von: Nathalie Sassine-Hauptmann am: Montag, 16.01.2012
Scheiden tut weh. Was Sie dabei erwartet, wenn jemand Neues die Bühne betritt.

Trennung Paradis/Depp: Wir hätten da ein paar Tipps.
Als wir heirateten, zögerte praktisch niemand in unserem Umfeld, uns Tipps zu geben, wie es klappen wird. Vom Hochzeitsfest, über Kindererziehung, bis hin zu Ferienzielen, alles wurde kommentiert und immer wusste jemand einen Rat.
Nun klappen statistisch gesehen die Hälfte der Ehen nicht. Man trennt sich, lässt sich scheiden und was tun Freunde und Bekannte? Sie beteuern, es tue ihnen leid, laden einen zum Essen ein und fragen (immer seltener), wie es einem geht. Doch wirklichen Rat, wie man sich verhalten soll oder was man zu erwarten hat, will keiner haben. Gerne geben wir Ihnen die Tipps von Judy Silk, Bloggerin bei der Huffington Post weiter. Was Sie nach der Scheidung erwartet, vor allem, wenn neue Partner die Bühne betreten:
1. Erwarten Sie nichts mehr von Ihrem Partner: Ist die Scheidung über die Bühne, wird er Interesse mehr an ihnen zeigen und weiterziehen. Die Chancen für Sex stehen schlecht, also wird er auch nicht besonders zuvorkommend sein.
2. Weniger Sorgerecht = mehr Energie: Logisch, nicht? Wer die Kinder weniger bei sich hat, hat mehr Energie für sie – und anderes. Vor allem wenn er/sie weiss, dass sie nach 48 Stunden wieder weg sind.
3. Des Verlassers Schuldfaktor: Wer verlässt, wird weniger Mühe mit dem neuen Partner des anderen haben. Die neue Liebe des Verlassers wird hingegen immer ein Dorn im Auge des Verlassenen sein.
4. Daddy soll glücklich sein: Egal ob Söhne oder Töchter, sie werden immer hoffen, Daddy sei jetzt glücklich, während Mami einfach weitermacht wie bisher. Wieso das so ist, weiss niemand.
5. Die Neue wird über Sie urteilen: Über Ihre Art, wie Sie Ihren Ex behandelt haben, über Ihre Frisur bis hin zu Ihrem Erziehungsstil. Lassen Sie’s gut sein, den Kindern zuliebe.
6. Ein neuer Partner ersetzt den Vater nicht: Patchwork hin oder her, sofern keine Misshandlungen stattfanden und die Kinder ihren biologischen Vater lieben, wird ein neuer Partner kein Ersatz sein. Egal, wie sehr Sie es sich wünschen.
7. Die Ex-Familie wird über Sie urteilen: Egal, ob Sie verlassen wurden oder verlassen haben, Ihre Ex-Familie wird die Trennung kaum goutieren. Ignorieren, freundlich bleiben. Es ist auch die Familie Ihrer Kinder.
8. Kinder sind keine Fans von Patchwork: Es können sich Freundschaften zwischen Ihren und den Kindern Ihres Partners bilden. Oder auch nicht. Versuchen Sie, das Ganze aus der kindlichen Perspektive zu sehen, erzwingen kann man «Geschwisterliebe» auf keinen Fall.
9. Familienfestlichkeiten: Es wird immer wieder Zeiten geben, bei denen sich Ex und Neue treffen müssen, Diplomfeiern, Fussballspiele, Theateraufführungen, Beerdigungen. Am besten tun Sie so, als kämen sie gut miteinander aus. Denken Sie an die Kinder und ignorieren Sie Ihren Ex, der sein neues Glück auf einem Tablett vor sich rumträgt.
So, nun sind Sie gewappnet für alles, was bei einer Scheidung auf Sie zukommt. Sofern sich weder Vater noch Mutter besonders schwierig anstellen. Oder was meinen Sie?
von: Andrea Strahm am: Mittwoch, 14.12.2011
Um Mr. Right zu finden, muss Frau ihren Bauch aus- und ihren Verstand einschalten. Folgendes gilt es zu beachten.

Amour fou: Carrie und Mr. Big (Szene aus der Kultserie «Sex and the City»).
Mir war’s mit 14 Jahren völlig klar: zehn Zentimeter grösser, zwei Jahre älter. Das waren mal die wichtigsten Voraussetzung für den Mann meines Lebens. Und traf, rückblickend gesehen, auf keinen meiner Männer je zu, und einen Mann meines Lebens gab’s erst recht nicht.
Auch meine Jüngste macht sich so ihre Gedanken. Ihr Hauptkriterium: Pfadfinder muss er sein, intelligent und Spass verstehen. Das finde ich keinen schlechten Ansatz, obwohl mir die Vorstellung leicht widerstrebt, als Grossmutter Kinder im «Berliner» (oder wie immer diese Zelte heissen) hüten zu müssen. Ich war nie der Zelt-Typ, sondern der Fünf-Sterne-Hotel-Dubai-Typ, wenn auch rein theoretisch. Was mit meinem Bankkonto zu tun hat, aber lassen wir das.
