter-Index

von: Rita Angelone am: Donnerstag, 03.05.2012

In welchem Land ist es am schönsten, Mutter zu sein? Und in welchem am schlimmsten?

Schlusslicht im Mütter-Index: Afghanistan. (Bild: iStockphoto)

Mütter klagen oft. Die einen aus mehr und die anderen aus weniger triftigen Gründen, wie der «Mother´s Index» belegt, der jährlich veröffentlicht wird und die weltweite Lebensqualität von Müttern erhebt.

Für 2011 führt Norwegen die Top Ten der besten Länder für Mütter an, gefolgt von Australien, Island, Schweden, Dänemark, Neuseeland, Finnland, Belgien, Holland, Frankreich und Deutschland. Die meisten dieser  Länder kommen uns sehr bekannt vor, werden sie doch immer wieder in Berichterstattungen über familienfreundliche Gesellschaften herausragend zitiert. Es erstaunt auch nicht, dass alle in der Top Ten vertretenen Ländern auch in der Liste der «Top Gender Balanced»-Staaten zu finden sind.

Demgegenüber bilden die Zentralafrikanische Republik, Sudan, Mali, Eritrea, Demokratische Republik Kongo, Tschad, Jemen, Guinea-Bissau, Nigeria und Afghanistan die fünf Schlusslichter. Die Bedingungen für Mütter und Kinder ist in diesen Länder verheerend:

  • Über die Hälfte der Geburten werden nicht durch ausgebildetes Personal begleitet.
  • Im Durchschnitt stirbt eine Frau aus dreissig an den Folgen einer Schwangerschaft.
  • Jedes sechste Kind stirbt vor dem Erreichend des fünften Lebensjahres.
  • Jedes dritte Kind leidet an den Folgen von Unterernährung.
  • Jedes siebte Kind wird nicht eingeschult, davon mehr Knaben als Mädchen.
  • Im Durchschnitt geniessen Mädchen und Frauen weniger als sechs Jahre Schulbildung.
  • Frauen verdienen nur 40% soviel wie Männer.
  • Neun von zehn Frauen verlieren zu Lebzeit eines ihrer Kinder.

 

Der Kontrast zwischen Norwegen und Afghanistan könnte grösser nicht sein:

  • Während in Norwegen alle Geburten fachmännisch begleitet werden, sind in Afghanistan nur in 14% der Fälle Fachleute bei der Geburt anwesend.
  • Norwegische Frauen geniessen im Schnitt 18 Jahre Schulbildung und haben eine Alterserwartung von 83 Jahren, während Frauen in Afghanistan weniger als 5 Jahre Schulbildung und eine Alterserwartung von 45 Jahren aufweisen.
  • Über 80% der Frauen in Norwegen setzen eine Verhütungsmethode ein, während es in Afghanistan nur 16% tun.
  • Während in Norwegen nur eine Mutter auf 175 ihr Kind vor dem 5. Geburtstag verliert, stirbt in Afghanistan jedes fünfte Kind vor dem Erreichen dieses Alters.

 

Die erhobenen Daten zeigen, wie gross die Diskrepanz zwischen reichen und armen Ländern ist und wie wichtig es ist, Verbesserungen in Sachen Gesundheit und Wohlergehen von Müttern und Kindern auf der ganzen Welt anzustreben.

Wollen wir versuchen, uns daran zu erinnern, wenn wir das nächste Mal auf hohem Niveau klagen?

Die Inkonsequenz der Mütter

von: Rita Angelone am: Dienstag, 10.04.2012

Wie viele Dinge gibt es, die wir als Mütter tun, die uns aber gleichzeitig in den Wahnsinn treiben, wenn es unsere Kinder machen?

«Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus»: Mutter schreit ihre Kinder an. (Bild: iStockphoto)

So schreien wir zum Beispiel unsere Kinder an, sie sollen endlich mit dem ewigen Schreien aufhören. Oder wir ermahnen unsere Kinder konstant, nicht zu lügen, greifen aber selber immer wieder zurück auf Notlügen.

Erkennen Sie sich in einer dieser Situationen wieder?

