von: Rita Angelone am: Donnerstag, 03.05.2012
In welchem Land ist es am schönsten, Mutter zu sein? Und in welchem am schlimmsten?

Schlusslicht im Mütter-Index: Afghanistan. (Bild: iStockphoto)
Mütter klagen oft. Die einen aus mehr und die anderen aus weniger triftigen Gründen, wie der «Mother´s Index» belegt, der jährlich veröffentlicht wird und die weltweite Lebensqualität von Müttern erhebt.
Für 2011 führt Norwegen die Top Ten der besten Länder für Mütter an, gefolgt von Australien, Island, Schweden, Dänemark, Neuseeland, Finnland, Belgien, Holland, Frankreich und Deutschland. Die meisten dieser Länder kommen uns sehr bekannt vor, werden sie doch immer wieder in Berichterstattungen über familienfreundliche Gesellschaften herausragend zitiert. Es erstaunt auch nicht, dass alle in der Top Ten vertretenen Ländern auch in der Liste der «Top Gender Balanced»-Staaten zu finden sind.
Demgegenüber bilden die Zentralafrikanische Republik, Sudan, Mali, Eritrea, Demokratische Republik Kongo, Tschad, Jemen, Guinea-Bissau, Nigeria und Afghanistan die fünf Schlusslichter. Die Bedingungen für Mütter und Kinder ist in diesen Länder verheerend:
- Über die Hälfte der Geburten werden nicht durch ausgebildetes Personal begleitet.
- Im Durchschnitt stirbt eine Frau aus dreissig an den Folgen einer Schwangerschaft.
- Jedes sechste Kind stirbt vor dem Erreichend des fünften Lebensjahres.
- Jedes dritte Kind leidet an den Folgen von Unterernährung.
- Jedes siebte Kind wird nicht eingeschult, davon mehr Knaben als Mädchen.
- Im Durchschnitt geniessen Mädchen und Frauen weniger als sechs Jahre Schulbildung.
- Frauen verdienen nur 40% soviel wie Männer.
- Neun von zehn Frauen verlieren zu Lebzeit eines ihrer Kinder.
Der Kontrast zwischen Norwegen und Afghanistan könnte grösser nicht sein:
- Während in Norwegen alle Geburten fachmännisch begleitet werden, sind in Afghanistan nur in 14% der Fälle Fachleute bei der Geburt anwesend.
- Norwegische Frauen geniessen im Schnitt 18 Jahre Schulbildung und haben eine Alterserwartung von 83 Jahren, während Frauen in Afghanistan weniger als 5 Jahre Schulbildung und eine Alterserwartung von 45 Jahren aufweisen.
- Über 80% der Frauen in Norwegen setzen eine Verhütungsmethode ein, während es in Afghanistan nur 16% tun.
- Während in Norwegen nur eine Mutter auf 175 ihr Kind vor dem 5. Geburtstag verliert, stirbt in Afghanistan jedes fünfte Kind vor dem Erreichen dieses Alters.
Die erhobenen Daten zeigen, wie gross die Diskrepanz zwischen reichen und armen Ländern ist und wie wichtig es ist, Verbesserungen in Sachen Gesundheit und Wohlergehen von Müttern und Kindern auf der ganzen Welt anzustreben.
Wollen wir versuchen, uns daran zu erinnern, wenn wir das nächste Mal auf hohem Niveau klagen?
von: Rita Angelone am: Dienstag, 27.03.2012
Junge Schweizerinnen und Schweizer ziehen zwar früher aus als die berühmt berüchtigten Mammoni, bleiben aber meist in der Nähe der Eltern wohnen.

Wer will schon Matthew McConaughey aus dem Haus haben? Szene aus dem Film «Failure to launch»
Als ich kürzlich dem «Muttersöhnchen-Index» begegnet bin, wurde ich als Südländerin und mit dem Begriff der «Mammoni», also der italienischen Muttersöhnchen, bestens vertraut, besonders hellhörig: All die Hotels Mama sollen schuld sein an der Euro-Krise? Denn, so die Aussage des Index, es bestehe einen Zusammenhang zwischen dem Anteil der 18- bis 34-jährigen Männer, die noch bei ihren Eltern wohnen und dem Risiko eines Zahlungsausfalls ihrer Heimatländer. Will die Schweiz, so der Rückschluss, nicht dasselbe Schicksal wie Griechenland, Italien oder Bulgarien erleiden, sollten Mütter hierzulande ihre Brut rechtzeitig aus dem Nest schmeissen, sofern diese nicht freiwillig das Hotel Mama verlassen will. Nur: Wann sind Kinder flügge und können ihr Nest verlassen? Und wie sieht es in der Schweiz aus?