Da ich doch ein paar Jährchen auf dem Buckel habe, könnte ich ihr natürlich weitere Tipps geben. Ganz undelikat ist das nicht, da sie ja von meinen Tipps auf mein Leben schliessen könnte, deshalb müsste ich einen Disclaimer anbringen. Etwa den folgenden: «Alle nachfolgenden Tipps beruhen ausschliesslich auf der Beobachtung anderer Leute und haben mit meinem Liebesleben oder meiner Beziehung zum Vater meiner Kinder absolut nichts zu tun.»
Damit können wir also beruhigt loslegen. Auf was muss eine junge Frau also achten?
- Gleich und gleich gesellt sich gerne.
Die Anziehung der Gegensätze spielt nur am Anfang, da findet man das interessant. Danach ist es nur noch anstrengend, sich immer erklären zu müssen.
- Achtung vor der Nacherziehungsfalle!
Wer versucht, seinem Mann Tischmanieren, Hygiene und Dresscodes beizubringen, rutscht in die Mami-Rolle. Das ist tödlich, nämlich für das Liebesleben. Frauen möchten im Bett starke Männer, keine Söhne.
- Kein Muttisöhnchen.
Hände weg von Männern, die von der Mutter verwöhnt werden und Zuhause keinen Finger rühren (müssen). Zieht er aus, erwartet er, dass die Freundin den Part übernimmt.
- Er wird sich nicht ändern, nie.
Also entweder der Ordnungslevel in seiner Höhle und seine Duftnote sind in Ordnung, oder man lässt die Hände von ihm. Es sei denn, man ist scharf auf Dauerkrieg.
- Männer lieben, wie sie essen.
Schenkt er nach? Achtet er darauf, was die Frau gerne isst, und stimmt sich ab? Isst er sorgfältig, aber mit Spass und Appetit? Oder schlingt er alles lieblos runter? Hat gar ewig und zelebriert die Mahlzeit, bis man einschläft? Frau weiss, was sie erwartet.
- Geschiedene Männer mit Kindern – hm.
Kommt er mit seiner Ex nicht klar, dann häufig auch mit den Kindern nicht, und die Zweitfrau darf‘s ausbaden.
- Der Mann ist kein Frauenflüsterer.
Frau sollte nie erwarten, dass ein Mann aus ihren Andeutungen, Handlungen oder Drohungen etwas liest. Männer nehmen einen beim Wort. Mit schmollen, zicken, flirten, weinen kommen sie nicht klar. «Schenk mir einen Diamanten» und «ich will jetzt heiraten» verstehen sie hingegen. Was noch gar nichts heisst, by the way.
- Der Storyteller.
Betrügt einer seine Frau mit dir und erfindet tolle Lügengeschichten, dann wird er später dich mit der nächsten betrügen und dir tolle Stories auftischen.
- Familienväter sind Tabu.
Hände weg von Familienvätern, egal wie wacklig deren Ehe ist. Man leistet keinen Betrag dazu, dass Kinder ihren Papi verlieren.
- Ausnahmen bestätigen die Regel.
Wer sich das einreden muss, sitzt schon in der Falle.
War da noch was? Vielleicht: Und was sagen Väter ihren Jungs? Demnächst hier zu lesen...
von: In Zusammenarbeit mit Kathrin Buholzer am: Freitag, 16.09.2011
In gewissen Momenten helfen Tipps aus der Erziehungsliteratur nicht weiter. Dann ist Fantasie gefragt. Hier ein paar Anregungen von elternplanet.ch.
Bücher und Kurse mit Tipps und Strategien können helfen, den Überblick in der Kindererziehung nicht zu verlieren. Doch manchmal, wenn sich Alltagsprobleme anbahnen, kann etwas Fantasie und der gesunde Menschenverstand helfen, dass es nicht gleich ausartet. Was Sie tun können und warum Fantasie in der Erziehung so wichtig ist, zeigt Ihnen Kathrin Buholzer.
von: Andrea Strahm am: Mittwoch, 13.07.2011
Sommer ist Ferienzeit. Manches Kind, das in ein Lager verreist, hat alsbald Heimweh. Wie sollen sich Eltern verhalten?

«Will nach Hause telefonieren»: heimwehkranker E.T.
Mein geliebtes Kind schluchzte am Telefon, und mir zerriss es das Herz. Ich wollte umgehend ins Auto hechten, nach Giswil am See oder ähnlich rasen und meine damals Elfjährige in die Arme schliessen und nie, aber gar nie mehr weggeben. Sie war im Schullager, erste OS, wie die Schulstufen 5 – 7 in Basel heissen. Offiziell steht dies für «Orientierungsschule». Inoffiziell für «Orientierungslose Schule». Aber ich bin ja schon still, sie sind am Reformieren, und unser Thema heute ist das Heimweh.