  • Hassen Sie es auch derart, wenn Ihre Kinder ständig jammern? Machen wir unserem Ärger aber nicht auch ständig Luft und klagen die ganze Zeit?
  • Wie viele Male bitten wir unsere Kinder, endlich mit dem Weinen aufzuhören? Und kaum siehts niemand, schliessen wir uns auf der Toilette ein und weinen uns die Augen aus.
  • Wir verbieten unseren Kindern, weitere Süssigkeiten zu essen, aber sobald sie nicht schauen, stibitzen wir eine handvoll Leckerbissen.
  • Wir ärgern uns, dass die Kinder abends nicht ins Bett und morgens nicht aufstehen wollen, bleiben aber selber bis in alle Nacht auf und wälzen uns morgens halbtot aus dem Bett.
  • Dem exzessiven Spiel mit dem iPad wollen wir ein Ende setzen, sitzen aber selber ständig vor der Kiste oder schielen mit einem Auge aufs iPhone.
  • Kinder hassen es, ihre Hausaufgaben zu erledigen, wir den Haushalt. 
  • Wir zwingen unsere Kinder, Dinge zu essen, die sie nicht mögen, rühren selber aber gewisse Dinge nicht an. Ist doch so, oder?
  • Die herumliegenden Kleider und Schuhe unserer Kinder ärgern uns grün und blau. Doch wehe, unsere Kinder sähen unsere über einen Haufen geworfenen Kleider in unserem Schlafzimmer...
  • Kinder lieben es «meins!» zu schreien. Klauen sie unser Notebook oder iPhone schreien wir genau gleich zurück «meins!».

(Quelle: babble.com)

Ach, was für kindische Heuchlerinnen wir doch sind, oder? Welche Heuchelei haben Sie schon von sich gegeben? Womit könnten Sie die Liste weiter ergänzen?

Was wir vermissen werden...

von: Nathalie Sassine-Hauptmann am: Donnerstag, 05.04.2012

Die Kleine wird gross und selbstständig. Toll. Doch vieles wird uns fehlen.

Es wird nie wieder wie beim ersten Mal.

Wer diesen Blog regelmässig liest, weiss, dass ich nicht zu den Müttern gehöre, die ihre Kinder an sich binden will und jeden Fortschritt mit einem lachenden und einem weinenden Auge feiert. Meine Augen lachten jeweils beide. Bis jetzt.

Denn im Leben eines dreijährigen Kleinkindes gibt es diesen Moment, in dem es vom Baby zum – eben – Kleinkind wechselt und man langsam aber sicher merkt, dass man gewisse Dinge vermissen wird. Vor allem, wenn man weiss, dass kein weiteres Kind kommen wird. (Zumindest kein geplantes.) Wenn ich meiner Tochter zuschaue, wie sie ihre Schuhe selber anzieht, ohne Windel auskommt und ihr Mandarinli selber schält, dann fehlen mir die Dinge, die mir noch vor einem Jahr so selbstverständlich vorkamen:

Der Babyspeck
Natürlich hat sie davon immer noch genug, doch es ist absehbar, dass die dicken Schenkel langsam schwinden und die Pausbacken immer kleiner werden. Nix mehr mit kneifen!

 

Die Sauerei
«Vermissen» ist vielleicht nicht das richtige Wort, doch mal ehrlich: Oft konnte man doch über die Sauerei lachen, die die Kleinen veranstaltet haben, oder nicht?

 

 

Das Tragen
Damit meine ich das Känguruhgefühl, das man anfangs hat, wenn das Baby ganz toll in die Trage passt und dort stundenlang schläft. Nicht, das Gefühl des Altwerdens, wenn das «Baby» bereits über zehn Kilo schwer ist.

 



Das «Giggelen»
Dieses unangekündigte Prusten kleiner Kinder, die weder versuchen, witzig zu sein, noch süss dabei zu wirken. Diese Unschuld geht nämlich leider schon sehr früh verloren.

 

Die Babyhaut
Gefühl und Geruch. Unvergleichlich. (Ausser natürlich, die Windel ist voll, aber Sie wissen schon, was ich meine.)

 

Den Badeanzug
Das hängt mit dem Babyspeck zusammen. Süss und zum Schiessen. Späterer Speck macht keinen Badeanzug mehr süss...