Eine aktuelle Umfrage des Vergleichsdiensts Comparis zeigt folgendes Bild:
- Mit 21 Jahren hat sich die Hälfte der jungen SchweizerInnen den Traum von der eigenen Wohnung erfüllt und zieht entweder mit einem Partner zusammen, allein in eine Wohnung oder in eine Wohngemeinschaft.
- Nur ganz wenige, nämlich fünf von hundert Jugendlichen, verlassen den elterlichen Haushalt, weil die Eltern nerven oder weil diese sie rauswerfen.
- Der Auszug ist meist nicht ein Abwenden von den Eltern, sondern ein Hinwenden zum Beruf und einem eigenen Lebenslauf
Fazit: Auch Schweizer Jugendliche sind Mamititis!
Schweizer Jugendliche ziehen im europäischen Vergleich zwar deutlich früher von zu Hause aus, während sich die Mammoni im südlichen Nachbarland Italien gut zehn Jahre länger im Hotel Mama verwöhnen lassen. Aber ganz so abnabeln, wie diese Zahlen vortäuschen könnten, tun sich Schweizer Jugendliche aber dann doch nicht: Die meisten bleiben doch ganz in der Nähe der Eltern! 70% der Befragten leben nach dem Auszug im selben Kanton, 28% sogar in der gleichen Ortschaft wie ihre Eltern! In ihrem tiefsten Inneren bleiben also auch die Schweizer Nestflüchter eigentliche «Mammonis».
Der wirkliche Unterschied zwischen hiesigen flügge werdenden Jugendlichen zu ihren europäischen Kollegen dürfte die Tatsache sein, dass in Südeuropa die Arbeitslosigkeit enorm hoch und Wohnungen schlichtweg zu teuer sind. So bleibt südländischen Nesthockern wohl oder übel keine andere Wahl, das Hotel Mama hat für sie gar eine lebensnotwendige Bedeutung. Von wegen sich Hinwenden zum Beruf und einem eigenen Lebenslauf!
Es bleibt also zu hoffen, dass sich die wirtschaftliche Lage in der Schweiz nicht deutlich verschlechtert, denn damit würde wohl der Anteil an Nesthockern auch hierzulande steigen. Was wiederum die ursprüngliche Aussage des «Muttersöhnchen-Effekts» um 180 Grad drehen würde...
Huhn oder Ei? Werden Sie Ihre Nesthocker dereinst aus dem Hotel Mama hinauskomplimentieren? Oder sehen Sie einer Zukunft als Hotelmanagerin auf unbestimmte Zeit gelassen entgegen?
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von: Rita Angelone am: Donnerstag, 22.03.2012
Sollten Sie eine Hockey Mom sein, wird Ihnen hier geholfen.

Herumchauffiert zu werden, ist cool.
Haben Sie manchmal auch solche Sorgen?
- Ihre Kinder möchten ihre Freunde besuchen, aber Sie haben keine Zeit, sie hinzufahren?
- Sie haben keine Zeit, um bei Ihren Kindern zu verweilen, während sie auf einem Spielplatz spielen oder einer sportlichen Aktivität nachgehen?
- Sie sind so gestresst und besorgt und leiden sehr unter Zeitdruck? So sehr, dass Sie sich nur noch als nervliches Wrack vorkommen? Und Sie sind darum nicht mehr in der Lage, Ihre Kinder zur Schule zu fahren oder zu den verschiedenen Freizeitaktivitäten zu bringen?
In all diesen Fällen ist Fleurette Kids Taxi für Sie da! Also, nur falls Sie im kanadischen Ottawa wohnen... Fleurette Kids Taxi springt in der kanadischen Hauptstadt immer und überall ein und bietet einen schnellen, effizienten, sicheren, freundlichen und professionellen Fahrdienst für Kinder an. Das Kindertaxi koordiniert die Kinderaktivitäten, bringt und holt die Kinder ohne Verzug und ohne Besorgnis und Bedenken überall da hin, wo Sie wollen, und übernimmt für Sie das langweilige Warten währen der Freizeitaktivitäten der Kinder.