Ich hätte meine Kleine also am Liebste sofort geholt, aber das wäre ihr peinlich gewesen. Einerseits wollte sie heim, andererseits schämte sie sich auch ihrer Tränen, hatte Angst, ausgelacht zu werden. Sie war auch schon in Lager gewesen, hatte nie Probleme gehabt, aber da war immer die grosse Schwester dabei gewesen. Die neue Klasse, in der sie nach der Primarschule nun war, war ihr fremd und als Jüngste hatte sie einen schweren Stand, keine Freundin. Ich ermutigte sie, noch eine Nacht durchzuhalten. Damit war sie einverstanden, denn das war absehbar. Dann telefonierten wir wieder, sie weinte wieder, wollte aber doch noch eine Nacht zuwarten. Dann rief sie am Morgen an, weil es ihr morgens heimwehtechnisch besser ging. Endlich war dann die Woche ausgestanden und unser beider Leiden hatte ein Ende, ohne dass ich sie geholt hatte.
War das richtig? Wie verhält man sich richtig, wenn ein Kind Heimweh hat? Meine Töchter sind nun Leiterinnen in diversen Lagern und sie erzählen mir beides: Eltern, die umgehend auf der Matte stehen, wenn das Kind nur ein wenig unglücklich ist, und andere, die sogar kranke Kinder ins Lager schicken und einfach nur froh sind, das Kind vom Hals zu haben, egal, wie viel Heimweh dieses hat und wie schlecht es ihm geht. Und dann die Norm: Das eine oder andere Kind hat mal einen kurzen Heimwehanfall, den die Eltern gar nicht mitkriegen.
Ich habe gefragt, wie sie es machen, wenn ein Kind Heimweh hat. Meistens, so scheint es, kommt das Heimweh abends und wenn ein Kind vielleicht gerade gescholten wurde oder Streit hatte. Die Leiterinnen kümmern sich dann um das Kind, lenken es ab und schlagen vor, mal zu schlafen und am folgenden Morgen zu schauen, ob es immer noch heim wolle. In aller Regel ist das Thema damit vom Tisch. Wichtig sei übrigens, dass Kinder ihr Schlaftierlein mitnehmen dürften, auch in ein Zeltlager, auch wenn es schmutzig wird, denn dies spendet Trost. Da Heimwehkinder die andern zuweilen anstecken, sind die Leiterinnen sofort tröstend da. Meistens dauert so ein Heimwehanfall denn auch nicht sehr lange. In den Pfadilagern meiner Töchter, wie üblich an abgelegenem Ort und im Zelt, ist es allerdings kaum möglich, mit dem Handy nach Hause zu telefonieren, und darüber sind sie froh. Denn hört ein Kind erst die Stimme vom Mami, dann wird es schlimmer. Vor allem, wenn die Mami dann auch leidet, und das Kind dies merkt. Siehe oben.
Die Oma dieser meiner Töchter hat fürchterlich unter Heimweh gelitten, aber damals musste man parieren und ein Lager war nicht Unterhaltung und Spass, sondern Zucht und Ordnung. Das Lager musste um jeden Preis durchgestanden werden. Und so heulte sie sich durch die Wochen.
Die Mutter dieses Mädchens war allerdings zeitlebens schwer krank und vielleicht hatte das kleine Mädchen auch deshalb so Heimweh, denn sie hatte Angst um ihre Mutter. Kinder, bei denen zu Hause Probleme bestehen, ein Elternteil krank ist oder die Eltern gerade in Scheidung sind, reagieren häufig mit sehr starken Heimwehanfällen. Sie fühlen sich schuldig, wenn sie sich mit andern Kindern amüsieren, respektive haben gar keinen Spass, weil sie immer an Zuhause denken müssen. Finden die Lagerleiter dies heraus – was meistens der Fall ist –, wird die Übung abgeblasen und die Eltern werden gebeten, das Kind abzuholen. Obwohl es gerade in einer derartigen Situation für die Eltern eine grosse Erleichterung wäre, das Kind gut aufgehoben zu wissen – es geht nicht.
Wahrscheinlich hätte ich also damals, als meine Jüngere im orientierungslosen Lager war, nicht mit ihr telefonieren sollen. Das Schlaftierlein mitnehmen, das Handy Zuhause lassen, und kein Kind in ein Lager schicken, wenn Zuhause der Teufel los ist. Dann geht es gut.
von: Eva Assignon am: Freitag, 25.02.2011
Kinder sind Nervensägen. Schonen Sie Ihre Nerven, denn sie werden nicht reissfester mit dem Alter. Ein paar Tipps.

Wann reisst der letzte Nerv?
Kinder sind Nervensägen. Das ist mittlerweile wissenschaftlich unumstritten. Was bedeutet, dass Kinder von morgens bis abends, und wenn du Pech hast, von morgens bis morgens, an deinen Nerven sägen. Sägen. Sägen. Sägen. Wochen, Monate, Jahre. Sägen. Sägen. So ungefähr 20 Jahre lang. Mindestens.
Kinder ticken anders. Kinder gehen nicht von A nach B, einfach so. Jede Tätigkeit ist hundertfach unterbrochen, und jede Unterbrechung gebiert neue Unterbrechungen. Nichts ist konstruktiv, nichts ist effektiv, nichts ökonomisch. Alles fällt runter, und nichts fällt dahin, wohin es fallen sollte, wenn schon. Das Konfibrot fällt auf den Kopf des Tischnachbarn, der Bäri in die Mayonnaise, die Zahnbürste in die Toilette, der Schuh in den Kuhfladen.