 

 Den Mittagsschlaf
Denn wann habe ich endlich Pause?

 

Die Neuentdeckungen
Hoppla, ein Schmetterling fliegt! Schnee ist kalt! Wasser ist nass! Es werden andere Überraschungen kommen, aber nie wieder solchen Ursprungs.

 

Was ich sicherlich NICHT vermissen werde?

- Das Packen von fünf Kilo Babyutensilien, bevor man das Haus verlässt, um dann unterwegs zu merken, dass man das Wichtigste vergessen hat.

- Trotzanfälle, bei denen besserwissende Mitbürger gute Ratschläge auf Lager haben. Ob man will oder nicht.

- Den Besuch von Kinderspielplätzen, Kinderpools, Kinderrestaurants und Krabbelgruppen.

- Dora, mit ihrem debilen Englischkurs, deren Stimme mich fast zum Wahnsinn treibt!

- Wickeln in der Öffentlichkeit, wenn kein Wickeltisch vorgesehen ist und nur kinderlose Menschen anwesend sind.

Habe ich noch etwas vergessen? Sagen Sie es mir.

Gesucht: Leihkinder

von: Eva Assignon am: Mittwoch, 28.03.2012

Mütter von Einzelkindern sind darum bemüht, Spielgefährten für das Kind zu organisieren. Kein leichtes Unterfangen.

Geliehen und nicht verwandt: Beste Freunde. (Bild: iStockphoto)

Es war nie geplant, und doch ist es so gekommen: Mein Sohn, viereinhalb, ist ein Einzelkind. Kein unglückliches, wie mir scheint. Das Unglück findet eher in meinem Kopf statt: das arme Kind, jesses! Dabei hat das arme Kind sich eine mittlerweile vierköpfige Geschwisterschar zusammengezimmert:

Lukas ist 12, hat viele Hausaufgaben (in Schnüerlischrift), viele Freunde, ganz oft Fussballtraining, und er liebt scharfe Nüssli. Leona, dreijährig, ist im Trotzalter, sie möchte vieles können und kann’s noch nicht, und am liebsten plagt sie ihre jüngeren Geschwister. Nicolas, einjährig, ist ein furchtbar süsses Baby, das immer Hunger hat und besonders gut Zähne putzen kann. Frisch dazugestossen ist Selina, sie ist winzig klein, so circa fünf Zentimeter, und schreit ein bisschen oft, was bedeutet, sie will den Nuggi.

Versiert switcht mein Sohn von einem zum anderen dieser Phantasiegeschwister. Will er gross sein und ein wenig plöffen, ist er Lukas; ist er müde und will betuttelt werden, spielt  er eines der Babys; fällt ihm eine Dummheit ein, war das garantiert wieder Leona. Manchmal muss ich ein, zwei Rollen übernehmen, und so geht die Post ab bei uns.

Was mir eine besonders grosse Lehre ist: Das Spiel der Geschwister ist nicht etwa friedfertig und harmonisch, nein, es hagelt Konflikte, Streit, Neid und Sticheleien. Ganz genau so, wie es in der Realität, die mein Sohn ja nicht direkt kennt, stattfindet. Natürlich gibt er sich auch besonders gern gönnerhaft und fürsorglich, aber meistens räblet es ganz gewaltig.

Das hilft mir, meine Träume zu ent-idealisieren, und es gibt so einige Momente, wo ich ganz froh darüber bin, dass diese Geschwister nur in unserer Phantasie existieren. Irgendwie ist es wie mit Nachbar’s Katzen: Sie besuchen uns, wir dürfen sie bei uns haben, doch die Verantwortung für Flöhe und Gaggi liegt bei den Nachbarn.

Nichtsdestotrotz sehe ich mich immer wieder schwitzend netzwerken, um für freie Nachmittage ein, zwei Kinder als Spielgefährten zu organisieren. Was in der heutigen Zeit nicht immer einfach ist. Viele berufstätige Eltern wollen an ihren spärlichen freien Tagen auch «etwas von ihren Kindern haben» und geben sie nicht so ohne weiteres her. Schliesslich will man auch mal «en famille» sein.