Und selbst, wenn Sie nicht wissen sollten, wohin Sie Ihre Kinder abladen können, auch dann hilft Fleurette Kids Taxi weiter und empfiehlt Ihnen gar geeignete Kinderaktivitäten.
Ja, Fleurette Kids Taxi hilft Eltern in Ottawa wirklich weiter und ist längst nicht nur ein Kindertaxi, sondern ein richtiger Babysitter!
Glück oder Pech, dass es ein solches Kindertaxi bei uns (noch) nicht gibt? Wird das DIE neue Marktlücke auch in der Schweiz? Was halten Sie davon? Wären Sie auch schon froh gewesen, eine Fleurette herbeirufen zu können?
von: Rita Angelone am: Donnerstag, 15.03.2012
Eine Studie, die das Wohlbefinden von Adoptivkindern in der Schweiz untersuchte, belegt, dass adoptierte Kinder sich nicht von anderen Kindern unterscheiden.

Geborgenheit und Zuwendung sind besonders wichtig: Katherine Heigl mit Ehemann Josh Kelley und Adoptivtochter Naleigh (2010).
All die Geschichten rund um zwei adoptierte Kinder in unserer Verwandtschaft haben mein Bild von Adoptivkindern geprägt: Problemhaufen, Blackboxen, tickende Zeitbomben. Niemand weiss, was darin steckt uns was dereinst heraus kommt. Nur eins ist sicher: Irgendwann knallt es.
Viele Studien beschreiben die Adoption als Leidensgeschichte: Adoptivkinder litten häufiger an psychischen Beschwerden, fielen auf durch Hyperaktivität, hätten öfter Schulschwierigkeiten und entwickelten häufiger Bindungsstörungen. Vor allem Adoptivkinder aus anderen Ländern hätten ein höheres Risiko, an psychischen Krankheiten zu leiden oder drogensüchtig zu werden.
Doch es gibt Erziehungswissenschaftler, die diesen Resultaten misstrauen und ins Feld führen, dass Adoptivkinder oft deshalb häufiger wegen psychischer Probleme in Behandlung seien, weil ihre Eltern – wohl selber geprägt durch ein problembehaftetes Bild der Adoption – schneller professionelle Hilfe suchten.
Eine aktuelle Studie hat nun das Wohlbefinden von Adoptivkindern in der Schweiz erforscht und kommt zu einem überraschenden Resultat:
- Adoptivkinder unterscheiden sich in ihrem emotionalen und sozialen Befinden praktisch nicht von anderen Schweizer Kindern.
- In einigen Aspekten geht es Adoptivkindern sogar besser: So haben die bis 5-jährigen Kinder im Durchschnitt weniger Ängste und auch weniger körperliche Beschwerden.
- Adoptivkinder im Alter zwischen 5 und 18 Jahren zeigen sich weniger emotional abweisend.
- Sie leiden gleich oft an Schlafproblemen und sind auch bezüglich «aggressivem Verhalten» nicht auffällig.
- Einzig die älteren Adoptivkinder weisen öfter Aufmerksamkeitsdefizite auf. Jedoch ist diese Abweichung auf wenige Kinder beschränkt.
Adoptivkinder unterscheiden sich also nicht von anderen Kindern – in einigen Bereichen geht es ihnen sogar besser!
Aber auch diese Resultate sind mit Vorsicht zu geniessen. Die untersuchten Adoptivkinder waren erst maximal sechs Jahre in ihren neuen Familien, nur wenige waren bereits in der Pubertät. Da in der ersten Phase ein ‹Honeymoon›-Effekt die Wahrnehmung beeinflusst, wird die Erhebung 2014 wiederholt bzw. darüber hinaus verlängert, um die Kinder bis über die Pubertät hinaus begleiten zu können.
Kein Kind, auch kein leibliches, ist ein unbeschriebenes Blatt
Damit eine Adoption (so wie auch eine biologische Elternschaft) möglichst erfolgreich verläuft, sollten wir in erster Linie von einem überhöhten Familienideal abkommen. Biologische Eltern fragen sich, was eine perfekte Familie ausmacht, Adoptiveltern müssen eine solche gar vor der Adoption gegenüber den Behörden garantieren. Dass ein solcher Druck sich negativ auf Adoptivkinder und auf deren Wohlbefinden auswirkt, liegt auf der Hand. Des Weiteren können transparente und nachvollziehbare Bewilligungsverfahren und klare Kriterien für den Sozialbericht die Grundlage bilden für eine Bestätigung dieser erfreulichen Erkenntnisse, wenn die Studie in den nächsten Jahren wiederholt wird.