Von den grösseren Kindern weiss ich noch nicht so viel, nur vom Hörensagen: Sie nervensägen auch, aber anders. Ganz zu schweigen von den Pubertären und den Halberwachsenen. Furchtbar.
Sprich: Wenn du ein Kind willst, brauchst du gute Nerven. Wie viel davon man hat, ist genetisch bedingt, Punkt aus, und von dem, was man hat, hat man den grösseren Teil in der ersten Lebenshälfte. Nerven werden nicht dicker mit dem Alter. Logisch. Je mehr daran gesägt wird, umso dünner werden sie. Und je dünner sie sind, umso mehr stört es, wenn jemand daran sägt.
Es lohnt sich also, sich intensiv mit den Möglichkeiten der optimalen Nervenpflege auseinanderzusetzen, sofern unter den schlechtestmöglichen Umständen, wie sie zweifelsfrei im Falle eigener Kinder bestehen, überhaupt von optimal die Rede sein kann. Trotzdem versuche ich mich hier an einer Auflistung, die Ihnen, in aller Bescheidenheit, Lebensqualität und womöglich sogar –quantität schenken kann.
- Schlaf
Nichts macht empfindliche Nerven so geschmeidig wie eine Mütze voll Schlaf. Nachts mindestens sechs Stunden ohne Unterbrechung, tagsüber jederzeit in kleinen Quanten. Etcetera, etcetera, blabla. Liebe Eltern, ich weiss, es ist zynisch, also: Entschuldigung, vergessen Sie’s, weiter zu Punkt
- Ernährung
Hierauf haben wir Eltern sicher deutlich mehr Einfluss als auf Punkt 1. Wir sind die Chefs im Hause, die Chefs de cuisine, und das ist unser Trumpf! Hier können wir auftischen, was unseren Nerven Nahrung ist, nämlich: gute Fette. Vergessen Sie all den fettreduzierten Diät-Mist. Schmieren Sie Ihre Nervenscheiden mit Nervengleitcreme. Butter, Mandel- und Sesammus und die hochwertigsten Öle, die Sie finden können. Essen Sie Hafer, Nüsse, Amaranth, Vollkornprodukte und trinken Sie Hopfen, sprich Bier. Bessere und detailliertere Infos finden Sie an anderer Stelle.
- Spazieren
Falls Sie wie ich beim Spazierengehen den Eindruck haben, nur Alte, Kranke und Hundebesitzer gingen spazieren, lassen Sie sich vergewissert sein: Genau dazu gehören Sie, nämlich in die Patientenabteilung, Kategorie rekonvaleszent. Flanieren Sie, als befänden Sie sich in einer Davoser Höhenklinik. Das steigert den ohnehin vorhandenen Wert Ihres Spazierganges ins Unermessliche.
- Zeit für sich
Wieder so ein Punkt, wie der erste, den man kaum aussprechen darf, ohne des Lesers ohnehin angespannte Nerven zu reizen: Alle wollen mehr davon, und kaum einer kriegts hin. Weil Kinder es so an sich haben, dass sie einfach da sind. Genau da, wo man selber gerade ist. Jederzeit und überall. Einmal da, gehen sie zwanzig Jahre kaum mehr weg. Was man vielleicht die ersten paar Wochen schön findet. Doch irgendwann, irgendwann kommt der Tag, an dem man gerne mal wieder alleine auf die Toilette möchte. Alleine ins Kino. Alleine in den Wald. Alleine alleine sein. Ohne Kind, ohne Mann, ohne Hund, ohne alle. Zeit für sich wird – wie der Schlaf – zur höchsten Kostbarkeit der Elternschaft. So schön die Nähe zu den Kindern ist, es ist alles eine Frage der Dosis. Und im Familiengefängnis, äh –gefilde ist die naturgegebene Dosis Ichzeit derart minim, dass es Kämpferblut braucht und ein gewisses Ausbruchs-Talent (Übungssache!), um zum individuell erforderlichen Mindestmass zu kommen. Kämpfen lohnt sich. Und zwar für alle Beteiligten.
- Ordnung schaffen
Ja, sorry, jetzt werde ich auch noch bünzlig. Aber als eine in dieser als auch in der gegenteiligen Hinsicht äusserst erfahrene Fachfrau weiss ich: Der Unordnung, die Kinder naturgemäss in ihr Leben und bis in die hintersten Winkel Ihres Lebensraumes bringen, muss eine Limite gesetzt werden. Sonst sehe ich Sense, aus für Ihre Nerven. Oder suchen Sie gerne nach der zweiten Socke, wenn Sie pünktlich aus dem Haus müssen, während Ihr Kind quäkt wie eine defekte Sirene? Eben.