Ich bin ernsthaft am Überlegen, www.leihstdumirdeinkind.ch zu gründen. Suchen, so denke ich, müsste ich auch bei den Migrantenfamilien, die sind meist umfangreicher und froh, um ab und zu ein Kind weniger.

Gerade in den Ferien ist die Konstellation Zweierfamilie denkbar ungeeignet und nervraubend. Ich und das Kind, das Kind und ich, tagelang, jesses. Denn naturgemäss will es dauernd spielen und ich auch mal meine Ruhe.

Darum habe ich mich bei KOVIVE angemeldet, einer Organisation, die Ferienplätze für Kinder aus sozial schwachen Familien vermittelt. Würden uns diebisch über temporären Echt-Zuwachs freuen!

Wie gestalten Sie Ihre Freizeit als Klein(st)familie?

Autorin
Eva Assignon ist Initiantin und Betreiberin von www.bestefreundin.ch, wo sie seit 2008 auch den Business-Mama-Blog schreibt. Sie ist ausgebildete Naturheilpraktikerin/Homöopathin und arbeitet heute als Betreuerin in einer Tagesschule. Zusammen mit ihrem vierjährigen Sohn lebt sie in Langenthal/BE.

Risikofaktor Muttersöhnchen

von: Rita Angelone am: Dienstag, 27.03.2012
Tags: ausziehenflüggeHotelKinderMamaMammoniNesthocker

Junge Schweizerinnen und Schweizer ziehen zwar früher aus als die berühmt berüchtigten Mammoni, bleiben aber meist in der Nähe der Eltern wohnen.

Wer will schon Matthew McConaughey aus dem Haus haben? Szene aus dem Film «Failure to launch»

Als ich kürzlich dem «Muttersöhnchen-Index» begegnet bin, wurde ich als Südländerin und mit dem Begriff der «Mammoni», also der italienischen Muttersöhnchen, bestens vertraut, besonders hellhörig: All die Hotels Mama sollen schuld sein an der Euro-Krise? Denn, so die Aussage des Index, es bestehe einen Zusammenhang zwischen dem Anteil der 18- bis 34-jährigen Männer, die noch bei ihren Eltern wohnen und dem Risiko eines Zahlungsausfalls ihrer Heimatländer. Will die Schweiz, so der Rückschluss, nicht dasselbe Schicksal wie Griechenland, Italien oder Bulgarien erleiden, sollten Mütter hierzulande ihre Brut rechtzeitig aus dem Nest schmeissen, sofern diese nicht freiwillig das Hotel Mama verlassen will. Nur: Wann sind Kinder flügge und können ihr Nest verlassen? Und wie sieht es in der Schweiz aus?

Eine aktuelle Umfrage des Vergleichsdiensts Comparis zeigt folgendes Bild:

  • Mit 21 Jahren hat sich die Hälfte der jungen SchweizerInnen den Traum von der eigenen Wohnung erfüllt und zieht entweder mit einem Partner zusammen, allein in eine Wohnung oder in eine Wohngemeinschaft.
  • Nur ganz wenige, nämlich fünf von hundert Jugendlichen, verlassen den elterlichen Haushalt, weil die Eltern nerven oder weil diese sie rauswerfen.
  • Der Auszug ist meist nicht ein Abwenden von den Eltern, sondern ein Hinwenden zum Beruf und einem eigenen Lebenslauf

 

Fazit: Auch Schweizer Jugendliche sind Mamititis!

Schweizer Jugendliche ziehen im europäischen Vergleich zwar deutlich früher von zu Hause aus, während sich die Mammoni im südlichen Nachbarland Italien gut zehn Jahre länger im Hotel Mama verwöhnen lassen. Aber ganz so abnabeln, wie diese Zahlen vortäuschen könnten, tun sich Schweizer Jugendliche aber dann doch nicht: Die meisten bleiben doch ganz in der Nähe der Eltern! 70% der Befragten leben nach dem Auszug im selben Kanton, 28% sogar in der gleichen Ortschaft wie ihre Eltern! In ihrem tiefsten Inneren bleiben also auch die Schweizer Nestflüchter eigentliche «Mammonis».