Quelle:
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Sind-Adoptivkinder-gluecklicher/story/26164589
von: Rita Angelone am: Dienstag, 06.03.2012
Apps sind kein Teufelszeug für die Kleinen und Kleinsten. Im Gegenteil. Hier finden Sie nützliche, familien- und kinderfreundliche Apps.
Vor ungefähr einem Jahr haben wir damit angefangen, familien- und kinderfreundliche Apps in einer eigenen Rubrik auf unserem Blog vorzustellen. Das Thema Apps für Kinder war damals noch fast so etwas wie ein Tabu: Dürfen kleine Kinder schon mit iPads, iPhones und Apps hantieren? Wie soll man Kinder medienkompetent erziehen? Ist das alles nicht zu gefährlich, zu schädlich für unsere Kinder?
Irgendwann veränderte sich die Berichterstattung. Plötzlich las man, dass Kindergärten iPads einsetzten – und dies sogar noch erfolgreich. Verschiedene Medien und Plattformen nahmen das Thema Familien- und Kinder-Apps ebenfalls als Rubrik auf oder entwickelten gar eigene Apps, wie zum Beispiel die mobile Ausflugs- und Spielplatz-App von familienleben.ch!
Und so bin ich dieser Tage mit einem Augenzwinkern für einmal «fremdgegangen» und habe mit den Buben eine App getestet, welche die Schweizer Familie vorgestellt hat: Meine 1. App!

Mit verschiedenen Fortbewegungsmitteln können Puzzles, Dreh- oder Geduldspiele gespielt werden. Für richtig gelöste Spiele werden die Kinder verschieden belohnt – sei es ein Auto, das mit Ach und Krach davon fährt, oder ein Männchen, dass sich mit einer Trompete dazwischen schaltet. Die App ist liebevoll illustriert und lehrreich und eignet sich für Kinder von 2 bis 6 Jahren.
Und hier ein paar Links, um familien- und kinderfreundliche Apps zu finden:
- Apps für Schule und Uni: Im App Store gibt es so viele Lernapps, dass den Lernmöglichkeiten praktisch keine Grenzen gesetzt sind.
Wie hat sich Ihre Meinung zu Familien- und Kinderapps entwickelt? Kennen Sie weitere Quellen für familien- und kinderfreundliche Apps?
von: Rita Angelone am: Dienstag, 14.02.2012
Laute und freche Kinder bekommen in der Schule die volle Aufmerksamkeit. Schüchterne werden kaum wahrgenommen – und leiden still.

Oft sind sie in der Schule nur Statisten: Schüchterne Kinder. (Bild: iStockphoto)
Alle scheinen nur über «Zappelphilippe» zu reden. Gross ist die Sorge von uns Eltern, unsere unruhigen Kinder könnten unter ADHS leiden und in der Schule deswegen Probleme bekommen. Dass es auch Eltern gibt, die genau die gegenteiligen Ängste haben, vergisst man gerne: Kinder, die so still und angepasst und derart unauffällig sind, dass sie in der Schule Gefahr laufen, regelrecht links liegen gelassen zu werden.
«Einfache» Kinder, die weder auffallen noch anecken, bedürfen scheinbar keiner besonderen Aufmerksamkeit seitens Lehrerschaft. Diese ist ohnehin mit den vorlauten und frechen Kameraden beschäftigt. Dass es aber unter diesen unscheinbaren, einfachen Kindern auch solche hat, die dermassen schüchtern sind, dass sie schlichtweg nicht in der Lage sind, ihr Können zum Ausdruck zu bringen, vergisst man leider allzu oft. Bleibt dies unbemerkt, kann die übermässige Schüchternheit leicht mit Dummheit verwechselt werden. Mit schwerwiegenden Folgen.
Der Teufelskreis schüchterner Schüler
- Wegen ihrer mündlichen Passivität im Unterricht erzielen sie schlechtere Noten.