- Lärmquellen minimieren
Es beginnt unmittelbar nach der Geburt und hört sehr lange nicht mehr auf. Lärm (durch die familiäre Affinität insbesondere derjenige unserer eigenen Kinder) gelangt durch die Ohren direkt ins Mark unserer Nerven und höhlt sie von innen her aus, heimtückisch und unwiderruflich. Schützen Sie Ihr Gehör, als handle es sich um Ihren Augapfel (der mit Sicherheit das bessere Los gezogen hat: Zum Gucken sind die Kleinen fast ausschliesslich putzig, von ekligen Nasenpopeln jetzt mal abgesehen). Gehörschonend kann sich insbesondere eine konsequente Erziehung auswirken. Falls Sie diese nur suboptimal hinkriegen oder falls es zu früh dafür ist (siehe Punkt 8): Scheuen Sie sich nicht vor dem Gebrauch von Oropax. Ist mittlerweile wissenschaftlich anerkannt als (PT) Parent-Tranquilizer und klassifiziert Sie keinesfalls als Rabeneltern, wie das noch vor wenigen Jahren der Fall gewesen wäre. Oropax sind kostengünstig im Multipack erhältlich und lassen sich problemlos an Nachbarn und Familienmitglieder verteilen.
- Seien Sie klüger als Ihr Kind
Das klingt jetzt kinderleicht, aber die kleinen Biester sind schon mit zwei Jahren so schlau, dass es eine tägliche Herausforderung bedeutet, ihnen intellektuell überlegen zu sein. Seien Sie schlau wie ein Fuchs, lernen Sie frühstmöglich alles über «den richtigen Zeitpunkt» (nachzulesen bald an dieser Stelle), nutzen Sie Schwächen und Regressionen, Lüste und Sehnsüchte Ihrer Kinder. Natürlich nie bösartig, das versteht sich ja von selbst. Tricksen Sie hemmungslos, aber tricksen Sie so schlau, dass die Kleinen es nicht merken. Doch bedenken Sie: Jeden Tag lernen die was dazu. Die Latte hängt hoch!
- Anerkennen, was ist
Das Hadern ist einer der bedeutendsten Nervenkiller aller Altersstufen, und zwar ein besonders heimtückischer, da Hadernde Dinge verändern möchten, die unveränderbar sind. Ohrenbetäubendes Schreien, konstantes Fordern nach Aufmerksamkeit, hartnäckige Renitenz, juvenile Rebellion..... jede Phase mit ihren ureigenen Katastrophen. Kinder sind so. Und wir Eltern, wir sind auch so, nur anders. Unperfekt halt. Aber lernfähig.
- Ooommmmm
Üben Sie sich in Gelassenheit, denn Gelassenheit lässt die Nerven sanft und lose schwingen im beissenden Wind des Alltags und erspart dem geschundenen Organ die ständige Anspannung zwischen den Fronten. Gelassenheit ist lernbar! Lernen Sie sich selber gut kennen und seien Sie nachlässig mit Ihren Kindern, wo immer Sie gut mit den Folgen leben können. (Vorsicht: Klippentanz! siehe Punkte 5 und 6) Meditieren Sie von Drahtseilen und von dickem Seemansgarn; von gefetteten, gleitfähigen Nervenscheiden- und vom puren, pulsierenden, zeitlosen Glücksgefühl, das Ihre Kinder in Ihnen auslösen, auch wenn Ihnen das keiner glaubt.
Autorin
Eva Assignon ist Naturheilpraktikerin und Homöopathin.
Zurzeit lässt sie sich in afrikanischer Perkussion ausbilden und lebt als Initiantin und Betreiberin von www.bestefreundin.ch mit ihrem Sohn in Langenthal.
von: Ralf Martin am: Donnerstag, 06.01.2011
Ein paar Anregungen im Januarloch, wie man die Ausgaben einer durchschnittlichen Familie in der Schweiz senken kann.

«Wer spart, der hat»: So mancher Tipp wird sich bezahlt machen. (Bild: ©iStockphoto)
Mein Beitrag «Bekenntnisse eines Losers» hat hier im Forum für einigen Gesprächsstoff gesorgt. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob eine durchschnittliche Familie in der Schweiz sich im Alltag eine Wochentagvaterschaft leisten kann. Dazu nun etwas Praxis: Wenn Sie Ihre Versicherungen bereits optimiert, ihre Luxusangewohnheiten abgelegt und die «ich-will-für-mein-Kind-nur-das-Beste-und Teuerste»-Phase überwunden haben, sind Sie reif für ein paar Spartipps, die ans Eingemachte gehen. Diese haben sich in meinem Alltag nicht nur bewährt, sondern auch die monatlichen Fixkosten nachhaltig senken können:
- Meiden Sie Kioske. Verzichten Sie auf Schokoriegel, Zeitschriften und Lotto-Toto. Ich habe in den letzten Jahren so tausende Franken gespart.
- Wenn Sie am Arbeitsort essen und keine Kantine zur Verfügung haben: Nehmen Sie sich Ihr Essen von Zuhause mit. Erwerben Sie sich eine Mikrowelle (die ist in kurzer Zeit amortisiert) und wärmen Sie sich Ihre Pasta oder Ihr Gemüse auf. Wenn Ihre Kollegen sich über Sie lustig machen, dann ertragen Sie das stoisch. Das gehört jetzt zu Ihrem Image.
- Entfernen Sie den «Stopp Werbung» Kleber von ihrem Briefkasten und studieren Sie vor dem wöchentlichen Grosseinkauf die Sonderangebote der Detaillisten. Kaufen Sie nur, was auf Ihren Zettel steht.