Der wirkliche Unterschied zwischen hiesigen flügge werdenden Jugendlichen zu ihren europäischen Kollegen dürfte die Tatsache sein, dass in Südeuropa die Arbeitslosigkeit enorm hoch und Wohnungen schlichtweg zu teuer sind. So bleibt südländischen Nesthockern wohl oder übel keine andere Wahl, das Hotel Mama hat für sie gar eine lebensnotwendige Bedeutung. Von wegen sich Hinwenden zum Beruf und einem eigenen Lebenslauf!

Es bleibt also zu hoffen, dass sich die wirtschaftliche Lage in der Schweiz nicht deutlich verschlechtert, denn damit würde wohl der Anteil an Nesthockern auch hierzulande steigen. Was wiederum die ursprüngliche Aussage des «Muttersöhnchen-Effekts» um 180 Grad drehen würde...

Huhn oder Ei? Werden Sie Ihre Nesthocker dereinst aus dem Hotel Mama hinauskomplimentieren? Oder sehen Sie einer Zukunft als Hotelmanagerin auf unbestimmte Zeit gelassen entgegen?

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◊ Zurück ins Hotel Mama  

Wie überlebt man sein Kind?

von: Nathalie Sassine-Hauptmann am: Montag, 26.03.2012
Tags: HinterbliebeneKindTodTrauerVerlust

Wie weiterleben, wenn das Kind gestorben ist?

Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber seit ich selber Kinder habe, sind Nachrichten über Unfälle und Verbrechen, bei denen Kinder involviert sind, unerträglich. Das Busunglück im Wallis, bei dem 22 Kinder starben und die kaltblütigen Hinrichtigungen dreier Kinder in Toulouse warfen auch in den Medien letzte Woche viele Fragen auf. Einige handelten davon, wie wir unseren Kindern solche Tragödien erklären können, ohne sie zu traumatisieren.

So wichtig das natürlich ist, so viel mehr beschäftigt mich zurzeit die Frage, wie die betroffenen Eltern den Schmerz und die Trauer überhaupt aushalten. Wie lebt man weiter, wenn man ein Kind verloren hat? Wie kümmert man sich weiterhin um ein weiteres Kind, dass ebenfalls einen Verlust – nämlich den des Geschwisters – zu beklagen hat? Wie geht man damit um, immer wieder an den verstorbenen Sohn, an die verstorbene Tochter erinnert zu werden?

Ich stelle mir vor, dass Eltern beim Verlust des einzigen Kindes schlicht und einfach selber nicht mehr leben wollen. Wofür auch? Doch ich habe zwei Kinder. Wie würde ich weitermachen, wenn ich eines davon verlieren würde? Und schon bei dem blossen Gedanken kommen mir die Tränen.

Nehmen wir das Busunglück der belgischen Schüler: Die Eltern dieser verstorbenen Kinder freuten sich auf ein Wiedersehen und darauf, von den 12-Jährigen alles über ihr Skilager zu erfahren. Stattdessen kriegen sie einen Anruf, es habe einen Unfall gegeben. Einen ganzen Tag lang wussten sie nicht einmal, ob ihr Kind noch lebt oder zu den Toten gehört. Erholt man sich von solch einem Trauma?

Oder dieser Verrückte, der in Toulouse Kinder vor der Schule hinrichtet, im Namen Allahs, dessen Religion einen solchen Akt genauso wie alle anderen verurteilt (damit das auch wiedermal gesagt ist). Schickt man sein anderes Kind jemals wieder mit ruhigem Gewissen in die Schule?

Solche Tragödien wie letzte Woche zeigen uns wieder einmal auf, wie kostbar das Leben ist. Und dass wir es geniessen sollen. Ich sollte vielleicht auch weniger streng zu meinen Kindern sein und mich öfter fragen, wie wichtig es wirklich ist, mit ihnen zu schimpfen, weil sie sich die Hände schon wieder nicht gewaschen haben. Und ihnen noch öfter sagen, dass ich sie liebe. Das gilt übrigens nicht nur für unsere Kinder, sondern für alle, die uns nahe stehen.