- Dies führt zu negativen Zuschreibungen, was sie wiederum schrittweise auf ihre Rolle als Aussenseiter festgenagelt.
- Die Mitschüler übernehmen die negative Beurteilung der Lehrperson und finden ihre schüchternen Kollegen in der Folge auch nicht mehr «lässig».
- Ein schüchternes Kind wendet sich Hobbys zu, bei denen es sich mit Objekten beschäftigen kann statt mit Menschen: Es bastelt oder zeichnet lieber, als mit Gleichaltrigen herumzutollen, treibt tendenziell auch weniger Sport.
- Ihr Selbstwertgefühl und ihre Erfolgszuversicht schwinden. Schüchterne fühlen sich irgendwann unter Gleichaltrigen einsam. Sie ziehen sich mehr und mehr in sich selbst zurück und isolieren sich weiter.
Sensibilisierte Lehrpersonen können am besten helfen
- Lernt die Lehrperson das schüchterne Kind besser kennen und schätzen, weiss sie auch eher, wie es gefördert werden kann, ohne es zu überfordern.
- Die Lehrperson kann dem schüchternen Kind zu einer eigenen «Bühne» verhelfen, auf der es seine Schüchternheit zumindest teilweise ablegen und schrittweise Erfolgserlebnisse verbuchen kann.
- Ein positiveres Verhältnis der Lehrperson zum schüchternen Kind wiederum färbt sich auch auf die Mitschülerinnen und Mitschüler ab.
Schüchternheit muss ernst genommen werden!
Dieser bisher wohl etwas bagatellisierten Thematik hat sich Titularprofessor Georg Stöckli vom Pädagogischen Institut der Universität Zürich angenommen. Er empfiehlt, Eltern und Lehrern die Schüchternheit bei Kindern ernst zu nehmen und hat ein Trainingsprogramm entwickelt, mit dem schüchterne Schüler lernen können, sich in der Gruppe zu präsentieren und die eigenen Stärken zu zeigen: Der Kurs dürfte schon bald betroffenen Schülern offen stehen.
Es ist zu hoffen, dass in der Schule der Fokus nicht nur auf die Lauten und Agressiven gelegt wird, sondern dass auch stille und vermeintlich problemlose Schüler die nötige Unterstützung bekommen.
Welche Erfahrungen haben Sie mit übermässiger Schüchternheit gemacht – sei es bei Ihnen selber oder bei Ihren Kindern?
von: Rita Angelone am: Dienstag, 07.02.2012
Wohl kein Land in Europa hat ein so reichhaltiges Musikangebot für Kinder wie die Schweiz. Aber was macht ein Kinderlied zu einem Ohrwurm?

Bei der «Grossen Kiste» geht die Post ab! (Bild: www.grossekiste.ch)
Erwachsene kennen es: Genauso wie in jedem Film die Musik das Erlebnis vertieft, verleihen Lieder dem Leben eine weitere Dimension. Lieder assoziiert man mit Erlebnissen und hört man bestimmte Lieder, ist es, als würde man das Erlebte gleich nochmals durchleben. Kinderlieder bewirken dasselbe bei Kindern und bilden somit den Soundtrack zu ihrem Kinderleben.
Doch über welche speziellen Eigenschaften müssen Kinderlieder verfügen, damit sie in die «Kinderhitparade» aufgenommen werden?
- Kinder möchten einen Bezug zum Lied haben: Worte und Melodie müssen die vielen Facetten im Kinderleben – z.B. Sommerferien, Zootiere, Freude, Streit – so erfassen, dass sie für die Kinder relevant sind.
- Die Melodien müssen eingängig und mitsingbar sein.
- Die Texte müssen verständlich, einfühlsam und witzig zugleich und am besten auf Mundart sein.
- Und nicht zuletzt: die Lieder müssen nicht zwingend etwas pädagogisch Wertvolles beinhalten.
Welche positiven Wirkungen üben Musik und Gesang insbesondere auf Kinder aus?
- Singen gibt Kindern Halt: Lieder tönen immer gleich, der Text ändert sich nicht und verlässlich folgt nach ein paar Zeilen der Refrain. Solche übersichtlichen Strukturen schenken Kindern das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.
- Singen begünstigt die Sprachentwicklung: Wer singt, bekommt leichter ein Gefühl für den Rhythmus der Sprache und der Worte.