- Beim Zuhause Kochen meiden Sie wenn möglich Fleischprodukte. Wenn es sein muss, kaufen Sie Geschnetzeltes, Gehacktes oder Geflügel. Ersetzen Sie frisches Brot durch Toast- oder Vollkornschnittbrot (alte Militärregel: Vom frischen Brot wird dreimal so viel gegessen). Übrigens: Meine Familie isst keine Fertig- oder Halbfertigprodukte, obwohl sich damit viel Geld sparen liesse.
- Rationieren Sie Ihre Restaurantbesuche bzw. legen Sie fest, wie viel Geld Sie pro Monat ausgeben dürfen (z.B. zweimal auswärts Essen für maximal Fr. 50.- oder maximal viermal pro Woche in einem Lokal ein Getränk bestellen).
- Verzichten Sie für sich und Ihre Kinder auf Hobbies, welche Sie nicht innerhalb einer halben Stunde zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem ÖV erreichen können. Teure Freizeitbeschäftigungen wie zum Beispiel Wintersport sollten Sie aufgeben. Meiden Sie Wettkampfsportarten, bei denen Sie am Wochenende in der halben Schweiz umherreisen müssen. Die Umwelt und Ihre Brieftasche werden es Ihnen danken.
- Beim Autokauf (natürlich Gebrauchtwagen) schauen Sie nicht auf Farbe oder PS, sondern einzig auf den Mängellisteindex von ADAC und TCS. Erkundigen Sie sich, welche Fahrzeuge in Ihrem Fokus (z.B. Mittelklassekombi, Van) im Bereich von 100 000 bis 150 000 km am besten abschneiden bzw. am wenigsten in die Werkstatt müssen.
- Bleiben Sie während den Sommerferien Zuhause. Verreisen Sie ausschliesslich im Frühling oder Herbst.
- Verschenken Sie Ihren Fernseher und ersetzen sie ihn durch den Computer. Mehrere Bibliotheks- und Ludothek-Abos ersetzen CD-, DVD- und Bücherkäufe.
Haben auch Sie ein paar Spartipps auf Lager?
Autor
Ralf Martin ist Autor des Väterratgebers «Wache Väter – ein Handbuch für Wochentagväter». Er ist 42 Jahre alt, arbeitet wie seine Frau 60% und verbringt zwei Wochentage Zuhause mit seinen beiden Kindern.
von: Monique Brunner am: Freitag, 31.12.2010
Es ist ein Muss, das alte Jahr rauschend ausklingen zu lassen. Zusammen mit Kindern ist das aber so eine Sache. Folgende Anregungen sollen helfen, zufrieden ins neue Jahr zu kommen.

Was das neue Jahr wohl bringt?
- Für werdende Eltern:
Geniessen Sie die Zweisamkeit und verwöhnen Sie Körper und Geist, gehen Sie gediegen essen und malen Sie sich beim Anblick des Feuerwerks aus, wie das Leben zu dritt sein wird. Lassen Sie sich Zeit und leben Sie nach dem Lustprinzip, denn schon bald werden Sie – zumindest in der ersten Zeit – fremdbestimmt sein und nur nach den Bedürfnissen Ihres Babys leben.
- Für Familien, die zu Hause feiern:
Laden Sie Freunde zu sich nach Hause ein. Damit nicht die ganze Arbeit an Ihnen hängen bleibt, soll jede Partei einen Gang kochen (Kochanfänger können ja Apéro, Brot oder Käse beisteuern). Das bringt Abwechslung in den Menuplan und Bewegung in die Runde. Die Kinder, für die Sie eine Bettenstatt im Kinderzimmer eingerichtet haben, können je nach Alter, Lust und Laune zusammen spielen, am Kindertisch essen, zeichnen, ruhen oder schlafen gehen. Sollte es den Kindern irgendwann im Laufe des Abends doch noch langweilig werden, werfen Sie eine kindergerechte DVD ein, spielen Sie mit Ihnen das Gummibärchenorakel oder ein Gesellschaftsspiel («Activity», «Tabu», «ABC DRS3», «Bluff», «Spiel des Lebens»), giessen Sie mit Ihnen Blei oder (für Kleinere) Omelettenteig und lassen Sie die (Rimuss-)Korken und Tischbomben knallen.
- Für Familien, die in den Ferien sind:
Wenn Sie die Weihnachtswoche und Silvester im Schnee verbringen, rate ich Ihnen, früh ins Bett zu gehen, um in den Morgenstunden des neuen Jahres die Pisten und Bahnen ganz für sich alleine zu haben.
Dasselbe gilt für die Sonnenhungrigen. Sie werden am Morgen des Neujahrstages alleine beim Swimmingpool oder im begehrten Liegestuhl am Meer liegen. Herrlich!
- Für Familien, die en famille feiern:
Da über die Weihnachtstage vieles schon gesagt und erzählt wurde, machen Sie einen Jahresrückblick in Bildern und schwelgen Sie in Erinnerungen an ein ereignisreiches Jahr: die erste Zahnlücke, der erste Kindergartentag, der Sonnenbrand während der Sommerferien etc.