Denn sobald die Tragödien aus den Schlagzeilen verschwunden sind, geht unser Leben weiter. Wir werden diese Schicksale nach und nach vergessen. Die Eltern der getöteten Kinder nicht. Nie.

Babysitter auf vier Rädern

von: Rita Angelone am: Donnerstag, 22.03.2012

Sollten Sie eine Hockey Mom sein, wird Ihnen hier geholfen.

Herumchauffiert zu werden, ist cool.

Haben Sie manchmal auch solche Sorgen?

  • Ihre Kinder möchten ihre Freunde besuchen, aber Sie haben keine Zeit, sie hinzufahren?
  • Sie haben keine Zeit, um bei Ihren Kindern zu verweilen, während sie auf einem Spielplatz spielen oder einer sportlichen Aktivität nachgehen?
  • Sie sind so gestresst und besorgt und leiden sehr unter Zeitdruck? So sehr, dass Sie sich nur noch als nervliches Wrack vorkommen? Und Sie sind darum nicht mehr in der Lage, Ihre Kinder zur Schule zu fahren oder zu den verschiedenen Freizeitaktivitäten zu bringen?

In all diesen Fällen ist Fleurette Kids Taxi für Sie da! Also, nur falls Sie im kanadischen Ottawa wohnen... Fleurette Kids Taxi springt in der kanadischen Hauptstadt immer und überall ein und bietet einen schnellen, effizienten, sicheren, freundlichen und professionellen Fahrdienst für Kinder an. Das Kindertaxi koordiniert die Kinderaktivitäten, bringt und holt die Kinder ohne Verzug und ohne Besorgnis und Bedenken überall da hin, wo Sie wollen, und übernimmt für Sie das langweilige Warten währen der Freizeitaktivitäten der Kinder.

Und selbst, wenn Sie nicht wissen sollten, wohin Sie Ihre Kinder abladen können, auch dann hilft Fleurette Kids Taxi weiter und empfiehlt Ihnen gar geeignete Kinderaktivitäten.

Ja, Fleurette Kids Taxi hilft Eltern in Ottawa wirklich weiter und ist längst nicht nur ein Kindertaxi, sondern ein richtiger Babysitter!

Glück oder Pech, dass es ein solches Kindertaxi bei uns (noch) nicht gibt? Wird das DIE neue Marktlücke auch in der Schweiz? Was halten Sie davon? Wären Sie auch schon froh gewesen, eine Fleurette herbeirufen zu können?

Adoptivkinder: Problemhaufen oder Glückspilze?

von: Rita Angelone am: Donnerstag, 15.03.2012

Eine Studie, die das Wohlbefinden von Adoptivkindern in der Schweiz untersuchte, belegt, dass adoptierte Kinder sich nicht von anderen Kindern unterscheiden.

Geborgenheit und Zuwendung sind besonders wichtig: Katherine Heigl mit Ehemann Josh Kelley und Adoptivtochter Naleigh (2010).

All die Geschichten rund um zwei adoptierte Kinder in unserer Verwandtschaft haben mein Bild von Adoptivkindern geprägt: Problemhaufen, Blackboxen, tickende Zeitbomben. Niemand weiss, was darin steckt uns was dereinst heraus kommt. Nur eins ist sicher: Irgendwann knallt es.

Viele Studien beschreiben die Adoption als Leidensgeschichte: Adoptivkinder litten häufiger an psychischen Beschwerden, fielen auf durch Hyperaktivität, hätten öfter Schulschwierigkeiten und entwickelten häufiger Bindungsstörungen. Vor allem Adoptivkinder aus anderen Ländern hätten ein  höheres Risiko, an psychischen Krankheiten zu leiden oder drogensüchtig zu werden.

Doch es gibt Erziehungswissenschaftler, die diesen Resultaten misstrauen und ins Feld führen, dass Adoptivkinder oft deshalb häufiger wegen psychischer Probleme in Behandlung seien, weil ihre Eltern – wohl selber geprägt durch ein problembehaftetes Bild der Adoption – schneller professionelle Hilfe suchten.