- Singen berührt das Innerste, stellt auf, beruhigt, tröstet und hilft, Dampf abzulassen – sei es alleine oder gemeinsam mit der ganzen Familie an Konzerten.
Dann lasst uns alle singen!
Mit Musik, Gesang – und auch mit Tanzen – können Eltern und Kinder gar nicht früh genug anfangen! Ob zu Hause oder an Anlässen – singen Sie mit Ihren Kindern wann immer es Ihnen danach ist. Unbekümmert und voller Freude und jeder so gut er kann!
Singen Sie mit Ihren Kindern? Zu Hause oder lieber an Konzerten? Und welches sind die Kinderlieder-Hits Ihrer Kinder?
Andrew Bond: «Grosse Kiste»
Eine gute Gelegenheit bietet sich ab 15. Februar mit dem Start von Andrew Bonds «Grosse Kiste» mit Konzerten und Aufführungen im Theater 11 in Zürich und im Musical Theater Basel. Gemeinsam mit einer hochkarätigen Band verwandelt Kinderlied-Superstar Andrew Bond seine Hits zu einem fätzigen musikalischen Feuerwerk – ein Muss für die ganze Familie und alle kleinen und grossen Bond-Fans.
Alle Infos finden Sie unter www.grossekiste.ch
von: Andrea Strahm am: Mittwoch, 28.12.2011
Andrea Strahm sagt Adieu. Und die Töchter ziehen Bilanz über ihre Erziehung.

Stolze Mama mit ihren Töchtern: Melina, Andrea und Livia.
Meine Jüngste wird im Januar volljährig, die Älteste wird es dann seit drei Jahren sein. Kurzum, ich habe in Bälde nichts mehr zu sagen. Rein. Gar. Nichts. Auch Ihnen, liebe Leser und Leserinnen, nicht, denn wo soll ich auch ein Thema hernehmen, mit zwei so wahnsinnig erwachsenen Kindern? Drum fragen wir sie doch zum Abschluss selber, was gut war in ihrer Erziehung und was nicht.
Die Erste, die ich erwische, ist Livia, die Jüngere. Meine in anständigem, mütterlich-liebevollem Ton gestellte Frage beantwortete sie mit einem Wortschwall, der mich vom Barhocker wirft. Wir haben nämlich Barhocker in der Küche, und darauf sitzen wir, nur so nebenher. Und der Schwall, der nun über mich wabbert, tönt in stark gekürzter Fassung etwa so:
Also Deine totale Überbehütung, das ist das Letzte, und zwar in jeder Hinsicht – Ausgang nur bis zum letzten Tram, ich darf nicht Velo fahren nachts und wenn’s regnet. Du hast total Probleme mit Loslassen, jetzt aber echt!
Ok, ok, sie hat PPP, oder PP. Das ist Philosophie und/oder Psychologie und Pädagogik und ein Fach in der Schule und seither ist sie voll auf dem psychologischen Trip. Und sie hat ja nicht Unrecht, ich BIN eine Gluckhenne. Drum sind die beiden ja so gut herausgekommen.
Und es war total nervig, dass wir so selten Freunde zum Übernachten bringen oder mit in die Ferien nehmen durften, weil sich Papi immer gestört gefühlt hat, und dass Du relativ wenig mit uns gemacht hast. Dir war häufig schlecht oder Du hattest Migräne.
Na, wer reklamiert denn am meisten, wenn der Freund der Schwester mal etwas öfter als sonst hier übernachtet? Klein-Livia. Und mir WAR häufig schlecht und ich HATTE Kopfweh. Sie selber später auch, und da gingen wir zum Arzt, und der stellte fest, dass wir beide Laktose- und Fruktoseintoleranz haben. Und seitdem ich diese blöde Diät mache, bin ich TOPFIT.
Also ich find’s super gut, dass Ihr erreicht habt, dass wir nicht rauchen, kiffen, Alk trinken – wie habt Ihr das gemacht?
GEMACHT? Na, gar nicht, ehrlich gesagt. Natürlich haben wir gemahnt, wie alle Eltern auch. Und wir Eltern sind weder die Kiffertypen noch rauchen wir. Ich trinke Wein und Bier, der Papi nichts als Wasser (immerhin mit Kohlensäure). Es gibt Kinder von Rauchern, die nicht rauchen, wie beispielsweise mich, und umgekehrt, wie bei ihnen. Pures Glück.