- Für Eltern, deren Teenager unabhängig feiern oder deren Kinder bereits ausgeflogen sind:
Gehen Sie ruhig schlafen, Sie müssen nicht mehr der Kinder zuliebe aufbleiben (siehe «Silvester ohne Kinder»). Schauen Sie «Dinner for One» (auf SF1 um 19.10 Uhr), schnappen Sie sich ein gutes Buch, trinken Sie einen feinen Tropfen Wein, führen Sie ein Gespräch mit Ihren Liebsten, hören Sie Ihre Lieblingsmusik – und verschlafen Sie Silvester. Die Ruhe haben Sie sich verdient.
Oder aber Sie feiern die Nacht hindurch (an Ü-30-, Ü-40-Parties) und kehren nach den Teenagern nach Hause, denn nur weil man nicht mehr ganz jung ist, hat man das festen immer noch gut drauf.
Und was die guten alten Vorsätze betrifft: Lesen Sie «Warum Vorsätze Vorsätze bleiben» und starten Sie das neue Jahr unbelastet. In diesem Sinne wünscht Ihnen das wir eltern-Blog-Team ein gutes und gesundes 2011.
von: Nathalie Sassine am: Montag, 27.12.2010
Weihnachten feiern oder überstehen?
Ich hasse Ratgeber! Daran hätte ich auch denken sollen, als ich letzte Woche Die Zeit kaufte, in deren Magazin ein eben solcher Ratgeber zu finden war. Nicht etwa zu Erziehungs- oder Liebesfragen, sondern zu Weihnachten und dem Familienfest. Der Titel klang sehr vielversprechend: „Wie überlebe ich Weihnachten?“. Endlich! Endlich würde mir mal jemand sagen, wie ich aus der Stressfalle rauskomme, mich nicht über die quengelige Verwandschaft aufregen muss und mein schlechtes Gewissen, nie genug zu tun, loswerden kann!
Leider hat das nicht so ganz geklappt. Hier einige Beispiele aus der Zeit, die bei mir noch mehr Fragen aufgeworfen haben:
1. Darf man beschliessen, sich an Weihnachten nichts mehr zu schenken?
Ja, man darf. Vorausgesetzt, alle halten sich daran. Denn es ist nicht „herzig“, wenn die Oma doch noch mit einem „Isch nur öppis chliises“-Geschenk kommt und wir als Gastgeber nichts für sie haben! Vor allem wenn das Geschenk ein Rezept für das Weihnachtsmenue ist. Danke für den Wink!
2. Wie lange muss ich die Schwiegereltern aushalten?
Fiese Frage. Eigentlich ja nur während des Weihnachtsessens, bspw. an Heiligabend. Was aber, wenn es draussen so sehr schneit (ja, man hat sich ja weisse Weihnachten gewünscht), dass die Verwandten nicht mehr nach hause fahren können/wollen? Dann wird natürlich das Bettsofa aufgeklappt... Juhuii!
3. Meine Eltern Leben getrennt, mit wem soll ich Weihnachten feiern?
Da wünsche ich jedem einen solchen Vater wie meinen. Der schert sich seit Jahren einen Dreck um Weihnachten und ist froh, mit dem ganzen Hype nichts zu tun zu haben. So darf Mamma uns für sich haben (ausser die Schwiegereltern beanspruchen uns natürlich) und die Welt ist in Ordnung. Danke Dad!
4. Darf ich Freunde hassen, die behaupten, bei ihnen sei Weihnachten „total friedlich“?
Ich finde schon. Denn bei mir war Weihnachten noch nie einfach nur friedlich. Entweder stritten meine Eltern, nach der Scheidung waren die Festtage einfach nur traurig und seit ich verheiratet bin, gibt es Stress zwischen den Familien, weil uns alle bei sich haben möchten. „Total friedlich“... Pffff!
5. Darf man nach dem Weihnachtsessen noch mal ausgehen?
Klar! Wenn man an Heiligabend einen gewillten Babysitter findet, nach dem Gelage überhaupt noch fähig ist zu gehen und um 23.00 Uhr (vorher starten die Parties ja nicht) nicht schon auf dem Sofa eingeschlafen ist.
6. Muss man an Ritualen festhalten?
An welchen? Die meiner Mutter, meines Vaters? Künstlicher Baum mit blinkenden Lichtern und lange Gesichter? Oder die meines Mannes? Stundenlanges Singen und seliges Beisammensein? Schweizer Rituale, italienische oder deutsche? Heutige Familien sind derart heterogen, dass man seine eigenen Rituale erfinden muss. Und das ist gut so.
7. Was soll es an Heiligabend zu essen geben?
Der Einfachheit halber hätte ich immer gerne Raclette gehabt, den meisten ist das aber zu wenig festlich. Deshalb das öde Fondue Chinoise (macht keine Arbeit), jedes Jahr dieselbe Diskussion. Andererseits bin ich die Letzte, die Lust hat, den ganzen Tag in der Küche zu stehen. Geht Pizza auch?