Eine aktuelle Studie hat nun das Wohlbefinden von Adoptivkindern in der Schweiz erforscht und kommt zu einem überraschenden Resultat:

  • Adoptivkinder unterscheiden sich in ihrem emotionalen und sozialen Befinden praktisch nicht von anderen Schweizer Kindern.
  • In einigen Aspekten geht es Adoptivkindern sogar besser: So haben die bis 5-jährigen Kinder im Durchschnitt weniger Ängste und auch weniger körperliche Beschwerden.
  • Adoptivkinder im Alter zwischen 5 und 18 Jahren zeigen sich weniger emotional abweisend.
  • Sie leiden gleich oft an Schlafproblemen und sind auch bezüglich «aggressivem Verhalten» nicht auffällig.
  • Einzig die älteren Adoptivkinder weisen öfter Aufmerksamkeitsdefizite auf. Jedoch ist diese Abweichung auf wenige Kinder beschränkt.

Adoptivkinder unterscheiden sich also nicht von anderen Kindern – in einigen Bereichen geht es ihnen sogar besser!

Aber auch diese Resultate sind mit Vorsicht zu geniessen. Die untersuchten Adoptivkinder waren erst maximal sechs Jahre in ihren neuen Familien, nur wenige waren bereits in der Pubertät. Da in der ersten Phase ein ‹Honeymoon›-Effekt die Wahrnehmung beeinflusst, wird die Erhebung 2014 wiederholt bzw. darüber hinaus verlängert, um die Kinder bis über die Pubertät hinaus begleiten zu können.

Kein Kind, auch kein leibliches, ist ein unbeschriebenes Blatt

Damit eine Adoption (so wie auch eine biologische Elternschaft) möglichst erfolgreich verläuft, sollten wir in erster Linie von einem überhöhten Familienideal abkommen. Biologische Eltern fragen sich, was eine perfekte Familie ausmacht, Adoptiveltern müssen eine solche gar vor der Adoption gegenüber den Behörden garantieren. Dass ein solcher Druck sich negativ auf  Adoptivkinder und auf deren Wohlbefinden auswirkt, liegt auf der Hand. Des Weiteren können transparente und nachvollziehbare Bewilligungsverfahren und klare Kriterien für den Sozialbericht die Grundlage bilden für eine Bestätigung dieser erfreulichen Erkenntnisse, wenn die Studie in den nächsten Jahren wiederholt wird.

Quelle:
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Sind-Adoptivkinder-gluecklicher/story/26164589

Die Kopfläuse einfach wegfönen

von: Veronica Bonilla Gurzeler am: Mittwoch, 14.03.2012

Eine Marktlücke schliesst sich: In der neu eröffneten Antilaus-Praxis in Zürich geht es den krabbelnden Plagegeistern an den Kragen.

Auch ohne Kopfläuse ein «Luusmeitli». (Foto: Veronica Bonilla Gurzeler)

Die Laus, das muss zerknirscht eingestanden werden, hat das 21. Jahrhundert äusserst erfolgreich in Angriff genommen. War in meiner Schulzeit Lausbefall etwas, das wir nur vom Hörensagen kannten, sind Schweizer Schulen und Horte heutzutage teilweise flächendeckend und oftmals monatelang verlaust.

Mit  häufigerem Haarewaschen wird man das Ungeziefer nicht los, «es wird bloss sauberer», sagt Lausfachfrau Sibylle Hauser trocken. Bitter: Gegen die chemischen Shampoos gibts bereits Resistenzen. Wer den Kahlschlag der kindlichen Haarpracht nicht übers Herz bringt, muss Stunden mit einer Tätigkeit zubringen, die man früher vor allem von Bildern aus weniger zivilisierten Ländern kannte.

Das muss nicht mehr sein! Jetzt – endlich! – gibts in Zürich die erste professionelle Lauspraxis der Schweiz. Versprochen wird: Entfernung ohne Chemie, dafür mit Lausfrei-Garantie. Also nichts wie hin mit dem Lausmädchen! In der klinisch-nüchternen Praxis, die früher ein Coiffeursalon war, erwarten uns Sibylle Hauser und ihre Kollegin Claudia Crevenna in weissen Schürzen und Hauben; der Lousebuster, eine Mischung zwischen Staubsauger und Föhn, steht parat. 30 Minuten dauert Behandlungsschritt Nr. 1: Mit heisser Luft aus dem Lousebuster (knapp erträglich) werden Läuse und Nissen systematisch ausgetrocknet: Etwas länger, je nach Ausmass des Lausbefalls und Haarlänge, dauert Behandlungsschritt Nr. 2: Das Haar wird befeuchtet, die getoastetenTierchen mit Laus- und Nissenkamm minutiös entfernt.