Und dass wir in die Pfadi gingen, ins Boxen, in die Klavierstunde, da bin ich froh, dass wir das durften.
Interessant, was so jungen Frauen wichtig erscheint. Und da kommt auch schon Melina, die ältere der beiden, mit ihren 21 Jahren ruhiger und erwachsener. Ausnahmen bestätigen die Regel. Vor allem bei ihr.
Ich fand es schlimm, dass Ihr Euch oft nicht einig wart. Der Papi hat häufig was anderes gesagt als Du. Es war gut, als wir dann mal entschieden, dass das gilt, was der Erste sagt, der sich dazu äussert. Aber da war ich auch schon zwölf.
Asche auf unser Haupt, das stimmt. Aber daran war (natürlich…) der Kindsvater schuld, der immer darunter gelitten hatte, seine Eltern als Front zu erleben. Also schlug er sich stets auf die Seite der Kinder und wir hatten Zoff. Dauerte das wirklich bis Melina zwölf war? Zu dumm.
Und Du kamst nie mit ins Schwimmbad.
Ich sehe ja nichts ohne Brille! Wirklich unglaublich lustig, mit kleinen Kindern im Schwimmbad. Entweder man schwimmt und sieht a) nichts, weil die Brille beschlagen ist, oder b) nichts, weil man keine Brille anhat. Also sass ich schlotternd draussen am Schwimmbadrand und versuchte im Gewimmel und Gekreische potentiell ertrinkende Kinder auszumachen. Höchst entspannend, das.
Ihr habt uns immer gleich behandelt, keine bevorzugt, das ist super. Und uns einbezogen, wir durften mitreden. Ich fühlte mich immer ernst genommen.
Wow, da kriege ich aber umgehend einen ganz geraden Rücken! Sollte mein Chiropraktor sehen. Das hat sie wirklich gesagt, die Melina. Also wage ich die Frage, ob sie wie ihre Schwester auch findet, wir seien zu streng gewesen. Nein, findet sie nicht. Ich sei nun halt einmal ängstlich.
Wir wissen ja, wie Du erzogen wurdest…
Herr, Du meine Güte! Hat die an der Uni nun auch PPP? Ich fühle mich psychisch wie im MRI, und das vor den Töchtern, wo ich doch die Autoritätsperson par excellence sein müsste.
Aber Mamilein, das warst Du eh nie!
Ich bin vernichtet, und es ist ihr so lang wie breit, der blonde Rossschwanz wippt, und schon ist sie weg, der Freund ruft, und die Kleine hat eh schon lange wieder Stöpsel in den Ohren und schaut auf dem Laptop Dr. House beim Differenzialdiagnosestellen zu.
Wie gesagt, ich habe nichts mehr zu sagen. Rein. Gar. Nichts. Mehr. Wunderbar.
An dieser Stelle möchte wir Andrea herzlich für Ihre ehrlichen, witzigen und durchaus lehrreichen Texte danken und wünschen Ihr für die Zukunft alles Gute.
von: Andrea Strahm am: Mittwoch, 21.12.2011
Jeffrey Kluger, Journalist beim «Time Magazine», behauptet, Eltern hätten ein Lieblingskind. Stimmt das?

Hat sie beide gleich lieb? Mutter mit ihren Töchtern. (Bild: iStockphoto)
Keiner habe alle seine Kinder gleich gern. Genau das stand kürzlich in der Sonntagszeitung. Der Autor einer entsprechenden Buches, Jeffrey Kluger, behauptet, dass 99% aller Eltern ein Lieblingskind hätten, und der Rest lüge, wenn er behauptet, kein solches zu haben. Entweder habe ich also ein Lieblingskind, oder ich lüge. Was aufs Gleiche herauskommt, so oder so: Ich habe ein Lieblingskind. Behauptet dieser kluge Kluger.
Nun werde ich leider UNGLAUBLICH bockig, wenn mir jemand sagt, was ich zu fühlen habe. Vermutlich hat niemand in seiner Kindheit öfter gehört als ich, er sei ein Dickschädel. Aber unbelehrbar bin ich nicht, also habe ich mich in mein Innerstes versenkt und versucht herauszufühlen, was ich nun fühle. Vor allem, und ob ich nicht doch, heimlich und uneingestanden, eine meiner Prachtstöchter lieber habe als die andere.