8. Ab wann müssen die Eltern bei den Kindern feiern?
Oh du Schreckliche. Wieso sehen Eltern nicht ein, dass es für uns heute genauso ist, wie für sie damals? Irgendwann haben sie ja auch aufgehört, bei ihren Eltern zu feiern. Und jetzt sind wir dran, also bitte nicht jedes Jahr jammern, wir hätten schon lange nicht mehr bei euch gefeiert!
9. Muss es an Weihnachten friedlich sein?
Ja, muss es. Das Paradoxe ist, dass es genau an Weihnachten so viele Reibungspunkte gibt, wie sonst im ganzen Jahr nicht. Runterschlucken und nach Silvester verschieben!
10. Darf ich ein Geschenk ablehnen, weil es meinen Erziehungsprinzipien nicht entspricht?
Es gibt Grenzen. Die fangen bei den Fingerfarben an und hören bei der Gummisusi auf. Ansonsten sollten wir Eltern froh sein, wenn wir unseren Prinzipien treu bleiben und die pädagogisch unkorrekten Geschenke vom Opa kommen.
11. Muss ich mich über selbstgemachte Geschenke besonders freuen?
Irgendwie schon, siehe auch Geschenke mit Herz.
12. Darf man an Heiligabend über Politik streiten?
Und wie! Siehe auch die Giga-Patchwork-Familienfeier.
Ich hoffe, Sie hatten schöne Weihnachten und wenn nicht, haben sie jetzt 362 Tage Zeit, sich auf die nächsten einzustellen!
von: Ralf Martin am: Freitag, 17.12.2010
Die Kinder zählen die Tage bis Weihnachten. Mit diesen Tipps ist die Zeit im Nu vorbei.

Gehts noch lange bis Weihnachten? Ein Kind wartet auf das Christkind. (Bild: ©iStockphoto)
Bald ist Weihnachten und die Kinder werden langsam ungeduldig. Wenn die Kerzen gezogen, die Guetzli gebacken und die Geschenke für die Paten gebastelt sind, können sich die Tage bis Heiligabend ganz schön in die Länge ziehen. Hier ein paar Tipps, wie Sie als Vater die Kleinen bei Laune halten und die Wartezeit für die Familie bis zur Bescherung etwas verkürzen.
- Tipp Nr. 1: Papa-Weihnachtswunschbox
Jedes Kind darf einen Wunsch äussern. Dabei müssen drei Bedingungen eingehalten werden: Der Wunsch muss sofort erfüllbar sein, die Umsetzung darf nicht lange dauern und es muss etwas mit Weihnachten zu tun haben. Spätestens nach drei Minuten kommt das nächste Kind an die Reihe. Das wirklich überraschende an dem Spiel: Was Kinder alles mit Weihnachten in Verbindung bringen. Meine grösste Herausforderung: Ich musste Rudolph, das Rentier, imitieren.
- Tipp Nr. 2: Suche das Christkind
Schleichen Sie wenige Tage vor Heiligabend mit Ihren Kindern durchs Wohnquartier und halten Sie Ausschau nach dem Weihnachtsmann oder dem Christkind. Spähen Sie in Gärten und beobachten Sie den Himmel, ob es etwas Ungewöhnliches zu entdecken gibt. Besonders Spass macht die Suche nach Einbruch der Dunkelheit. Meine Kinder waren ab dem 22. Dezember von den nächtlichen Exkursionen derart angefressen, dass an ein ruhiges Abendessen nicht mehr zu denken war.
- Tipp Nr. 3: Tram- und Busfahren
Lösen Sie möglichst kurz vor Weihnachten oder an Heiligabend eine Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel in einer grösseren Stadt und fahren Sie ziellos durch die Agglo. Im hektischen vorweihnachtlichen Treiben gibt es viel Interessantes zu entdecken. Lassen Sie die Kinder erraten, was sich in den grossen Geschenkpaketen der Passanten alles befinden könnte und staunen Sie, wie viele Weihnachtsbäume in einem Bus Platz finden.
- Tipp Nr. 4: Schlittenfahrt
Falls genug Schnee liegt, setzen Sie die Kleinen auf einen Schlitten oder in einen Bob, hängen sich ein paar Schellen oder Glocken um den Hals und ziehen die Fuhre durch den Schnee. Stampfen, Schnauben und ab und zu Wiehern nicht vergessen. Nehmen Sie ein paar Karotten mit, damit das Tier auch gefüttert werden kann.
- Tipp Nr. 5: Weihnachtslieder üben
Auch wenn Singen in der Familie nicht mehr oft praktiziert wird, so lohnt es sich, vor Heiligabend mit den Kindern ein paar Weihnachtslieder einzuüben. Wenn Sie ein schlechter Sänger sind, laden Sie ein Video von Youtube als Unterstützung herunter. Das Üben macht mindestens so viel Spass wie der spätere Auftritt am Heiligabend, vor allem wenn man den Kindern erklären soll, was das entsprungene Ros’(s) mit Weihnacht zu tun hat.
Wie bereiten Sie sich mit Ihren Kindern auf Weihnachten vor?
Autor
Ralf Martin ist Autor des Väterratgebers «Wache Väter – ein Handbuch für Wochentagväter». Er ist 42 Jahre alt, arbeitet wie seine Frau 60% und verbringt zwei Wochentage Zuhause mit seinen beiden Kindern.