Gründerin des Unternehmens, von dem wir uns schon mal Aktien sichern wollen, ist ETH-Lebensmitteltechnologin und Geschäftsfrau Sibylle Hauser. «Dass Läusen und auch alle anderen Insekten heisse Trockenheit schlecht bekommt, weiss ich aus einer Vorlesung Entomologie», sagt die Mutter einer Tochter, die mit Läusen selbst einschlägige Erfahrung gemacht hat. «Der Lousebuster hat mich aus wissenschaftlicher und praktischer Sicht überzeugt.» Das Gerät wurde von einem amerikanischen Wissenschaftler erfunden, seine Wirksamkeit wurde in klinischen Studien erprobt.

Von Sibylle Hausers Forschergeist zeugt ein Mikroskop, unter welchem ich sogar das Blut im Leib der eben gefunden Läuse sehe, das diese meiner Tochter gesaugt haben. Nach 1,5 Stunden ist das Wunder vollbracht – das Lausmädchen ist lausfrei! 

Weitere Infos
www.antilaus.ch
www.lousebuster.com

Apps fürs iPatsch

von: Rita Angelone am: Dienstag, 06.03.2012
Tags: AppiPadiPhoneKinderSmartphoneSpiele

Apps sind kein Teufelszeug für die Kleinen und Kleinsten. Im Gegenteil. Hier finden Sie nützliche, familien- und kinderfreundliche Apps.

Vor ungefähr einem Jahr haben wir damit angefangen, familien- und kinderfreundliche Apps in einer eigenen Rubrik auf unserem Blog vorzustellen. Das Thema Apps für Kinder war damals noch fast so etwas wie ein Tabu: Dürfen kleine Kinder schon mit iPads, iPhones und Apps hantieren? Wie soll man Kinder medienkompetent erziehen? Ist das alles nicht zu gefährlich, zu schädlich für unsere Kinder?

Irgendwann veränderte sich die Berichterstattung. Plötzlich las man, dass Kindergärten iPads einsetzten – und dies sogar noch erfolgreich. Verschiedene Medien und Plattformen nahmen das Thema Familien- und Kinder-Apps ebenfalls als Rubrik auf oder entwickelten gar eigene Apps, wie zum Beispiel die mobile Ausflugs- und Spielplatz-App von familienleben.ch!

Und so bin ich dieser Tage mit einem Augenzwinkern für einmal «fremdgegangen» und habe mit den Buben eine App getestet, welche die Schweizer Familie vorgestellt hat: Meine 1. App!

 

Mit verschiedenen Fortbewegungsmitteln können Puzzles, Dreh- oder Geduldspiele gespielt werden. Für richtig gelöste Spiele werden die Kinder verschieden belohnt – sei es ein Auto, das mit Ach und Krach davon fährt, oder ein Männchen, dass sich mit einer Trompete dazwischen schaltet. Die App ist liebevoll illustriert und lehrreich und eignet sich für Kinder von 2 bis 6 Jahren.

Und hier ein paar Links, um familien- und kinderfreundliche Apps zu finden:

  • Apps für Schule und Uni: Im App Store gibt es so viele Lernapps, dass den Lernmöglichkeiten praktisch keine Grenzen gesetzt sind.

Wie hat sich Ihre Meinung zu Familien- und Kinderapps entwickelt? Kennen Sie weitere Quellen für familien- und kinderfreundliche Apps?

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Schwangere und Neo-Mütter stehen unter Dauerbeschuss. Ein strenger Kodex regelt, was sie essen und trinken dürfen, und wie sie zu gebären haben. Warum nur?
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Der Kompromiss-Marathon

Kinderlose Menschen glauben, ihr Leben bestünde aus lauter Kompromissen. Bis sie Kinder kriegen.
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