Kluger argumentiert biologisch. Dass man zum Beispiel die Erstgeborenen lieber hat, weil man in die besonders viel Zeit und Geld investiert hat, oder das Jüngste, weil es den Beschützerinstinkt besonders weckt. Nebenbei bemerkt: Schon das ist unlogisch, der Herr soll sich mal entscheiden, ob nun das Erstgeborene oder das Jüngste. Aber er nennt noch andere Beispiele: Man habe ein Kind etwa lieber, weil es einem ähnlicher ist, die gleichen Hobbies hat oder hübscher ist. Und weniger gern, wenn es der Schwiegermutter zu ähnlich sieht, und so weiter. Was er nennt, sind Umstände, äusserliche, erklärbare Gründe.
Es stimmt natürlich, dass ich in die Erstgeborene mehr Geld investiert habe. Die Kleine hat von ihr vom Buggy bis zum Strampler alles geerbt, das war praktisch. Und ja, die Kleine beschütze ich derzeit noch mehr als die Grosse, sie ist ja auch jünger. Die Grosse habe ich bis sie dreijährig war mehr beschützt, denn da schwamm die Kleine noch als Eizelle herum und war genug geschützt. Die Kleine ist häufiger Thema in diesem Block, weil sie eben noch gewisse Erziehungsmassnahmen zu erdulden hat. Nehme ich der Grossen den Laptop weg oder sage, sie müsse um Mitternacht daheim sein, gibt das keine Diskussionen. Sondern sie schaut mich besorgt an und misst mir das Fieber. Keine gleicht der Schwiegermutter, wobei ich die sehr gern hatte. Beide sind hübsch, aber keine taugt für «Germany’s next Topmodel».
Es gibt Dinge, die mich an der einen nerven, und an der andern nicht. Die Grosse kann so was von belehrend sein, schraubt ihr Jus-Studentinnen-Näschen in die Luft und kanzelt mich ab, wenn ich nur mal zerstreut frage, ob sie zum Znacht da sei, und sie mir das schon von ihr gefühlte hundert Mal gesagt hat. Was eine unbewiesene Behauptung ist, aber lassen wir das. Und die Kleine, mit ihrem unglaublichen Puff, die nervt zuweilen ganz tüchtig, denn dauernd fliegt man über irgendetwas. In ihr Zimmer verirre ich mich nur noch, wenn ich einen Asthmaanfall provozieren will.
Aber was, bitte, hat das mit meiner Liebe zu ihnen zu tun? Kaum geht es einer von ihnen nicht gut, kriege ich Panik pur und setze Himmel und Hölle in Bewegung. Völlig egal, ob wir davor Krach hatten oder nicht, alles wie weggeblasen. Ist eine von ihnen gar ernsthaft krank, dann schlafe ich schlecht, sorge mich dumm und dämlich und recherchiere im Internet, bis ich Augen habe wie ein weisses Kaninchen. Ist aber alles in Butter, fahre auch mal genüsslich mit ihrem Vater ein paar Tage weg. Kurzum: Ich liebe beide gleich. Liebe geht viel tiefer, lässt sich nicht an Äusserlichkeiten messen, wie denen, die Herr Kluger da so nennt. Sorgt man sich mehr um ein Kind, als um das andere, dann weil es gerade nötig ist. Was mit Liebe nichts zu tun hat.
Und wie geht es Ihnen? Haben Sie ein Lieblingskind? Und wenn ja, wie gehen Sie damit um?
von: In Zusammenarbeit mit Kathrin Buholzer am: Montag, 12.12.2011
Rauchen ist cool, rauchen ist rebellisch, rauchen ist erwachsen. Das möchten viele Jugendliche ausprobieren. elternplanet.ch gibt Anregungen und Tipps, damit es bei einem Versuch bleibt.
Fast jeder tut es einmal. Oft einfach aus Neugier, oder um cool zu sein, zur Gruppe dazu zu gehören. Wenn Eltern ihre Kids mit der ersten Zigarette erwischen, gibt es meistens ein riesiges Donnerwetter, Streit, Strafen oder Hausarrest. Wie kann man Kinder davor bewahren, nicht mit rauchen anzufangen? Geht das überhaupt? Wann fängt gute Prävention an und bringt sie etwas? Was tun, wenn das eigene Kind plötzlich raucht?
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